Autorin auf Reisen Selbstfindung

#Wag Es! Wie ich den digital Detox schaffte!

Juli 27, 2016
digital Detox

Ob es absurd ist, mit einem Artikel über die online-Abstinenz ausgerechnet an einer Blogparade teilzunehmen? Ja, vielleicht. Aber nur auf den ersten Blick. Die #WagEs-Blogparade vom female empowerment-Netzwerk Fielfalt dreht sich nämlich um eine wichtige Veränderung, die wir diesen Sommer endlich angepackt haben! Und in meinem Fall ist das: der digital Detox. Dafür bin ich in wahrhaft kaltes Wasser gesprungen. Genauer gesagt, in österreichisches Quellwasser.

Angefangen hat alles vor sieben Tagen, als ich mit Sonnencreme, Badeanzug und einer Menge Bücher gemeinsam mit meinem Lieblingsmann Richtung Leogang davonfuhr. Eine ganze Woche lang wollte ich nichts anderes tun, als lesen, an meinem Roman schreiben, die Sonne auf der Haut spüren und meine Fußzehen in eiskalte Bergbäche dippen. Das war der Plan – und er ging sowas von auf!digital Detox

digital Detox

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Nicht zuletzt, weil ich das hotelinterne WLAN sehr stiefmütterlich behandelte, o-b-w-o-h-l- es selbst auf der Alm vollen Ausschlag hatte! Ich wagte es! Ich machte es war, das online-Fasten. So oft hatte ich es anvisiert und dann kurz vorher doch noch dran vorbeigeklickt. Offene Tabs traten bei mir im Rudel auf. So sehr ich meinen Blog liebe, er hat mich an den Rand des Wahnsinns gebracht. Wenn ich einen Tag lang meine facebook-Chronik nicht upgedatet hatte, kaute ich schon an der Tischkante! Ständig forderten interessante Artikel aus der Blogosphäre meine Aufmerksamkeit, ich wollte alles lesen, kommentieren, immer ein Ohr haben am Grundrauschen dieses gigantischen Kommunikations-Netzwerks. Bis ich beinahe einen digitalen Hörsturz erlitt.

digital Detox

Größere Reichweiten, stärkere Interaktionsraten, alle Kommentare zeitnah beantworten, am Besten jetzt gleich, 24 h am Tag, ohne Pause oder Feiertage. Ich musste erst über die Landesgrenze fahren, um zu merken, dass ich atemloser war als Helene Fischer.
Aber in Österreich kannte ich mich nicht, dort war ich keine Bloggerin. Dort war ich für sieben Tage ein anderer Mensch. Ich konnte mich neu erfinden und endlich das wahrmachen, wovon ich insgeheim schon wochen- wenn nicht monatelang geträumt hatte – ein Leben, das viel weniger online und viel mehr im gegenwärtigen Moment stattfindet.  Und BÄHM! Ich setzte auf ziemlich kalten Entzug! Plötzlich war da kein Reaktionszwang mehr, der Arbeits-Laptop landete in der Ecke und ich im Liegestuhl.

Der digital Detox bezieht sich in meinem Fall nicht nur auf die social media – sondern auf das Internet überhaupt. Keine endlosen Couch-und-Laptop-Sessions. Kein sinnloses Link-Hopping.

Meine Regeln:

– Morgens 15 Minuten online, abends 15 Minuten online. An Tagen, an denen ein neuer Beitrag online geht, 15 Minuten extra nach der Mittagspause.

– Ausnahmen: gezielte Informations-Suche für den Job, Wetter etc. Wenn ich fertig bin: Weg vom Browser oder gleich vom Gerät!

– Das Mailprogramm ist aus, wenn ich konzentriert an Aufgaben sitze und wird erst danach wieder gecheckt.

– Ab 18 Uhr ist mein Mailprogramm grundsätzlich aus.

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Ich hätte das Zuhause vermutlich nie geschafft. Schon so oft habe ich es mir vorgenommen. Aber die Versuchung lag so nahe, die Macht der Gewohnheit war zu groß. Wenn man jeden Tag von der Arbeit im Grafikprogramm geschmeidig in die unendlichen Weiten des Netzes hineingleitet und dafür nicht mal mehr bewegen muss, als den Zeigefinger – dann tut man es.

Jetzt, eine Woche später, erhellt sich mir durch das Buch „Schöpfer der Wirklichkeit“ von Joe Dispenza – eine Empfehlung aus dem Interview mit Life Coach Laura Seiler auf Theresa’s Blog the waitress – warum mir bei unseren südlichen Nachbarn gelang, was ich in Berlin und Wiesbaden nicht schaffte: Es ist irrsinnig schwierig, sein Gehirn neu zu verschalten, wenn die tägliche Umgebung dieselbe bleibt. Wenn man jeden Morgen seinen eingeschliffenen Gewohnheiten nachgeht, wieso sollte das Hirn dann plötzlich nicht die gewohnte fünfspurige Neuronen-Autobahn nehmen, die wir jahrelang gemütlich plattgefahren haben und sich mühsam durch den dichten Dschungel des Neulands schlagen? Eben.

