Blogger-Leben

Was tun bei einer Blog-Blockade?

Dezember 29, 2015

Nach den unheimlich emsigen Wochen und Monaten, in denen mir die Artikel wie reife Pflaumen in den Schoß plumpsten, hat sie mich nun, nach den Festtagen und der Entweihnachtung der Wohnung erwischt: Die Blog-Blockade. Ich bin ja so oder so weniger der Typ für Redaktionspläne und hatte mir beim Bloggen im vergangenen halben Jahr freie Hand gelassen: Meist existierten in meinem Kopf die nächsten zwei bis drei Artikel und der Rest flutschte einfach immer genau dann hinterher, wenn ich es brauchte. Inmitten dieses Schreibflusses meldete sich durchaus mal die Furcht vor einem Tag X, an dem mir nichts einfallen würde, an dem mein kreatives Hoch einen wohlverdienten Kurzurlaub nehmen würde. Und nun, vielleicht einfach, weil ich die Weihnachtsfeiertage mal Zeit hatte, mich zurückzulehnen und eine Verschnaufspause zu machen, ist mein Schreibfluss ins Stocken geraten. Leichte Panik macht sich breit, schließlich sehen wir spätestens an unserer Statistik, dass regelmäßiger neuer Content unsere Leser zufrieden macht.

Bloggen Schreibblockade

Es ist nicht so, dass da eine gähnende Namib in mir wäre. So mag ich beispielsweise die Idee, Kalender-Wallpaper für eure Computer und Smartphones zu gestalten. Außerdem warten noch einige Kurzgeschichten auf Vollendung und im neuen Jahr stehen ein paar Messen in den Startlöchern. Aber jetzt gerade? Ist mir nicht danach! Punkt.
Ich hätte diesen Artikel auch nennen können: 10 Wege, wie du deine Schreib-Blockade überwindest. Aber ich muss bei Überschriften dieser Art in letzter Zeit eher gähnen/brechen/weiterklicken. Deshalb habe ich auch nur einen einzigen Tip gegen eine Blog-Blockade: Weniger bloggen. Einfach die Füße still halten, das Hirn leerfegen – ist zum Jahreswechsel doch eh ein feiner Zeitpunkt dafür – und das Nichtstun aushalten.
Denn diese Qualität schätzen wir nach meinem Gefühl heutzutage viel zu wenig. Ständig will unser Gehirn neuen Reizen ausgesetzt sein, ständig sollen wir Blogger neuen, unfassbar kreativen Output liefern und wenn sich der nicht von selbst einstellt, sind durch Mama Google genügend Tips aus der Misere nur einige Klicks weit entfernt. Wir hetzen durchs world wide web und durch unseren Alltag und haben vergessen, dass zur Kreativität ein Auf und Ab gehört, wie Ebbe und Flut zum Meer. Nicht nur Helene Fischer wird dabei atemlos.

Bloggen Schreibblockade
Deshalb plädiere ich für den Mut zum Nichtstun. Das auszuhalten ist im Zeitalter des digitalen Dauerfeuers nämlich gar nicht so leicht. Auch die Leere zulassen, auch die Stille akzeptieren und ihr Raum geben. Nur in diesem leeren Raum wird irgendwann etwas völlig Neues geboren. Aus Druck, Hektik und Zwang entstehen höchsten lieblose Artikel und schlecht kopierte Konzepte. Und damit will ich weder euch noch mich quälen. Ja, leere Räume sind für einen Interior Junkie wie mich etwas Ungewohntes. Aber ich glaube, es ist etwas dran, am Nichtstun. Also bleibe ich so lange still, wie es in mir still ist. Und freue mich darauf, euch mit all dem zu beglücken, was in dieser Auszeit in mir neu wachsen wird! Bis dahin gönne ich mir beim ersten Frost draußen einen dampfenden Tee in meiner liebsten Urbarana-Tasse, schmökere im neuen Sweet Living Magazin und genieße es, nichts „liefern“ zu müssen. Sondern einfach mal nur zu sein.

Bloggen Schreibblockade

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14 Comments

  • Reply Eclectic Hamilton Dezember 29, 2015 at 12:22 pm

    Wundervoll geschrieben, und wie Recht du doch hast!
    Danke für diese Inspiration oder eher Nicht-Inspiration? ;-)))))

    Greetings & Love & a good start in 2016
    Ines

    • kea
      Reply kea Dezember 29, 2015 at 12:52 pm

      Liebe Ines, vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Thehe, stimmt, eigentlich ist es wirklich eine Nicht-Inspiration. Ich freu mich, dass sie dir gut tut! Für dich auch einen ganz wundervollen Start ins neue Jahr! Lass es dir gut gehen 🙂 Liebste Grüße! Kea

