Leben mit einer Angststörung

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Leben mit einer Angststörung

Angesichts der Lage in der Welt und der Tatsache, dass es auf hello mrs eve in letzter Zeit auch ab und zu politisch wurde, könnte man denken, Integration, das betrifft nur gesellschaftliche Zusammenhänge.

Tatsächlich möchte ich heute aber über etwas ganz Persönliches sprechen – über das größte Thema meines Lebens, das kann ich glaube ich, so sagen: Mein Leben mit einer Angststörung. Über die Anteile, die ich an mir selbst lange als Fremdkörper empfunden habe, die ich am liebsten nie gehabt hätte und die ich nur schwer akzeptieren konnte.

Irgendwie hat sich dieser Dezember zu einem ganz besonderen Monat für mich entwickelt. Vielleicht liegt es daran, dass man zum Jahresende oft noch eine Spur nachdenklicher wird und mehr nach Innen lauscht, aber ich hatte in den letzten zwei Wochen eine ganz klare Botschaft, und die lautete: Integration.

Wenn man sich das Wort Integration anschaut, das dem Lateinischen integrare entlehnt ist und soviel heißt wie „erneuern, ergänzen, geistig auffrischen“, dann ist es gar nicht so abwegig, nicht nur Dinge aus dem Außen integrieren zu wollen, sondern auch die Teile unserer Persönlichkeit, die wir lange Zeit stiefmütterlich behandelt haben. Mit diesem Beitrag lasse ich die Hosen runter, wie man so schön sagt. Aber ich tue es, um Mut zu machen. Weil ich hoffe, dass ich mit diesen Worten anderen helfen kann.

Seit 31 Jahren wandele ich auf diesem Planeten und zumindest so lange ich denken kann, habe ich eine massive Angst- und Panikstörung. Nicht so ein ab und zu unangenehmes Gefühl in der Magengegend, sondern die ganze Packung, wirklich die volle Breitseite. Sie zeigte sich bereits im Kindergarten, in dem ich deshalb nicht bleiben wollte, und hat mein Leben zu jedem Zeitpunkt geprägt, manchmal auch dominiert und fast zum Erliegen gebracht. Es gab Jahre, in denen ich nicht einmal zum Supermarkt gehen konnte, geschweige denn, regelmäßig in die Schule. Meine Eltern waren Dauergäste in sämtlichen Elternsprechstunden. Ja, an manchen Tagen war es selbst eine Qual, mit meiner Familie an einem gemeinsamen Abendbrotstisch zu sitzen. Ein Kinobesuch wurde zur Zerreißprobe. Sämtliche Teilnahmen an Klassenfahrten waren Dramen oder fanden gar nicht erst statt. Wie oft ich früher, als geplant von irgendwo abgeholt werden musste, habe ich aufgehört zu zählen. Ebenso all die vielen Male, an denen ich die Menschen um mich herum bitter enttäuscht habe, weil ich wieder einmal nicht konnte, wie ich wollte.

In mir tobte die nackte Panik, tagelang, wochenlang, monatelang. Dabei wünschte ich mir nichts mehr als all das: Das Leben genießen, auf Reisen gehen, Freunde treffen. Sogar dir Schule liebte ich abgöttisch – eigentlich. Wären diese inneren Dämonen nicht gewesen, die mir auflauerten, sobald ich das Haus verließ. An schlechten Tagen auch in meinem Zimmer. Sicherheit gab es nicht. Vor allem, was ich wollte, stand diese Mauer aus Angst. Auch wenn ich mittlerweile, rein äußerlich betrachtet, vieles schaffe – es gilt immer noch: das Haus verlasse ich nie ohne Angst.

Und mit ihr kam das Gefühl, exotisch zu sein, ein schwarzes Schaf, „die Komische“, die irgendwie „immer was hatte“. Ich war anstrengend, ich kostete Nerven, die von anderen und, meine Güte, auch meine eigenen. So, wie ich war, fühlte ich mich nicht richtig.

Denn all die Jahre gab es für mich nur ein Ziel: Normal sein. Belastbar sein. Und vor allem: arbeitsfähig. Ich bin mein halbes Leben der Vorstellung hinterhergerannt, die ich von einer „funktionierenden Kea“ hatte. Ich wollte auch so sein wie alle anderen. Denn obwohl ich im Laufe meines Lebens und meiner Therapien eine Menge Menschen kennenlernte, die ebenfalls an Angst-Erkrankungen litten, nie habe ich jemanden getroffen, der ein Leben ohne Angst nicht einmal kennengelernt hatte. Sie alle waren irgendwann davon überrascht worden, hatten Erinnerungen an ein Leben „davor“. Ich aber hatte das Gefühl, dass die Angst Teil meiner DNA war. Sie floß in meinen Adern, mit jedem Herzschlag. So vertraut war sie mir, so gut kannte ich sie.