Wenn ihr also dabei seid, ein neues Mindest und neue Gewohnheiten zu etablieren: wie wäre es mit einem Tapetenwechsel? Für mich war genau das der Weg zum Erfolg!

Na gut, dass ich mit der forsthofalm, im ungefähr schönsten Holz-Hotel war, vor dem eine Alpenkuh je gegrast hat, hat vielleicht ein bißchen geholfen. Das Bio & Wellness-Hotel mit unverschämt schickem Pool mit Aussicht auf dem Dach war für mich ein Volltreffer ins Herz! Von den entspannenden Massagen, über Meditations- und Yogakurse, das allzeit verfügbare Kräuterwasser (yummi) bis zur Bio-Küche blieben hier wirklich so gar keine Wünsche offen.
digital Detox

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Aber das führt mich direkt zu meinem zweiten Tip für das erfolgreiche Etablieren neuer Denkmuster: Anker setzen, die eure Sinnesorgane berühren!

Mein neues offline Österreich-Lebensgefühl habe ich mit dem Bio-Duschgel mit ätherischen Ölen von Rose, Kamille, Minze, Rosamrin, Salbei, Fichte und Wachholder verknüpft und schäume mich jeden morgen nun auch Zuhause mit diesem wunderbaren Duft ein. Außerdem habe ich mir von einem besonders schönen Alm-Ausflug einen Stein mitgenommen, der gut in der Hand liegt – er passt in jede Hosentasche und erinnert mich auch unterwegs daran, das Smartphone in der Hosentasche zu lassen.

Übrigens ein netter Neben-Effekt, wenn man die Inernet-Dauerberieselung weglässt: Da werden neue Kapazitäten frei! Meine Sinnesorgane erlebten ein wahres Feuerwerk – der Duft nach Holz, der das ganze Hotel durchzog. Die Eiseskälte der gletscherblauen Flüsse. Das Zirpen der Grillen nachts auf den Wiesen. Der Wind in den hohen Bäumen und ein Schlaf, den ich so tief vermutlich das letzte Mal als Baby nach zwei Portionen Karottenbrei genossen habe.

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All diese Eindrücke schärften sich mir ein wie unter dem Vergrößerungsglas: Weil es nichts zu tun gab, weil ich einfach da sein konnte, ganz gegenwärtig, ganz friedlich und ohne innere Deadlines. Tausendmal besser als online. 100 % echt. Wirklichkeit.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl packte ich nach einer Woche Ruhe meine Koffer und tauschte Alpenpanorama und Kühe wieder gegen Laptop und Katzen. Ob ich rückfällig geworden bin? Ich gebe zu: Es hat mich in den Fingern gejuckt. „Komm doch, nur ein paar Minuten!“ Mein innerer Schweinehund säuselte mir in’s Ohr.digital Detox

But no! Ich habe mein neues Ich viel zu sehr geliebt, als dass ich es jetzt kampflos aufgegeben hätte! Also habe ich den Computer am Sonntagabend weit weg vergraben und mich stattdessen auf’s Sofa gesetzt. Und einfach mal gewartet, was so an Impulsen kam. Erinnerte mich direkt an mein analoges Leben, das ich bis zu meinem 20. Geburtstag hatte, in Zeiten, in denen ich einmal die Woche im Internet-Café vorbeischaute.

Ich habe dann meine Handtasche entrümpelt. Eine Meditation gemacht. Einen ziemlich guten Plan dafür, wie ich nach dem Urlaub nicht gleich wieder in die Arbeits-Stress-Mühle komme. Eine kreative Idee für ein Postkarten-Design entwickelt. Irgendwie besser, als mit Rückenschmerzen und glanzlosen Pupillen auf den Bildschirm zu starren und nebenher ein lieblos geschmiertes Brot in mich hineinzustopfen. Oder?

digital DetoxIch will dran bleiben! Ich will meinen Sprung in’s analogere Leben als Ausgangspunkt nehmen und genau so weitermachen. Weil ich glaube, dass auch das reichen wird, um meinen Blog am Leben zu halten. Ich werde eure Kommentare künftig vielleicht nicht mehr ganz so fix beantworten können, seht es mir nach. Vielleicht sitze ich dann gerade irgendwo und tippe an meinem Roman. Und seid sicher: Ich beantworte sie! Immer! Nur mit etwas weniger Hektik 🙂 Eine halbe Stunde surfen am Tag – den Rest hast du frei! Probierst du es auch?