  • Reply Nadine - breukesselchen Dezember 29, 2015 at 4:04 pm

    Ach, liebe Kea, du warst doch so fleissig und selbst bei einer Blockade steht dein Blog nicht still. Siehe dieser schöne Artikel! Deine Ehrlichkeit zieht uns Leser doch so gerne an. 🙂 Ich kenne das zwar sehr gut, wenn eine Leere in einem ist. Wenn Blogbeiträge nur langsam entstehen und innerlich die Perfektion einen blockt. Doch das geht vorbei. Und ich denke, die Messen werden dir viel Inspiration liefern. Da bin ich mir ganz sicher!
    Ich selbst habe während meiner Blogblockade in den letzten Monaten einfach die Zeit genutzt, auf anderen Blogs wie auch deinem einfach nur zu kommentieren, zu konsumieren und mich zu erfreuen. Das war auch mal schön. Klar, kurz, aber auch wirklich kurz vor Weihnachten hatte ich dann doch endlich mal meine Petrolfarbene Wand und einen etwas anderen Adventskalender geblogt. (was sagst du zu dem Petrol? hihi) Blogtechnisch bestimmt die falsche Zeit, da alle beschäftigt sind. Aber das macht auch nix. Mir war es wichtig, es endlich doch vollbracht zu haben. Ich bin noch nicht so Content-Leser-Statistik-fixiert, aber das heisst nicht, dass es mir unwichtig ist.
    Genieße einfach den Jahreswechsel mit Freunden und lasse dich ein wenig Treiben. Dann kommen auch wieder Ideen und da du einen schönen Mix mit Literatur hast, kannst du immer in deinen Themen wechseln. Wie wärs sonst einfach mal mit einer kleinen Bilderflut vom Jahreswechsel? Ein Artikel über „missglückte Projekte“? So einen plane ich grad, da ich da so einiges hier liegen habe, was nicht so gelaufen ist, wie es sollte. hihi..
    Ich wünsche dir jedenfalls einen tollen Jahresanfang mit vielen schönen Inspirationen, Freude und vielen Umarmungen! Alles Liebe, Nadine 🙂

    • kea
      Reply kea Dezember 30, 2015 at 7:44 am

      Meine Liebe, Danke für die schönen Worte! Ich bin mir auch sicher, dass die Messen wieder frischen Einrichtungswind durchs Inspirationsareal meines Hirns pusten werden und freue mich schon darauf, das mit euch zu teilen 🙂 Zu der Petrolwand hüpf ich gleich mal rüber! Thihi, wie witzig, deine Idee mit den missglückten Projekten, ich bin gespannt, was du da alles zu Tage förderst! Ich bin am Überlegen, ob ich einen Post mache zum Thema „Wohnungen, die ich NICHT bezogen/bekommen habe“ – denn da gab es dieses Jahr zwei ganz wundervolle Exemplare, die aber nicht mein Schicksal waren. Bilder hab ich aber trotzdem gemacht, vielleicht zeige ich sie euch doch noch! Komm gut ins neue Jahr und vielen Dank, dass du 2015 mit deinen schönen Kommentaren meinen Blog so sehr versüßt hast 🙂 Liebste Grüße!

  • Reply Nadine - breukesselchen Dezember 29, 2015 at 4:05 pm

    P.S. Die Tasse und der Teller sind ja tooooooooooooootal schön! 🙂

    • kea
      Reply kea Dezember 30, 2015 at 7:45 am

      Jaaa, gell? Sie sind ein kleines Dankeschön-Geschenk von Urbanara für die Orga unseres Hauptstadt-Mädchen-Treffens und so erfreuen sie mich – neben ihrer wunderschönen Optik – immer ganz besonders, weil sie mich an die schönen gemeinsamen Stunden erinnern 🙂

  • Reply Septembermädchen Dezember 29, 2015 at 7:27 pm

    Liebe Kea.
    Ich kann jedes Wort nachfühlen was du geschrieben hast.Manchmal ist die Zeit in der echten Welt wertvollen(so ist es bei mir nun schon seit wirklich langer Zeit) oder man will\kann\muss einfach nicht.
    Du musst nicht,wir schauen auch so bei dir rein auch wenn mal ein Päuschen eingelegt ist.
    Und du hast recht,manchmal schwirrt einem der Kopf vor Informationen und Ideen und Lieblingsstücken,die man so auf anderen Blogs sammelt.So ist es doch schön,man kann mal abschalten und in Ruhe begutachten,was man selber so alles hat und kann.
    In diesem Sinne wünsche ich dir eine bereichernde und kraftvolle Nicht-Blog -Zeit.Füße hoch und Prost.
    Liebste Grüße und guten Rutsch.Julia

    • kea
      Reply kea Dezember 30, 2015 at 7:49 am

      Liebe Julia, ach, wie schön, das zu lesen, das tut sehr sehr gut! Der schöne Austausch mit euch ist es ja schließlich, der mich immer wieder motiviert und beflügelt! Mir war es mit diesem Artikel auch einfach so wichtig, mal zu sagen, dass auch Pausen sein dürfen und dass man nicht immer mit 360 km/h weiterpreschen muss, wenn gerade eben eigentlich gemütliches Cruisen angesagt ist… an dieser Stelle liebe Grüße an Pollys Reisen, irgendwie ist der Jargon ihres neuen Artikels in mein Vokabular eingeflossen 😀 Ich leg also ganz brav die Füßen hoch und wünsche dir einen ganz ganz tollen Rutsch ins Jahr 2016 und freue mich, wenn wir uns im neuen Jahr mal wieder sehen! Liebe Grüße, Kea