Und ungefähr von meinem fünfzehnten oder sechzehnten Geburtstag an, ab dem Zeitpunkt, an dem die Frage „Was möchtest du denn mal werden?“ einem immer häufiger gestellt wird, auf Familienfeiern oder in der Schule, lebte ich mit der ständigen Befürchtung, später meinen Lebensunterhalt nicht selbst verdienen zu können. Weil ich einfach nicht garantieren konnte, jeden Morgen da sein zu können, wo ich liebend gern sein wollte. Weil meine Ängste mich an einen sehr kleinen Rahmen fesselten. Sehr existentiell hat sich das angefühlt und tut es auch heute manchmal noch.

Dass ich selbstständig bin, kommt deshalb nicht von ungefähr. Nicht, weil ich es so irre cool finden würde im home office oder weil ich mich nicht gut unterordnen könnte oder weil ich den Nervenkitzel lieben würde – den habe ich, wie ihr euch vorstellen könnt, mehr als genug 😉 .

Ich arbeite freiberuflich, weil ich in jedem festen Job als Angstellte in der Probezeit gekündigt werden würde. Durch meine Angsterkrankung leide ich an körperlichen Folge-Erkrankungen und beides zusammen hindert mich an so vielen Tagen immer noch daran, das zu tun, was ich eigentlich tun möchte, dass ich keine zuverlässige Angestellte abgebe. Zuhause kann ich das ausbalancieren, meinen Kunden ist es egal, ob ich auf dem Sofa liegen muss, mit Tabletten, Wärmflaschen und Tee um mich herum – sie merken nichts davon, dass mein Alltag ein ganz anderer ist als der von den meisten Menschen. Für sie zählen die Ergebnisse und die geben nie Grund zur Klage.

Der Start in mein nebenberufliches zweites Teilzeit-Studium war deshalb für mich unterbewusst eine Art Probelauf: Ein Abfragen des Status-Quo, ein Gradmesser, wie es nach fast fünf Jahren als freie Grafikerin um meine Belastbarkeit steht. Und was soll ich sagen?

Die Kea, die funktioniert, die sich auf ihren Körper verlassen kann, die ihn morgens gesund vorfindet und mit ihm in die Welt spazieren kann, dorthin, wo sie hin möchte – die bin ich immer noch nicht. Es gibt Tage, an denen kann ich nicht zur Vorlesung. Es sind immer noch wesentlich mehr, als mir lieb sein kann.

Zunächst packte mich der Frust mit voller Wucht. Immer noch nicht, immer noch nicht richtig. Ich habe mit dem Leben gehadert, geweint, geflucht. War wütend auf meine Unzulänglichkeit. Bis ich irgendwann da saß und dachte: Nein. Nein, so geht es nicht. Wenn ich mich ein Leben lang abstrampele, bei dem Versuch, „normal“ zu sein und zu funktionieren und dabei immer wieder scheitere – kann es sein, dass dann vielleicht das Ziel überhaupt nicht das Richtige ist? Kann es sein, dass es für mich, mit MEINER Seele, mit MEINEN Startbedingungen ins Leben überhaupt nicht das erklärte Ziel sein KANN, einfach so sein zu wollen, wie alle?

Wenn ich zwei Autos auf die Strecke schicke und nur eines davon ist richtig betankt – wie kann ich dann erwarten, dass sie gleich schnell im Ziel ankommen?

Wieso messe ich mich an all denen, die ganz andere Voraussetzungen haben? Meinen Mann zum Beispiel fragte ich neulich, wie er seinen Körper tagtäglich wahrnimmt und er antwortete : Eigentlich gar nicht so bewusst. Er ist einfach da, das Haus, in dem ich wohne, das Werkzeug, mit dem ich die Welt bereise.

Für mich ist das unendlich weit weg. Mein Körper sendet jeden Tag Störsignale. Und vielleicht ist es jetzt, nach 31 Jahren endlich an der Zeit, das anzuerkennen. Er brüllt mir seit Jahren seine Botschaft ins Ohr und wird immer vehementer dabei. Und alles, was mir einfiel, war immer nur: weiterrennen, weiter versuchen, so zu sein, wie alle anderen.