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26 Comments

  • Reply Lisa Juli 27, 2016 at 7:09 am

    Ach Kea, das klingt so schön und deine Fotos sind einfach malerisch. Ich bin wahnsinnig stolz auf dich und kann mich genau in deine Worte rein fühlen! Meine eintrudelnden Mails machen mich zeitweise auch wahnsinnig und die schmerzenden Augen inkl. Rückenschmerzen sind mir nicht unbekannt. Ich sehne mich in letzter Zeit auch immer mehr nach dem „wahren“ Leben, zurück in alte Zeiten in denen die digitale Welt unseren Alltag noch nicht so beherrscht hat – ich hatte gestern einen ebenfalls sehr schönen Moment in einer Berliner Bibliothek (an den ich beim Lesen deines Textes direkt denken musste). Meine Mitgliedskarte wurde (nach 3 Jahren!) endlich erneuert und ich verlor mich direkt in den Gängen zum Thema Kunst. Hier fühlte ich mich sofort in meine Jugend zurückversetzt und wollte Laptop, Handy & Co nur noch gegen Stift, Papier & Farbe tauschen. Diesen Impulsen sollten wir viel öfter folgen und uns das ganze Thema ‚digitaler Detox‘ wirklich mehr zu Herzen nehmen 😉 Genieß es & lass dich nicht stressen! Liebe Grüße, Lisa

    • kea
      Reply kea Juli 27, 2016 at 11:55 am

      Meine Liebe, mein Mittagspausen-online-Nachtisch hat noch 4 Minuten, für einen Kommentar reicht das noch 🙂 Wie schön, dass mein Artikel dir so aus dem Herzen spricht! Und ich habe deinen analogen Bibliotheks-Moment richtig vor Augen – wenn man wieder die Freude am unmittelbaren Tun spürt, an Kreativität, die nicht nur am Bildschirm Ausdruck findet, sondern unter den eigenen Händen entsteht. Ich wünsche dir, dass du diesen tollen Moment noch mit dir nehmen kannst in den Alltag und immer wieder Lücken zulässt, um genau dort hinzugehen: an deinen eigenen, inneren Ort, der so gar kein WLAN braucht! Wir jetzt Mit- und Endzwanziger haben das unfassbare Glück, wie ich finde, noch ohne das Netz aufgewachsen zu sein – wir müssen uns nur erinnern! Die Synapsen sind noch da, wenn wir sie reaktivieren, können wir uns mit Sicherheit viel analoges Terrain zurückerobern. Und ich glaube, das wird uns richtig aufblühen lassen! In diesem Sinne gehe ich jetzt auf einen kleinen Spaziergang durch den Park! Liebste Grüße! Kea

  • Reply Magdalena Juli 27, 2016 at 7:19 am

    Hallo meine liebe Kea,

    das hast du wieder ganz toll geschrieben und genau auf den Punkt gebracht! Die Bilder und die Umgebung sind natürlich auch ein absoluter Traum! Aber du hast vollkommen Recht, wenn wir es nicht Zuhause schaffen – das tue ich auch nicht – müssen wir eben etwas weiter gehen und es dort versuchen. Daher liebe ich es ein, zwei mal im Jahr in die Berge nach Südtirol zu fahren und dort geht es mir dann genau so wie dir. Ich habe gar nicht mehr den Drang aufs Handy zu schauen und auch, wenn ich euch natürlich die wunderschönen Berge und die Landschaft gerne in Instagram zeigen würde, denke ich mir dann, das kann ich doch auch noch machen, wenn ich wieder zurück bin, oder etwa nicht!? Auch danach freut ihr euch sicher noch über meine Eindrücke und auch ich habe dann mehr davon, denn so kann man den Urlaub revue passieren lassen. Ja und genau das mache ich jetzt bald wieder, die nächsten beiden Beiträge wird Liz übernehmen und ich kann ganz entspannt in den Urlaub starten. Wenn man zu zweit einen Blog führt ist das natürlich super praktisch, wenn der andere mal einen Termin übernehmen kann. Das weiß ich sehr zu schätzen. Und so übergebe ich Liz alles für diese Zeit und mein Handy kann den ganzen Tag im Hotel bleiben, während ich die Natur genieße. Auch all meinen anderen Kunden und Auftraggebern sage ich kurz vorher Bescheid, so weiß ich, dass sich keiner melden wird und ich gar nicht nachschauen muss!

