Blogger-Leben

Selbstversuch: Eine Woche täglich bloggen.

Oktober 6, 2015

Ich habe es am Montag getan. Am Dienstag gleich wieder. Auch die Wochenmitte, der Donnerstag und der Freitags-Endspurt standen ganz im Zeichen des Bloggens. Eigentlich wollte ich ja nur einen Post schreiben über meine Lieblingsbilder aus der at{mine}-Community, aber dann waren es einfach viel zu viele schöne Fotos und ich zwar quasi gezwungen, eine ganze at{mine}-Woche daraus zu machen. Die erste Woche, seit es hello mrs eve gibt, in der ich 5 Tage am Stück hintereinander wegbloggte. Und wie sich das angefühlt hat, erzähle ich euch heute.

Ich weiß, es gibt einige Blogger, die ihre Leser mit täglichen Posts erfreuen und die jetzt vielleicht nur müde lächeln, dass ich mit dieser Woche meine täglich-posten-Premiere feierte. Vielleicht liegt das aber auch ein wenig an meinem Thema: Interior Projekte können echte Quickies sein, ich denke da an kleine DIY-Aktionen wie besprühte Vasen oder Spontaneingebungen wie ein frischer Blumenstrauß vom Markt – daraus lässt sich in kurzer Zeit ein hübscher Blogpost machen. Aber in aller Regel brauchen meine Beiträge einfach ein bißchen Zeit – schließlich räume ich doch nicht jeden Tag die Wohnung um, wobei mein Mann das sicher anders wahrnimmt! Als Fashionblogger bleibt mir immer noch ein Schnappschuß meines OOTD (Outfit of the Day), von einem Leben, in dem ich ein SOTD, ein Sofa of the Day habe, träume ich aber noch 😉

Mein 5-Tage-Selbstversuch hatte mit den at{mine}-Bildern ja Fremdinhalte zum Thema.  Man könnte denken, das sei schnell gemacht – aber alleine die Sichtung  hunderter Fotos in den Wochen der Vorbereitung hatte es in sich! Immerhin sollten die Bilder ja meinem Konzept von täglich wechselnden Themen entsprechen. Wenn ich abends ins Bett fiel, sah ich nur noch Stühle, Teppiche und Blumenvasen vor meinem geistigen inneren Auge. Danach hieß es, auf den dazugehörigen Blogs aus England, Holland, Frankreich, Schweden, Finnland, Norwegen, Belgien und Deutschland die Kontaktadressen herauszusuchen. Mit Abstand am längsten brauchte ich dafür bei dem finnischen Blog, bei dem ich mir erst nicht einmal sicher war, welche Sprache ich hier überhaupt vor mir hatte 😉 Über 100 Mails und Antworten und Rückfragen später ging es ans Texten. Hier muss ich ein ganz herzliches Dankeschön loswerden an Lena und Natalie, die mir meine englischen Texte Korrektur gelesen haben. Denn „interior“ englisch zu sprechen, bzw. zu schreiben war definitiv eine noch ungewohnte Disziplin für mich.