Jetzt höre ich damit auf. Ich erkenne an, dass ich andere Voraussetzungen habe. Dass ich, wenn man so will, seelisch behindert bin (ich habe übrigens tatsächlich eine offiziell beschneigte Behinderung. Für den Fall, dass mich eine Firma anstellen würde, bekommen sie sogar jemanden für ihre Quote).

Ich kann sie nicht wegzaubern, meine besondere Sensibilität, mein überempfindliches System aus Sensoren, mit denen ich meine Umwelt wahrnehme – es ist ein Teil von mir. Ein Teil, der mich eben auch besonders feinfühlig macht, empathisch und kreativ.

Nie wirft etwas in unserem Leben Schatten, ohne, dass es irgendwo die Lichtquelle dazu gäbe.

Vielleicht ist es einfach an der Zeit, ICH zu sein – mit allem, was darin ist. Zeit, mich um diese Behinderung zu kümmern, sie zu INTEGRIEREN. Ihr den Raum zu geben, den sie verlangt. Natürlich nicht, in dem ich aufgebe und nur noch im Bett liegen bleibe. Aber in dem ich sie erst einmal anerkenne, indem ich sage: Ja, sie ist da. Das hier ist ein Teil von mir. Ich führe ein Leben mit einer Angststörung. Und ich muss mich dafür nicht schämen.

Ich will mir meine Angst nicht weiter abklemmen, ich will kein pokerface mehr tragen, ich will diese „Schwäche“ nicht mehr verstecken müssen, ich will, dass es sie geben darf. Denn obwohl ich dagegen gekämpft habe, wie gegen haushohe, feuerspeiende Drachen, unermüdlich, immer wieder – sie blieb immer da. Manchmal hatte ich sogar den Eindruck, je stärker ich sie niederringen wollte, umso gewaltiger wurde sie.

Nach all den Jahren habe ich jetzt ein neues Ziel: Ich will das Leben leben und zwar MIT den Voraussetzungen, die ich habe. Ich akzeptiere, dass mein Auto anders betankt ist und ich nehme mir jetzt die Zeit, die ich brauche, um zu schauen, wie ich meinen Lebensweg in liebevoller Annahme meiner Vorzeichen so gut, wie möglich beschreiten kann. So fröhlich, wie möglich. So beseelt wie möglich. Nicht TROTZ, sondern MIT meiner Angst.

Was das konkret bedeutet? Das heißt, dass ich weniger Kurse in der Uni belege, als geplant. Das bedeutet, dass ich weniger Kundenaufträge annehme. Dass ich weniger blogge und weniger „leiste“ – weil ich Zeit brauche, mich um mich zu kümmern. Weil mein Körper Regenerationsphasen braucht – wer einmal eine Panikattacke erlebt hat, der weiß, wie viel Energie das kostet. Und wenn ich mich danach fühle, wie nach einem Marathon, dann lege ich mich hin. Dann bin ich gut zu mir. Dann pflege ich mich und gönne mir Ruhe. Ich gehe weiterhin zu Therapeuten, Heilpraktikern und Osteopathen, ich kümmere mich um meine Ernährung, sorge für ausreichend Bewegung und stelle mich neuen Herausforderungen.

OHNE und das ist der ganze Zauber – OHNE mich dafür zu verurteilen, nicht so funktionieren zu können, wie gesunde Menschen.

Denn das hat mich am fertigsten gemacht, über all die Jahre, das war noch schlimmer, als die tiefsten Ängste: Wie sehr ich mich unzulänglich fühlte, wie oft ich über meine vermeintlichen Mängel geweint habe. Um es ganz ehrlich zu sagen: Oft habe ich mich gefragt, warum das Universum mich mit so gravierenden Fehlern ins Rennen geschickt hat. Warum ein Mensch wie ich auf die Welt kommen musste, der in den Augen der Wirtschaftskraft so defizitär ist.

Erst jetzt komme ich darauf, dass ich vielleicht genau durch diesen Umstand der Welt etwas zu geben habe. Was das ist, das finde ich heraus. Vielleicht, dass ich darüber schreibe. In meinem Jugendroman, in meinen Gedichten, auf meinem Blog.

Kennt ihr das Kinderbuch „Frederik“ von Leo Leonni? Darin gibt es einen Mäuserich, der nicht, wie die übrigen Mäuse aus dem Clan, Vorräte für den Winter sammelt. Während alle emsig Nüsse, Früchte und Samen in den Bau schaffen, sitzt Frederik auf einem Stein, mit geschlossenen Augen. Als ihn die Mäuse fragen, was er da tut, sagt er: Ich sammele Farben für den Winter. Und als alle Vorräte aufgebraucht sind und die Mäuse kalt und hungrig sind und ihre Herzen verzweifelt, da erzählt Frederik seine Geschichten, vom Sommer, von den blühenden Feldern und den saftigen Wiesen. Und gibt der Mäusefamilie damit die Kraft, den langen Winter zu überstehen.