  • Reply Lony Dezember 31, 2015 at 4:42 pm

    Hello Mrs. Eve! 🙂

    Ich surfe hier gerade so eine Runde durch die Gegend, da schlägt mir Facebook Deine Seite vor!! Neugierig, wie ich bin (fand den Blognamen schon so schön!), musste ich gleich einmal bei Dir vorbeischauen! Einfach wunderbar ist es hier! Werde Dich gleich mal in meine Linkliste aufnehmen, damit ich Deinen tollen Blog nicht wieder aus den Augen verliere.
    Dir und Deinen Lieben einen guten Übergang nach 2016!
    Lony vom Kleinstadtleben Blog x

    • kea
      Reply kea Januar 1, 2016 at 9:23 am

      Hallo liebe Lony, wie schön, dass du meinen Blog gefunden hast – manchmal ist facebook ja offensichtlich doch sehr klug 😉 Ich freue mich sehr, dass dir mein Blogname und meine Inhalte so gut gefallen!! Ich habe mich gleich mal mit einem Gegenbesuch revanchiert und wünsche dir einen möglichst stressfreien Umzug und ganz viel Freude beim Dekorieren und Einrichten eures neues Heims! Alles Liebe für 2016, wir lesen uns sicher gerne wieder 🙂 Liebe Grüße, Kea

  • Reply Polly Januar 1, 2016 at 12:37 pm

    Hallo Kea!
    „Paradox“ ist der Begriff, für das was Du hier tust, und ich bin mir sicher, dass Du jetzt schmunzelst, weil Du genau das meinst.

    Ich habe gerade eine Blogblockade, weil ich zu viele Themen im Kopf habe, die sich nicht niederschreiben lassen. Das mag daran liegen, dass ich gerade nicht auf meinem Motorrad unterwegs bin. Denn dieses ist der Katalysator für alle Gedanken, die sich in meinem Kopf festsetzen und noch ungefiltert vor sich hin stinken.

    Es mag auch daran liegen, dass ich in meiner zweiten Welt unterwegs bin, in der das Schreiben eine andere Bedeutung hat, als in der Welt, die juristisch gesehen meinen „Lebensmittelpunkt“ bildet.

    Ich lasse es einfach geschehen und weiß, dass wir Blogger niemals leerlaufen, sondern jede Phase des Nicht-Lieferns eine Phase des Schöpfens ist.

    In diesem Sinne, ganz liebe Grüße an Dich meine Liebe,
    Polly

    • kea
      Reply kea Januar 1, 2016 at 5:07 pm

      Thihi, und wie ich geschmunzelt habe, liebe Polly, denn ich war mir der Absurdität meines Postings sehr bewusst 😀 Zumal ich sie ja nicht sehr lange eingehalten habe, meine Pause – trotzdem blogge ich weiterhin nur das, das sich gut und authentisch anfühlt, denn stressen lassen möchte ich mich eigentlich überhaupt nicht – schon gar nicht zu Beginn des neuen Jahres 😉 Ein wunderbares 2016 für dich übrigens! Und ich kann das toootal gut verstehen, ich bin ja nur sehr gelegentlich Sozia bei meinem Mann und habe so einen kleinen Eindruck davon, wie gut man seine Gedanken fließen lassen und ordnen kann, wenn die Landschaft an einem vorbeizieht und man dem weiten Horizont entgegen fährt. Also hoffe ich allerspätestens auf die ersten schönen Tage, an denen du uns wieder mitnimmst auf deine Routen! Und dass Phasen des Nicht-Lieferns Phasen des Schöpfens sind, hätte ich nicht schöner sagen können – genau so! Fühl dich herzlich gedrückt! Kea

  • Reply Elisa Zunder Januar 8, 2016 at 11:58 am

    Ach, bin ich froh, dass ich deinen Blog über eine Facebook-Grupe entdeckt habe, denn hier kann ich echt ewig lesen und dir dabei die ganze Zeit zustimmend zunicken. Manchmal braucht man eine Schreibpause, kann nicht immer abliefern und das zu erkennen ist der Knackpunkt. Hier muss man den inneren Druck, den man sich selbst auflastet auch mal verpuffen lassen, da Beiträge die unter diesen Bedigungen verfasst werden meistens nicht rund sind und auch nicht ankommen. Ich denke, dass der Leser merkt, dass man nicht in Höchstform ist und einfach etwas rausgeben will.
    Ich habe mir auch angewöhnt in solchen Momenten innezuhalten, offline zu gehen, zu entspannen und genau dann passiert es und die Blockade löst sich von selbst. 😉

    Liebst, Elisa

  • Reply Macht bloggen glücklich? - hello mrs eve - poetry & furniture Dezember 12, 2016 at 5:59 pm

    […] – ich schrieb über die Überästhetisierung der Blogosphäre, über achtsames bloggen und Blog-Blockaden. Ich suchte Auswege, meinen eigenen Weg und fiel doch immer wieder zurück in den Mainstream. Ganz […]

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