Soviel also zum Ganzen unsichtbaren Drumherum, das nötig war, um meine at{mine}-week möglich zu machen. Am Montag ging es dann mit einem Gefühl im Bauch los, das ich am ehesten mit dem vergleichen würde, das ich als Kind hatte, wenn ich am Vorabend des Geburtstags zu Bett ging: Vorfreude und Schmetterlinge. Die kommenden 5 Tage verlieh ich in den Abendstunden meinen Blogposts den letzten Schliff, prüfte, ob alle Links korrekt gesetzt waren, suchte die facebook-Seiten der vorgestellten Blogger heraus, um sie morgens dann auf facebook zu verhashtaggen. Dann wurde der Post geteilt, auf den Social Media Kanälen beworben und den Rest des Tages hatte ich dann das Vergnügen, mit anzusehen, wer kommentierte, likte und teilte. In dieser geballten täglichen Form hielt es mich ganz schön auf Trab! Bei ein bis zwei Posts die Woche hat man zwischendrin genug Verschnaufspausen, wenn man aber jeder Morgen mit Bloggen beginnt, ist das noch mal ein ganz anderer Schnack! Meinen tiefsten Respekt vor allen, die tägliche Posts noch neben einem Fulltime-Job gewuppt bekommen. Neben all der Zeit, die der Blog in dieser Woche in Anspruch nahm, war es aber natürlich auch eine helle Freude, zu sehen, wie sich die teilnehmenden Blogger über die Artikel gefreut haben und hello mrs eve Erwähnung in Blogs auf der ganzen Welt fand. So war ich Teil von Kimberlys Monatsrückblick auf swoonworthy und die liebe Jenny von seasons in color schrieb mir eine herzerwärmende E-Mail und widmete meiner at{mine}-week gleich einen ganzen Artikel. Es war einfach ein einmalig tolles Erlebnis, mich mit so vielen Bloggern aus verschiedensten Ländern zu vernetzen – ausnahmslos waren sie alle unglaublich nett und Feuer und Flamme, dabei zu sein.

Meine Besucherzahlen haben sich über das tägliche Blog-Futter natürlich gefreut. Posting-Tage sind immer diese netten kleinen Peaks in der Besucher-Statistik und an fünf Tagen in Folge bescherte mir das für den September meine bisherige Monats-Bestmarke. Auch auf Facebook durfte ich dank der 5 verbloggten Tage die 400-gefällt-mir-Marke knacken.

Eine Woche täglich bloggen – Jay or Nay?

Mein Fazit: Ein bißchen von beidem. Denn die Gleichung „Je öfter ich blogge, umso mehr Traffic“ stimmt natürlich. Wenn ich also weiterhin meinen Blog täglich füttern würde, wäre das mit Sicherheit ein Wachstumsbooster. Aber mir wäre der Preis zu hoch – einfach, weil ich bei diesem Rhythmus die Qualität meiner Beiträge dauerhaft sonst nicht auf dem Niveau halten könnte, das ihr gewohnt seid. Gerade selbst geshootete Inhalte brauchen ihre Zeit und ich finde, die dürfen, ja die sollen sie auch haben. Denn bei all der Liebe, die ich in meinen Blog stecke: Wie auch in meinem Beruf als Grafikerin brauche ich hin und wieder eine kleine, kreative Atempause. Eine Zeit, in der ich zurückschaue auf das, was ich bisher geschafft habe, in der ich mich an Erfolgen freue und aus Fehlern lerne, in der ich Platz schaffe für neue Inspiration und Ideen. Und deshalb habe ich mich am Wochenende mit einem digitalen Detox verwöhnt. Mit einer ausgedehnten Wanderung durch den Herbstwald. Ganz ohne W-Lan. Dafür mit der Kamera, die die schönsten Eindrücke für euch mitgebracht hat. Denn so ganz ohne euch geht’s dann irgendwie auch wieder nicht 😉

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12 Comments

  • Reply Minza will Sommer Oktober 6, 2015 at 6:21 am

    Wunderwunderschöne Fotos!!!
    Und absolute Hochachtung vor der vielen Arbeit zu Deiner „Post-Woche“ und Übereinstimmung zu Deinem Fazit!
    Viele „fast-täglich-Blogger“ posten 1 – 3 Fotos und einen Dreizeiler. Teils ist es mir zu lieblos, teils wunderbar auf den Punkt gebracht. Ich übe um den „Punkt“ rum!
    Liebe Grüße : ) M

    • kea
      Reply kea Oktober 6, 2015 at 6:27 am

      Liebe Maren, Danke für das Kompliment zu meinen Fotos! Es war auch eine echte Wonne sie zu machen, ich war ganz versunken und habe für das Blumenfoto eine halbe Stunde in meinem Blütenmeer gesessen und alles um mich herum vergessen. Vom Pony-Nüstern-Kraulen mal ganz zu schweigen 🙂 Ja, das stimmt, oft sind die daily posts dann kurz und knackig – und das ist auf jeden Fall eine Herausforderung, damit es nicht lieblos wirkt, wie du beschreibst. Vielleicht versuch ich mich demnächst mal in einem Blog-Quickie, Versuch macht klug. Aber nur, wenn ich etwas wichtiges Dreizeiliges zu sagen habe 😉 Liebe Grüße!