Eine wunderschöne Geschichte, die daran erinnert, dass nicht unser Beitrag zum Bruttosozialprodukt unseren Wert definiert. Und die mir die Erkenntnis gebracht hat, dass auch ein Leben mit Angststörung lebenswert ist.

Ich hoffe, dass die Welt mehr Frederiks braucht. Und vielleicht auch eine Friederike. Das ist nämlich (Kea ist schließlich „nur“ meine liebgewonnener Spitzname) der Name, den meine Eltern mir gegeben haben. Abgeleitet wird es von fridu = der Friede, der Schutz, die Sicherheit. Ist das nicht verrückt?

Ich, die so viel Unruhe in sich hat und die so lange nach Frieden gesucht hat, findet ihn jetzt vielleicht dadurch, dass sie Frieden schließt. Mit ihrer Besonderheit. Und mit ihrer Angst.

51 Comments

  1. Angela says:

    Liebe Friederike,

    ich, ich bin eigentlich beinahe sprachlos. Was für ein wundervoll offener Post. Am Anfang dachte ich, dass ist genau das, was ich jetzt brauche, jemand, dem es genauso schlecht geht, wie mir. Nicht, weil ich möchte, dass es dir schlecht geht, aber um zu sehen, dass ich nicht alleine bin. Ich merkte aber schnell, dass ich um so viel weniger Angst verspüre als du und mich packte ein Gefühl der Erleichterung. Ich kämpfe mit meinen Ängsten und all zu oft lähmen sie mich. Aber ich kann immer raus, ich kann als Angestellte arbeiten und auch mein Körper ist gesund. Im Vergleich geht es mir gut. Warum ich dir das jetzt schreibe? Nicht um dich runterzuziehen, sondern um Danke zu sagen. Erst gestern Abend war wieder ein Moment, wo mich die Verzweiflung um meine Angst zerissen hat. Dein Post gibt mir in zweierlei Hinsicht Mut. Zum einen sehe ich, dass ich eigentlich kaum Angst habe und meine Angst auch insofern bekämpfter ist, als dass ich mich meinen Angstsituationen einfach stellen muss. Zum anderen aber auch und vor allem dadurch, dass du mich lehrst, meine Angst als einen wertvollen Teil von mir zu akzeptieren.
    Danke du Wundervolle für deine Worte!
    Ich wünsche dir unendlich viel Liebe und Erfolg auf deinen neuen Weg!
    Angela

    1. kea kea says:

      Liebe Angela, vielen herzlichen Dank für deine lieben und offenen Worte! Ich weiß, dass das Gefühl, nicht allein zu sein, einfach so wichtig ist, wenn man im Leben am manchen Stellen mehr zu kämpfen hat, als viele andere. Keine Sorge, dass deine Ängste dich nicht so stark einschränken, zieht mich nicht runter, davon bin ich ja sowieso schon Zeit meines Lebens umgeben, daran bin ich mittlerweile doch sowas wie gewöhnt. Ich freue mich aber sehr, dass mein Post dir Mut geben konnte, gerade an den Tiefpunkten sind Anker so hilfreich – wunderschön, dass mein Beitrag ein solcher sein kann! Ich wünsche dir für deinen Weg weiterhin viel Kraft, Zuversicht und viel Liebe, um dich selbst mit allem, was dich ausmacht, anzunehmen 🙂 Alles Liebe, Kea

  2. Sabine says:

    Liebe Kea,
    du hast mich gerade echt zu Tränen gerührt. Bei dem Absatz, der über „die funktionierende Kea“ spricht, musste ich mich richtig zwingen weiterzulesen, weil ich genau wusste, dass der mich treffen würde. hits too close to home, sagt man auf Englisch. Aber Vermeidung hilft auch nicht.
    Der ganze Artikel ist wieder mal so ein Beispiel für: Man sieht es den Leuten nicht an, womit sie heimlich zu kämpfen haben. Ich hätte in Köln weder von dir gedacht, dass du Angststörungen hast, noch hast du mir angesehen, dass ich auch mit einer chronischen (körperlichen) Krankheit kämpfe, die sich aber auch auf die Psyche auswirkt. Richtig sein, funktionieren, genau das ist auch mein Kampf.
    Du machst mir Mut!
    xx