    Das Konzept danach Zuhause weiter auszuführen ist natürlich wesentlich schwerer, aber du hast du ja schon ein paar gute Ansätze gefunden! Ich denke wir sollten daran festhalten, so wird unser Leben auf jeden Fall etwas leichter! 🙂

    Ich sende dir ganz liebe Grüße und freue mich wieder von dir zu hören,
    Magdalena

    • kea
      Reply kea Juli 27, 2016 at 5:15 pm

      Liebe Magdalena, schön, dass du bereits ganz ähnliche Erfahrungen machen konntest und es dir auch so geht, dass die Veränderung dir in ungewohnter Umgebung leichter fällt – ich glaube, das ist ein ganz entscheidender Faktor! Zu zweit habt ihr es da natürlich wirklich gut, so ist der Blog nie ganz unbetreut und ihr könnt euch trotz der Auszeit total entspannen und einfach die andere Blog-Hälfte machen lassen 🙂 Das ist ein echter Vorteil vom Bloggen zu zweit! Der Übergang in den Alltag ist dann natürlich der neuralgische Punkt – aber ich bin jetzt nach 10 Tagen noch viel zu euphorisch über mein „neues Leben“, als dass ich mir Sorgen mache, rückfällig werden zu können. Es ist irre, was das alles verändert hat! Nun war mein Internetkonsum vorher allerdings auch wirklich extrem – der Griff zum Handy geht einfach so easy, das hat völlig Überhand genommen. Jetzt habe ich, das erste Mal seit langem, das Gefühl, dass mein Leben wirklich „gelebt“ wird. Wenn das nicht Motivation genug ist, oder? Ich wünsche dir immer wieder entspannende Auszeiten in den Bergen oder überall, wo es schön ist! Und du hast absolut recht: Urlaubsimpressionen müssen nicht live übertragen werden, auch danach können wir noch darüber staunen 🙂 Liebe Grüße zu dir! Kea

  • Reply Carmen Juli 27, 2016 at 7:39 am

    Wieder mal: Vollste Zustimmung! Ich versuch auch grad, die Zeit zwischen Arbeit = online und Freizeit = offline gut zu splitten. Nicht ganz so radikal, wie du das schilderst – aber bei mir steht ja auch der Urlaub noch aus im August, für den ich grad brav vorarbeite 🙂
    Freut mich jedenfalls sehr, dass es dir in meiner Heimat ao gut gefallen hat und deine Mission geglückt ist. Ich drück dir die Daumen, dass du das weiterhin umsetzen kannst. Aber sei dabei auch nicht zu streng mit dir! Urlaub und Tapetenwechsel ist ja doch noch mal eine andere Ausgangssituation. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass du das schaffst – und mir ist ganz egal, wie flott deine Antworten kommen (ich schau eh auch nicht so oft nach ;-)), hauptsache, sie kommen! :-*
    Alles Liebe fürs zuhause wieder Durchstarten!
    Carmen
    http://www.goodblog.at

    • kea
      Reply kea Juli 27, 2016 at 5:19 pm

      Hallo meine Liebe! Ohja, deine Heimat hat mich umgehauen, ehrlich! Es ist wundervoll! So sattes Grün überall, so gute Luft! Wo geht es denn hin im August? Ich wünsche dir auf jeden Fall eine erholsame und sonnige Zeit 🙂 Momentan brauche ich die Strenge noch ein bißchen, schließlich bin ich ja erst ganz frisch auf Entzug, haha. Mit der Zeit kann ich das vielleicht lockerer sehen, aber momentan tun mir die klaren zeitlichen Grenzen ganz gut, um nicht aus Versehen in alte Muster zu rutschen und dann den „oh, was, so spät schon“-Effekt zu erleben 😀 Liebe Grüße in’s nun von mir ganz heißgeliebte Österreich! Kea

  • Reply Daniela - Libellenglück Juli 27, 2016 at 8:00 am

    Liebe Kea,
    dieser Artikel rührt mich zu Tränen. Warum? Weil er mich daran erinnert, wie viel „Leben“ wir in der digitalen Welt leben und wie wenig im Hier und Jetzt.

    Vor drei Wochen, als mich das Leben im Hier und Jetzt auf den Boden der Tatsachen ohne Glitzer zurückholte, verspürte ich mehr den je den Drang, alle Apps, vor allem Facebook und Co. zu löschen. Aber dann ist da ja noch das kleine Baby libellenglück (was seit drei Wochen leider keine Zuwendung erhält, weil es gerade leider nicht geht). Und zack, ist man im Zwiespalt. Du kennst das Gefühl wahrscheinlich.

    Dennoch, auch ich will es versuchen. Erst heute morgen im Auto auf dem Weg zur Arbeit dachte ich daran, wie ich es anstellen kann, weniger vor dem Smartphone und mehr im Leben zu sein (ehe ich dann auf dem Weg durch die Kölner Innenstadt doch wieder mein Smartphone in der Hand hatte…) Es ist ein Teufelskreis. Ich bin mit meinem Hobby Filofaxing ja schon sehr analog unterwegs. Inspirationen (und Ablenkung) gibt es natürlich in den Weiten des Web. Und davon viel. Es verleitet. Hält auf. Wertvolle Zeit verrinnt.