  • Reply Nadine - breukesselchen.com Oktober 6, 2015 at 6:47 am

    Liebe Kea,
    ich kann dich gut verstehen! Wenn man einen hohen Anspruch an seine Posts hat, dann fällt einem das tägliche Bloggen nicht leicht bzw. passt einfach nicht zusammen. Zumindest sehe ich das so. Lieber qualitativere Beiträge als Massenbeiträge :).
    Mein Blog war diesen Sommer in einen ungewollten Sommerschlaf gefallen, da ich einfach beruflich zu sehr eingespannt war. Natürlich total schädlich, wenn man auch grad erst angefangen hat und mehr Traffic gebrauchen könnte. 😀 Dennoch gehört dies zum Leben dazu und macht die Person hinter dem Blog authentischer. Nun versuche ich wieder meinen Rythmus zu finden. Und da kam deine Power-Blogwoche wie ein inspirierender Schup. Es war eine etwas andere Idee, unterschiedliche Blogger und deren Fotos zusammen zu bringen. Eindrücke zusammen zu stellen und zu reflektieren.
    Du hast viel Liebe hinein gesteckt! Und gerade das ist ja das Schöne am Bloggen. Man kann experimentieren, neue Themen finden bzw. einfach mal was ausprobieren und bekommt Feedback. Dieser ist bei dir so positiv ausgefallen, sodass es sich auf alle Fälle in jeder HInsicht gelohnt hat. Freut mich riesig für dich, dass es so erfolgreich war.
    Liebe Grüße, Nadine

    • kea
      Reply kea Oktober 6, 2015 at 6:55 am

      Liebe Nadine, wie schön, dass ich dich mit meiner Blog-Woche inspirieren konnte! So ging es mir damals beim solebich-Treffen auf der heimtextil Messe in Frankfurt – danach habe ich das Thema Bloggen eigentlich erst so richtig am Wickel gepackt und konnte es kaum erwarten, richtig loszulegen. Ich hab mich auch total gefreut, dass das Konzept so schön funktioniert hat und liebäugele schon mit einer ähnlichen Woche mit der solebich-Community. Aber da sind es noch viel viel mehr Bilder, die ich durchforsten muss 😀 Kann aber ein schönes Projekt für lange, kalte Winterabende werden 🙂 Ich wünsche dir, dass der positive Schwung anhält und bin gespannt, was ich in Zukunft auf deinem Blog alles entdecken werde! Liebe Grüße! Kea

  • Reply Julia Oktober 6, 2015 at 6:54 am

    Liebe Kea,

    ich habe mit viel Interesse deine Blogwoche verfolgt. Du hast eine faszinierende Auswahl getroffen und man merkt, mit wie viel Liebe zum Detail deine Beiträge entstehen. Tägliche Beiträge sind mir als Leserin normalerweise zu häufig, da ich dann kaum mit dem Lesen hinterherkomme. Deine Herbstbilder sind super schön! Da hat man direkt Lust, wieder in die Natur zu fahren.