    1. kea kea says:

      Liebe Sabine, auch ich bin sehr berührt von deinem Kommentar! – Überhaupt, wenn ich eure Antworten hier in einem Rutsch durchlese, kann ich mir gleich die Kleenex-Box holen! 😉 Ach Mensch, ja, da haben die Engländer einen ziemlich guten Begriff gefunden. Es tut mir leid, dass du diese Gefühle nachvollziehen kannst, gleichsam hoffe ich aber, dass für dich auch das beruhigende Gefühl mit meinen Worten einherging, nicht allein zu sein. Und vielleicht ist es wirklich mal an der Zeit für uns, zu hinterfragen, ob „funktionieren“ müssen wirklich so wichtig ist – oder ob wir nicht vielmehr in ganz anderer und ebenso wertvoller Hinsicht ziemlich gut funktionieren, nämlich mit unserer Sensibilität, die durch Krankheiten – ob psychisch oder physisch – ja doch oft geschult wird und die dann unserem Umfeld auch wieder zu Gute kommt. Stimmt, da haben wir uns in Köln beide nur vor den Kopf geguckt: Aber wie schön, dass wir beide trotzdem dort waren! Dem Leben dennoch fröhliche und unbeschwerte Momente abzugewinnen und davon gerne immer noch mehr, darum geht es doch und ich bin sicher, dass wir das immer besser hinbekommen. Alles Liebe für Geist & Körper für dich und ich freu mich, wenn wir uns beim nächsten Blogger-Treffen dann vielleicht auch mal ganz persönlich austauschen! Kea

  3. Caroletta says:

    Wir kennen uns nicht, aber ich schicke dir eine dicke Umarmung und ganz viel Verständnis. Ich erlebte meine erste Panikattacke mit 15 und WUSSTE, das ist das Ende. (War es natürlich nicht…) Bis zur Diagnose und Therapie vergingen dann allerdings ganze 9 Jahre. Rückblickend war ich schon als Kind anders als die anderen und auch heute, mit zwei eigenen Kindern, sehe ich, dass die Wahrnehmung und der Punkt, wann einem etwas „zu viel“ ist bei zwei Menschen, die unter den selben Umständen aufwachsen, so unglaublich unterschiedlich ist. Und das einzige, was man MUSS, ist das zu akzeptieren. Mehr muss man gar nicht… 😉 Hast du dich schonmal intensiv zum Thema Hochsensibilität belesen? Mir fiel es bei einem Buch zum Thema wie Schuppen von den Augen… als hätte jmd. mein Leben in Worte gefasst.
    Ganz liebe Grüße aus Berlin, C.

    1. kea kea says:

      Liebe Caroletta, vielen Dank für deinen lieben Kommentar und die virtuelle Umarmung, die ich sehr gern zurückgebe! 🙂 ♥ Wahnsinn, wie lange du auf die Diagnose warten musstest, das müssen ja wirklich harte Jahre gewesen sein! Wenn man weiß, was man überhaupt hat, hilft das doch zumindest ein wenig, weil man Maßnahmen ergreifen kann und sich nicht mehr so ratlos und seltsam fühlt. Ja, mit Hochsensibilität habe ich mich auch beschäftigt und mir ging es ebenso wie dir – bereits als ich auf das Thema stieß, war mir recht schnell klar: Volltreffer! Mein Mann hatte vorher schon immer so formuliert: „Bei dir trifft immer alles ungefiltert bis ins Mark. Als hättest du einfach keine Abwehrmechanismen.“ Bei den schönen Erlebnissen im Leben ist das natürlich großartig, aber leider ist diese Durchlässigkeit natürlich auch bei Stress und Angst gegeben. Aber ich glaube, genau wie du, dass es ums Akzeptieren geht – das ist der erste Schritt, sich damit zu versöhnen. Und dann, Stück für Stück, das Beste daraus machen und die Geschenke entdecken, die in allen Schwierigkeiten immer auch versteckt sind 🙂 Alles Liebe für dich!! Kea

      1. Sandra says:

        Entschuldigung, dass ich mich hier einfach so reinhänge, aber das:

        „Bei dir trifft immer alles ungefiltert bis ins Mark. Als hättest du einfach keine Abwehrmechanismen.“

        Das trifft es einfach so sehr auf den Punkt wie sich das ganze Leben für mich anfühlt. Ein blöder Kommentar, und ich am zittern und den Tränen nahe ODER so unsagbar wütend dass ich in dem Moment voll und ganz nachvollziehen kann, warum manche Menschen Amok laufen.