    Aber auch ich werde den #digitaldetox jetzt in Angriff nehmen. Den Anfang mache ich auf Borkum. Das wird dein Österreich. Das Meer und die Sonne werden mir dabei helfen. Ich danke dir sehr für deinen Artikel und die Bestätigung darin, die Welt doch noch mit den richtigen Augen zu sehen. Denn wir kennen diese Welt ohne Smartphone noch. Und was soll ich sagen: Sie war gut! Nicht schlechter oder besser. Einfach gut!

    Alles Liebe und viel Erfolg beim Durchhalten,
    Daniela

    • kea
      Reply kea Juli 27, 2016 at 5:23 pm

      Oh wow, Daniela, das wiederum berührt mich sehr! Denn ja, sie war gut, die analoge Zeit! Und ich bin sicher, du kannst dir dein Stück davon auch zurückholen – eben in dem Maße, wie es dir gut tut, denn darum geht es ja. Ich glaube, wir spüren eigentlich ganz genau, wann uns das Internet dienlich ist und wann es eigentlich eher andersherum ist und wir von Werbetreibenden, Begehrlichkeitsweckern und findigen Textern von Link zu Link weiter in den digitalen Sog gezogen werden. Was dir gut tut, das tu ruhig. Ich glaube, du hast da einen sensitiven Kompass 🙂 Für die Zeit auf Borkum ganz ganz viel Erholung, Wind im Haar, Sonne im Herzen und Ruhe im Kopf! Ich kann dir sagen: ich war ein echter online-Junkie und habe den Absprung gewagt. Das schaffst du mit Links! Liebe Grüße!!! Kea

  • Reply Johannes Juli 27, 2016 at 8:01 am

    Hallo Kea,
    das ist ein ganz wunderbarer Artikel. Ich versuche es tatsächlich auch, leider mit wenig Erfolg. Die Macht der alten Routinen ist unfassbar groß, ich habe riesigen Respekt davor, wenn man es schafft ein „gesundes“ Internetverhalten (als Blogger*in) an den Tag zu legen.
    Viel Erfolg

    • kea
      Reply kea Juli 28, 2016 at 5:52 am

      Hallo Johannes, wie schön, dass du dich zu Wort meldest 🙂 Ich glaube, in meinem ganz normalen Alltag hätte ich das auch nicht geschafft: Dafür habe ich definitiv ein paar Tage Auszeit gebraucht, in denen ich dann am eigenen Leib erfahren konnte, WIE gut mir das tatsächlich tut – klar, man ahnt das schon, aber dann ist man doch oft zu bequem. Nachdem ich es dann selbst gespürt habe, hat es „Klick“ gemacht. Vielleicht ist ja auch eine etwas weniger radikale Form für dich drin. Und natürlich ist es für Menschen, die bloggen, eine große Herausforderung – ein Rädchen, an dem du drehen kannst, bleibt aber immerhin deine private online-Zeit. Gerade, wenn der Übergang von Arbeit/Blog zur Freizeit nur ein Mouseklick ist, fehlt oft das Gefühl von wirklicher Entspannung. Ich hoffe deshalb, dass ich auch langfristig merke, dass digital detox und bloggen auch zusammen geht. Denn aktuell möchte ich nicht nur eine Fasten-Kur draus machen, sondern eine dauerhafte Ernährungsumstellung 😉 Ich berichte euch, wie es weitergeht! Liebe Grüße! Kea

  • Reply Nadine - breukesselchen Juli 27, 2016 at 8:04 am

    Du Süße! Was für ein schöner morgentlicher Flash mit so schönen Einblicken und Bildern!
    Tja, wenn deine Blogposts in meinem Emailaccount landen, muss ich immer diese gleich lesen. Das werde ich bestimmt auch in Zukunft tun, doch ich kann ich sehr gut verstehen. Ich verhettere mich oft im Internet, lenke mich ab und verliere den Fokus.
    Auch das möchte ich gerne ändern. Als ich deinen Text las, wurde mir mal wieder klar, warum ich mir mit dem Social-Media-ständig-präsent-sein auch so schwer tue. Warum ich kaum etwas in FB poste, obgleich das mein Blog und später auch mein Business doch nötig hätte. Mein Inneres sträubt sich vor all diesem Druck. Ich will es und ich will es auch nicht. Tja, und daher ist da diese Leere, die jeder Marketingexperte als absolut vernichtend empfinden würde. Hmm, doch ich bin das nun mal auch nicht. Ich möchte dann was sagen, wenn ich denke, es macht Sinn. Ich möchte dann was posten, wenn ich was neues zu erzählen habe. Okay, ich bin auch zu zögerlich. Dennoch, dein digital-Detox ist gut für meine Kreativität. Ich werde mal gucken, wie ich in meinen Alltag das umsetzen werde.
    Danke für deine schönen Bilder und den super Input. Man sollte sich sein Leben mit den eigenen Regeln so gestalten, wie es einem gut tut. Nur dann ist es die beste Version von uns und wir bleiben authentisch. <3
    Alles Liebe, Nadine