    Liebe Grüße,

    Julia

    • kea
      Reply kea Oktober 6, 2015 at 7:00 am

      Liebe Julia, Danke für die lieben Worte zu meiner at{mine}-week! Dieses positive Feedback freut mich wirklich so sehr, das macht alle Mühe wert! Interessant, zu lesen, dass dir tägliche Posts zu viel wären, so habe ich es noch gar nicht gesehen. Stimmt aber, wenn man kaum noch hinterherkommt, macht das auch wenig Freude. Jaaa, gell? Ach, ich liebe den Herbst ja sowieso, egal, ob sonnig oder neblig wie heute morgen. Dass ich in 5 Minuten im Wald bin, ist Wiesbadens großer Pluspunkt, da muss ich in Berlin schon etwas länger suchen 😉 Liebe Grüße! Kea

  • Reply Theo Oktober 6, 2015 at 6:56 am

    Hallo liebe Kea, ich fand deine at mine-Woche toll, auch wenn du mich von heimlichen Weihnachtsgefühlen in offene Weihnachtseuphorie gestupst hast. Ich habe sogar am Wochenende gebrannte Mandeln gemacht! 😉
    Aber ich muss ganz ehrlich sagen, ich lese Blogs am liebsten mit einem Betrag max. 2 Beiträgen die Woche. Je mehr Posts ein Blog hat, desto öfter überspringe ich die Beiträge. Wenn alle meine Lieblingsblogs jeden Tag posten würden, hätte ich a) nicht die Zeit alle zu lesen und b) verliert es für mich das Besondere. Die Blogposts, die ich mir „aufhebe“ und erst in einer Pause lese und nicht nebenbei, sind sogar oft die Blogs, die nur 2-3 Mal im Monat posten.
    LG

    • kea
      Reply kea Oktober 6, 2015 at 7:03 am

      Liebe Theo, thaha, ach großartig, gebrannte Mandeln kann man nie früh genug haben! Yummi! Da ist echt was dran, wie Julia auch schon meinte… Dieses „Besondere“, das du meinst, das kann dann echt verloren gehen. Ist vermutlich so, als würde man jeden Tag im feinen Restaurant essen, dann ist auch irgendwann der Zauber des Einzigartigen weg. Wie schön, dass du dir deine liebsten Blogs richtig „aufhebst“ für einen ruhigen, genussvollen Moment, das finde ich ganz toll! Gerade in der Welt des www, wo ja fast nichts so alt ist, wie der Blogpost von gestern 😉 Liebste Grüße!

  • Reply fashiontipp Oktober 6, 2015 at 11:26 pm

    Jeden Tag zu posten, würde es bei mir nie funktionieren! Mir fällt einfach jede Menge Disziplin 🙁
    LG Marina
    http://fashiontipp.com

    • kea
      Reply kea Oktober 25, 2015 at 10:43 am

      Liebe Marina, das ist ja auch nicht nur eine Frage der Disziplin, sondern auch von Zeit und vor allem Inspiration! Schließlich brauchen wir alle auch Zeit, um unseren Akku wieder aufzuladen und neue Ideen zu entwickeln 🙂 LG, Kea

  • Reply Romi Oktober 23, 2015 at 7:36 pm

    Ein interessanter Versuch 🙂 Ich habe kürzlich einen Artikel gelesen, der mich zum Nachdenken gebracht hat. Darin wurde empfohlen, seine Zeit nach dem 20/80 Prinzip einzuteilen: Neue Posts zu 20%, und diese zu promoten zu 80%. Ständig neuer Content muss nicht immer das Ziel sein… finde ich einen spannenden Ansatz 🙂

    Liebste Grüße
    Deine Romi
    von http://www.romistyle.de

    • kea
      Reply kea Oktober 25, 2015 at 10:40 am

      Hallo Romi, oh, das klingt nach einem interessanten Ansatz! Hast du vielleicht noch einen Link dazu? Viele Blogs, die ich kenne, „recyceln“ auch immer wieder ihre alten Posts in den sozialen Netzwerken, das habe ich persönlich noch nie gemacht. Ich habe schon das Gefühl, immer etwas „Neues“ produzieren „zu müssen“. Aber offenbar gibt es auch ganz andere Ideen! Danke für den spannenden Input! Liebe Grüße, Kea

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