        Meine Therapeutin (Therapie abgebrochen, im Moment läuft der Versuch das erneut anzuschieben …) hatte damals gemeint, ich solle meine Empfindsamkeit als Stärke sehen.

        Nee, ich wäre tausend mal lieber dickhäutig wie ein Elefant. 😉

        Anfang des Jahres bin ich auf den unterschied Introvertierte/Extrovertiere gestoßen, da gingen mir einige Lichter auf, und eine Freundin hat mich dann erst kürzlich auf HSP gestupst. Immer noch doof, aber es hilft mir, zumindest anzufangen mich zu nehmen wie ich bin, und dass ich gewisse Dinge einfach ANDERS angehen muss.

  4. Consenal says:

    Woww einfach nur woww deine Offenheit ist faszinierend. Meine erste Panikattacke kam urplötzlich und aus heiterem Himmel, ich wusste nicht was mit mir geschah und ich hatte nur Todesangst. Es gibt wirklich nichts schlimmeres.
    Einige Jahre habe ich es versucht zu ignorieren und merkte, dass es schlimmer wurde und ich mich immer mehr zurückgezogen habe. Es ist so verdammt schwer damit zu Leben, wenn dein Umfeld dir ständig vorwirft – Warum man nicht weiterkommt? Warum man nicht rausgeht? Warum man sich so anstellen muss? . Ich persönlich finde, Vorwürfe am schlimmsten. So wie du es beschrieben hast, so will ich das auch machen – es ist ein Teil von mir und so kann man genauso toll Leben. Man muss nicht immer „Normal“ sein um ein wunderschönes und erfülltes Leben zu haben.

    LG
    http://www.consenal.de

    1. kea kea says:

      Vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar! Ich bin wieder einmal überrascht, wie viele Menschen dieses Thema doch selbst kennen – klar, man redet ja beim smalltalken meistens auch nicht darüber. „Hi, ich bin Kea und hab ne Angststörung“, so stellt man sich höchstens in der Selbsthilfegruppe vor – dabei betrifft es doch augenscheinlich wirklich viele Menschen! Und umso schöner, dass dieser Beitrag dazu beitragen kann, allen Betroffenen das Gefühl zu geben, dass sie eben nicht allein sind 🙂 Weils einfach so gut tut, gerade, wenn man Vorwürfe bekommt, wenn man wieder einmal nicht so kann, wie man will oder es versprochen hatte – und ich glaube, Vorwürfe haben wir alle schon bekommen, das gehört einfach dazu. Ich habe auch Verständnis dafür, wenn meine Angststörung mal wieder irgendeine Unternehmung torpediert und meine Mitmenschen dann enttäuscht sind. Bin ich ja schließlich auch. Die Herausforderung ist es dann, trotzdem lieb zu sich zu sein. Nicht noch mit den anderen mitzuschimpfen. Wir geben unser Bestes und das ist auch absolut genug. Auf viele zukünftige Tage, an denen die Angst immer kleiner wird! Liebe Grüße!

  5. Sandra says:

    Liebe Kea,
    ich habe Dich erst ganz kürzlich über Deinen Zweitblog 30plus entdeckt. Und heute bin ich auf diese Geschichte gestoßen. Ich selbst leide nicht an einer Angststörung. Dennoch kann ich zumindest einiges, in Teilen nachvollzieren. Vor allem das mit dem Funktionieren-müssen – oder eben gerade nicht-müssen. Das was mir fremd ist, erklärst Du mit offenen und wohlformulierten Worten. Vielen Dank dafür, eine wahre Bereicherung.

    1. kea kea says:

      Liebe Sandra, vielen herzlichen Dank für deine Worte! Schön, dass du über thirtyplus hierher gefunden hast und dich in einigem wiederfinden konntest. Es stimmt, auch ganz unabhängig von Angststörungen, gibt es nach meinem Gefühl im Moment sehr viel Druck, der auf den Menschen lastet, in bestimmter Art und Weise so vielen Anforderungen gerecht zu werden. Auch ganz ohne Handicap kann das zu viel sein. Ich hoffe, dass wir alle mehr lernen könne, auf unsere EIGENE Stimme zu hören und nicht so sehr auf all die anderen, die uns täglich erzählen, wie wir zu sein hätten. Und wie schön, dass es mir gelungen ist, die Krankheit Angst auch für Außenstehende verständlicher zu machen, das freut mich! Liebe Grüße! Kea