    • Reply Nadine - breukesselchen Juli 27, 2016 at 8:25 am

      Oh, und ich habe mal angefangen, immer 30min bzw. 1Stunde-Zeitfenster per Timer zu setzen, damit ich mich auf etwas besser konzentrieren kann. Doch bisher ist es noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen… 🙂

      • kea
        Reply kea Juli 28, 2016 at 5:59 am

        Hey meine Liebe! Ganz im Ernst: Scheiss auf die Marketingexperten ( sprach die Grafikerin, haha)! Wir verdienen Geld, um uns einen gewissen Lebens-Standart leisten zu können, der uns Freude macht. Und während wir das versuchen, verbiegen wir uns selbst, hören auf Marketing-Ratschläge und quetschen aus uns ein Dauerfeuer für die social Media Kanäle, bis wir uns völlig müde und erschöpft und entfremdet von uns selbst fühlen? Das macht keinen Sinn. Denn die Ausgangslage von all dem war ja, dass es dir gut gehen soll und du Freude hast. Ich weiß, diese Meinung ist vielleicht unpopulär aktuell, aber ich glaube, dass man einen Weg für sich finden kann, seinen Blog und/oder Business so zu gestalten, dass man sich authentisch und wohl fühlt damit. Die online-Präsenz ist kein Zwang. Und zur Not lässt du das jemand anderen für dich machen eines Tages. Wie oft stecken wir in Gedanken fest wie :“Ich sollte das doch eigentlich können/wollen“ – wenn wir diesen Gedanken loslassen können, öffnen wir unser Hirn für neue Lösungswege: Dann entsteht neue gedankliche Kapazität, wie wir einen anderen Weg finden können, der zu uns passt. Der Timer ist doch ein toller, erster Schritt! Und natürlich brauchen solche neuen Routinen Zeit, sich zu etablieren, gib sie dir 🙂 Ich drücke dich!!! Kea

  • Reply Yvonne | Mohntage Juli 27, 2016 at 9:21 am

    Liebe Kea, ich sitze heftig nickend vor dem Bildschirm. Ich bin staunend und mit Gänsehaut an der Formulierung „Grundrauschen“ und „digitaler Hörsturz“ hängen geblieben. Du sprichst etwas an, dem vermutlich alle verfallen, die beschlossen haben in diesem riesigen Teich des World Wide Wahnsinns zu schwimmen: Das Gefühl der kompletten Überwältigung. Ich liebe meinen Blog genauso sehr wie den Austausch und das Dazulernen. Daran hängt jedoch ein dickes, fettes „Aber“: Manchmal habe ich so viele Ideen, Ansätze und Projekte, an denen ich am liebsten parallel, sofort und ohne Aufschub arbeiten will, dass mein Hirn es nicht mehr greifen kann. Ich spüre das, wenn ich versuche einzuschlafen oder zu entspannen. Ich brauche lange, bis meine Gedanken aufhören Kreise zu ziehen wie ein Haifisch im Tank. Am vergangenen Wochenende war ich mit meiner besten Freundin in Luxemburg in einem Spa Hotel. Glaubst Du, ich habe die ersten zehn Minuten meiner Massage abschalten können? Nein. Und das hat mir zu denken gegeben.
    Für meinen Sommerurlaub nächste Woche werde ich es deshalb ganz genau so machen wie Du. Ich werde zwar Beiträge planen, die bereits geschrieben sind und die dann online gehen, aber ich werde mich hüten, im Urlaub auf dem Blog, Instagram, Facebook, Twitter oder Pinterest herumzusurfen. Das wird hart, aber ich freue mich so sehr auf Frankreich und unser Häuschen direkt am Meer, dass ich die Nase im Wind und nicht vor dem Touchscreen haben will!

    Danke für Deinen tollen Input! (Und den Link zum Hotel)

    Ganz liebe Grüße von der anderen Rheinseite
    Yvonne <3

    • kea
      Reply kea Juli 28, 2016 at 6:47 pm

      Hallo liebe Yvonne! Wow, wie toll, dass der Artikel so viel in dir ausgelöst hat! Dein Beispiel mit der Massage ist gut, so ging es mir auch oft – man ist so überflutet mit Reizen, dass man ewig braucht, um runterzukommen. Darf ich fragen, ob du meditierst? Mir hat die tägliche Praxis im 7 AM Club von Laura Seiler total geholfen – ach, was sag ich, ohne den hätte ich vermutlich auch nie den Mut gehabt, so einen radikalen Schnitt zu machen! Ich würde es ja auch absolut verstehen und okay finden, wenn du während deines Urlaubs auch deinen Blog in die Ferien schickst – ich weiss, das klingt erstmal gruselig, man ist ja so drin im Blogger-Hamsterrädchen. Aber es tut nicht so weh, wie man vorher denkt, versprochen 😉 So oder so, genieße das savoir vivre und grüß bitte das Meer von mir, das hab ich schon viel zu lang nicht mehr gesehen! Ich schicke dir liebe Grüße, Kea

      • Reply Yvonne | Mohntage August 2, 2016 at 9:56 am

        Hey Kea. Ich freue mich auch, denn zu lesen, dass man nicht allein ist mit temporärer Überwältigung und Ideenüberfülle tut wirklich gut. Du darfst auch gerne fragen. Meditiert habe ich bisher nicht. Ich habe meist immer zu Musik oder einem Hörbuch gegriffen, bei dem ich zuhören und abschalten konnte … was im Nachhinein betrachtet auch nur eine andere Form von Beschallung ist. Berlin ist aber leider zu weit weg. Trotzdem würde ich das gerne mal ausprobiern. 🙂 Kannst Du eine Gruppe im Rhein-Main-Gebiet empfehlen?
        Was mir gut tut … auch wenn es nicht danach klingt … ist das Muay Thai. Ich habe vor einem halben Jahr angefangen und neben der fehlenden Fitness, die sich langsam aufbaut, genieße ich es, dass ich für 2 Stunden 2x pro Woche komplett abschalten kann. Man konzentriert sich so sehr auf den eigenen Körper, die Bewegung und den Partner im Sparring, dass man an buchstäblich nichts Zusätzliches mehr denken kann. Großartig 😉 Aber eine weniger fordernde bzw. brutale Form der geistigen Entspannung wäre sicher auch etwas für mich. Die Grüße ans Meer werden ausgerichtet und mittlerweile habe ich sogar den Mann soweit, dass wir unsere Smartphones auf Flugzeugmodus stellen und das Tablet zu Hause lassen. Ein Offline-Urlaub steht ins Haus… ich bin sehr gespannt wie das wird. 🙂 Liebe Grüße und Danke für Deinen tollen Input <3

        • kea
          Reply kea August 2, 2016 at 4:55 pm

          Liebe Yvonne, ha, da habe ich großartige News für dich: der 7 AM Club ist ein online-Seminar und deshalb, tadaaa, für jederfrau zugänglich 🙂 Es gibt mittlerweile Teilnehmer aus Spanien, LA, Asien usw.! Das Ganze wird von Laura geleitet, es gibt einen gemeinsamen Chat, in dem sich die Teilnehmer mit ihr und untereinander austauschen können – ich habe schon einige Freundinnen infizieren können mit dem 7 Uhr Morgens-Fieber und sie sind alle begeistert! Man geht mit so viel mehr Schwung, Freude und Fokus in den Tag! Schau’s dir doch mal an, es ist kostenfrei 🙂 http://lauraseiler.com/7am-club/
          Sport ist natürlich auch eine supergute Methode, den Kopf frei zu bekommen und gleichzeitig seine eigene Stärke zu spüren. Zum Glück schließt sich ja beides nicht aus, im Gegenteil 🙂 Wie schööön, dass dein Herzensmann mitzieht bei der digitalen Auszeit, das finde ich richtig Klasse! Ich bin sicher, ihr werdet eine supertolle, entspannte Zeit haben und jede Menge „quality-time“, wie es so schön heißt 🙂 Liebe Grüße! Kea

          • Yvonne | mohntage August 17, 2016 at 3:09 pm

            Liebe Kea, ich bin zurück und wollte nur Bescheid sagen, dass es eine Wohltat war 🙂 Anfangs ist es tatsächlich schwer gefallen, aber irgendwann habe ich alles zurückfahren können bis auf genießen, erkunden, herumliegen und Hörbuch hören. Nicht lesen, nicht stricken… nur entspannen. Toll <3 Und das mit dem Seminar probiere ich doch dann mal aus 😀 Ich bin zwar kein early bird, aber ich versuche es.

            Liebe Grüße,
            Yvonne

  • Reply Tabea Juli 27, 2016 at 5:57 pm

    Wie du den Digital Detox umsetzt, finde ich klasse!
    Vor Drei Jahren habe ich mal mit einem Freund gemeinsam komplett als Herausforderung auf das Internet. Das war echt spannend, aber seit dem war ich nur noch wenig komplett offline – halt wenn es im Urlaub kein Wlan gab. Social Media ist bei mir aber kein Problem, eher die Blogs, die ich wirklich liebe. Sie veröffentlichen nämlich sooo viel, was mich interessiert, dass die Zeit manchmal nicht reicht.

    Deine Gedanken habe ich mal für meine Linktipps gespeichert 🙂

    Liebe Grüße

    • kea
      Reply kea Juli 28, 2016 at 6:50 pm

      Hallo liebe Tabea, ich freu mich, dass Artikel und Hotel-Empfehlung dir so zusagen 🙂 Mit den Lieblings-Blogs sprichst du einen wunden Punkt an, der mich jetzt in meiner zweiten digital detox Woche auch erwischt hat – denn denen zu folgen, das ist mit 30 Minuten online-Zeit am Tag und zwei eigenen Blogs einfach nicht möglich und ich vermisse sie! Deshalb habe ich mit heute eine neue Regel erdacht: Am Samstag nach dem Wochenendeinkauf gehe ich meine Blogroll durch. Für eine Stunde, als richtige Zeremonie mit Tee und Ruhe an einem schönen Ort in der Wohnung. Aber mindestens genauso genussvoll, wie man sich mit einem guten Buch hinsetzt. Danach ist dann aber auch wieder Schluss und der Rechner wird zugeklappt. Ich glaube, das ist ein ganz sinnvoller Kompromiss, vielleicht ist so eine ganz bewusste Blog-Stunde ja auch für dich eine Idee? Liebe Grüße! Kea

  • Reply Gitta August 12, 2016 at 9:32 am

    Wunderschön geschrieben !!! Und du hast damit definitiv wieder den Ansporn dafür geliefert, OFFLINE zu gehen. Hin und Wieder. Um einfach mal zu reseten und den Kopf frei zu bekommen. Die Bilder zeigen, wie unendlich schön die ländliche Idylle sein kann, die man auch einfach mal genießen muss.

    Liebe Grüße
    Gitta // http://www.gittawitzel.com

    • kea
      Reply kea August 12, 2016 at 11:21 am

      Liebe Gitta, vielen Dank für das Kompliment!! 🙂 Ich kann auch nur sagen, dass das vermehrte offline-sein in meinem Leben ganz wunderbare Effekte hatte und es jedem nur ans Herz legen. Österreich hat natürlich enorm dabei geholfen, denn in so einer schönen Umgebung ist man ja fast wunschlos glücklich 🙂 Liebe Grüße zu dir! Kea

  • Reply Jule September 9, 2016 at 9:08 am

    Liebe Kea,

    danke für den Beitrag! Er ist wirklich sehr bereichernd und beschreibt eigentlich genau das, was ich mir seit Monaten vorgenommen habe – und es bisher leider noch nicht umgesetzt habe. Ich hoffe, ich schaffe es bald, diesen Schritt ebenfalls zu gehen. Danke! <3

    Und danke auch für diesen genialen Satz: "Ich musste erst über die Landesgrenze fahren, um zu merken, dass ich atemloser war als Helene Fischer." 😀

    Viele liebe Grüße,
    Jule

    • kea
      Reply kea September 9, 2016 at 3:46 pm

      Ach, wie schön, ich danke dir für deine Rückmeldung! Und ich kann nur sagen: Ja! Wag es! Der Unterschied, den diese Entscheidung in meinem Leben gemacht hat, ist enorm. Einige Wochen später bin ich nicht mehr ganz so spartanisch mit dem Internet, sondern kann es mittlerweile genau so genießen, wie es mir gut tut: Wenn ich etwas suche oder teilen möchte, bin ich online, aber die meiste Zeit schalte ich lieber ab und kann das dann auch wirklich in Ruhe und ohne Sucht-Druck genießen 😀 In diesem Sinne: Hab eine wunderbare Auszeit, wann immer du den Moment findest, in dem es dir richtig erscheint! Liebe Grüße, Kea

  • Reply Macht bloggen glücklich? - hello mrs eve - poetry & furniture Dezember 12, 2016 at 5:54 pm

    […] Sommer hatte ich für ein paar Wochen den digitalen detox gewagt und so sehr davon profitiert. Aber eine Erkältung brachte den ehemaligen online-Junkie wieder back […]

  • Reply Wochenglückblick {11/17} - Borkumhochzeit und Creativ(a)zeit - libellenglück März 17, 2017 at 5:07 pm

    […] ich Euch etwas verraten? Es hat so gut getan. Schon Kea von hello mr. eve hat vergangenes Jahr eine Digital-Detox gemacht und ich wollte es seitdem immer auch einmal tun, aber Insta, Facebook & Co. haben mich […]

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