  6. Yvonne says:

    Ich habe gerade versucht, mich zu sammeln, aber es will nicht so recht, deswegen schreibe ich und hoffe es ergibt Sinn. Ich danke Dir, für Deine Offenheit und für den Satz „Oft habe ich mich gefragt, warum das Universum mich mit so gravierenden Fehlern ins Rennen geschickt hat. Warum ein Mensch wie ich auf die Welt kommen musste, der in den Augen der Wirtschaftskraft so defizitär ist.“, der mir die Tränen in die Augen treibt. Meine Angststörungen sind mal stärker, mal schwächer und hauptsächlich bedingt durch eine chronische Schwindelerkrankung im linken Innenohr. Als mein Opa an Krebs gestorben ist, hat es angefangen – vielleicht war dieser Riss in meinem emotionalen Gefüge einfach zu groß – ich konnte nicht zur Schule gehen, nicht rausgehen, nicht in den Garten gehen. Dann ging es wieder eine Weile gut, bis zum Studium in Mainz. Das erste Mal weit weg von zu Hause allein leben, drei Nebenjobs und Prüfungsstress führten dazu, dass ich für 2 Jahre meine Wohnung nie allein und in Begleitung nur unter Angst verlassen konnte. Ich bin dankbar für meinen Therapeuten, der mich dazu bewegen konnte, in 1 1/2 dieser zwei Jahre, meine Welt Stück für Stück wieder größer zu machen. Meine schlimmste Angst ist die, morgens aufzuwachen und kein Gleichgewicht mehr zu haben. Das passiert manchmal und bisher hatte ich das Glück an diesen Tagen – denn der Schwindel dauert Tage an – nicht allein zu sein. Wenn ich dann aber auf (Dienst-)Reisen gehen muss und weiß, dass ich allein in einem Hotelzimmer liege, brauche ich das Handy direkt in Griffreichweite und wenn nicht den laufenden Fernseher, dann ein Hörspiel zum Einschlafen. Im Beruf ist das genauso schwierig. An manchen Tagen fällt es mir unendlich schwer, aufzustehen und zur Arbeit zu gehen und dass ich mich trotzdem zwinge, hinzugehen, dankt mein Köper mir mit Grippe, Erkältung, Migräne und Schwindel (im schlimmsten aller Fälle). Ich bin auf einem Pfad, der Deinem sehr ähnelt… vielleicht erkennen wir uns aus der Entfernung … aber mein Ziel ist der Wille, mir nicht durch Andere einreden zu lassen, ich sei defekt. Gerade dann nicht, wenn diese Anderen sich vollkommen aufreiben und für den Job … also für nichts … verbrennen.. trotzdem wiegt mein Wanderrucksack, den ich mir geschnürt habe, manchmal schwerer als an anderen Tagen. Denn das schlechte Gewissen und die Zweifel daran, wie ich bin, ziehen mich nach unten. In solchen Momenten kostet jeder Schritt Kraft und es sind 10%-Tage, an denen ich 100% geben möchte. Zu akzeptieren, dass ich das nicht kann und dass das ok ist, fällt mir manchmal schwer und manchmal leicht. Und ich bin absolut sicher, dass der Welt ein paar mehr Friederikes gut tun würden… um wieder mehr auf sich und nicht auf Andere zu hören, um ein bisschen Geschwindigkeit aus dem Renenn im Hamsterrad zu nehmen, das von innen wie eine Karriereleiter aussieht, und wieder gut mit sich selbst umzugehen. Das „man muss doch“ sollte ein „ich kann“ werden.

    Ich danke Dir für diesen Blogpost! Fühl Dich lieb umarmt von Rheinufer zu Rheinufer.

    1. kea kea says:

      Wooooow, Yvonne – und ich danke dir für diesen Kommentar! Danke, dass du deine persönliche Geschichte mit mir und meinen LeserInnen teilst ♥♥♥ Das ist für mich eine Ehre! Und ich kann es mir nur im allerkleinsten Ansatz vorstellen, wie sich das anfühlt, weil bei mir alle Jubeljahre die Kristalle im Ohr verrutschen und ich dann Übungen machen muss, um sie wieder richtig hinzuruckeln und bis es soweit ist, dreht sich meine Welt – und dieses Gefühl ist beschissen! Man ist so verunsichert, wenn man dem eigenen Gleichgewicht nicht trauen kann. Da gerät, im wahrsten Sinne des Wortes, die Welt aus den Fugen… Wahnsinn, oder? Da saßen wir zwei in Hamburg im Hotel am Frühstückstisch, als wäre es ganz normal, dabei war es für uns beide gar nichts Alltägliches. Ich habe höchsten Respekt davor, wie du deinen Weg gehst, du strahlst so viel Stärke und Wärme aus – und aus deinen Worte lese ich heraus, dass wir wirklich viele, viele Erfahrungen teilen. Wir hatten eh schon gute Gründe, aber lass uns bitte ganz bald mal auf einen Kaffee/Tee durch Mainz schlendern, ja? Ich finde es so kraftvoll, was du über das (Arbeits)-Leben schreibst: „wenn diese Anderen sich vollkommen aufreiben und für den Job … also für nichts … verbrennen.. „. Und vom Hamsterrad, das von innen aussieht wie eine Karriereleiter – unglaublich guter Vergleich. Beides zeigt, dass du eben durch deine Krankheit den Blick hinter den ganzen Wahnsinn gewagt hast und jetzt einen eigenen Weg finden kannst. Ich bin froh, dass wir der Welt davon erzählen! Sie braucht Menschen wie uns, die anders ticken. Und dann können die 10%-Tage plötzlich doch ziemlich gute Tage sein! Auf hoffentlich ganz bald! Eine dicke Umarmung zurück über den Fluss! Kea

  7. Lux und Poppy says:

    Ich glaube das war ziemlich schwer zu teilen und aufzuschreiben daher: sei stolz auf dich! Die Geschichte mit der Maus am Ende… ach man. Jeder kann was beitragen und jeder trägt eben so bei, wie er kann. Ich weiß wie energiezehrend Panikattacken sind und deshalb, Hut ab vor dem was du schon alles geleistet hast! Ich wünsche dir viel Kraft und Mut und ein bisschen Gleichgültigkeit auf deinem Weg! (Hoffe das klingt jetzt nicht blöd)

    1. kea kea says:

      Liebe Miriam – klingt überhaupt nicht blöd, keine Sorge 🙂 Ein bißchen mehr Gelassenheit kann ich immer gut gebrauchen! Ich wünsche mir und der Welt, dass immer mehr Menschen es so sehen wie Du: Es gibt mehr als einen Weg, für eine Gesellschaft gewinnbringend zu sein. Man stelle sich mal kurz vor, die Erde hätte niemals Künstler gehabt, keine Schriftsteller, keine Maler, keine Musik – was für ein trostloser Ort wäre das! All diese Ergebnisse des Nachdenkens und Hinspürens von besonders sensiblen Menschen helfen uns ja auch, die Welt und unser eigenes Leben zu verstehen. Ich hoffe, dass in Zukunft alle Menschen, die eine eben nicht ganz „handelsübliche“ Art haben, zu leben und zu fühlen, gesellschaftlich anerkannt sind und sich nicht schämen müssen für ihr anders-Sein. 🙂

  8. Ela says:

    Liebe Kea,

    Du weißt, mir geht es genauso. Vielen Dank für Deine offenen Worte, sie tun mir gut. Ich dachte meine erste Panikattacke vor 8 Jahren, wäre der Grund für meine tägliche Angst. Ich dachte ich hätte Angst vor der Angst. Erst vor ein paar Tagen ist mir bewußt geworden, dass das nicht stimmt. Nein, ich habe meine Angst auch seit ich denken kann. Im Kindergarten habe ich oft alleine gestanden, wenn andere zusammen gespielt haben. Ich habe mich nicht getraut mitzuspielen, hatte Angst vor Ablehnung und Angst davor nicht gut genug zu sein, anders zu sein. Im Studium habe ich nur die nötigsten Seminare besucht, bin stundenlang am Prof.zimmer entlanggelaufen, bis ich mich endlich reingezwungen habe. Vor Partys hatte ich immer Angst und habe mich oft davor gedrückt. Obwohl ich so gerne hingegangen wäre. Ich hätte auch so gerne mit Kommilitonen zusammen gelernt, aber alleine der Gedanke daran…diese Errinnerungen und diese Worte, die ich im Internet gefunden habe: „Sensible Menschen sind wie Schmetterlinge. Wenn man nur deren Flügel berührt, sind sie verletzt, können nicht mehr fliegen und sterben.“ haben mir die Augen geöffnet: Ich habe Angst vor anderen Menschen. Nicht vor geschlossenen Räumen, nein , vor geschlossenen Räumen mit Menschen, keine Angst vor der U-Bahn, sondern vor den Leuten darin. Ich habe eine Sozialphobie. Ich habe Angst verletzt zu werden, mich komisch und andersartig zu fühlen. Frau Panik kann jetzt also kommen, ich weiß warum sie da ist. Und das ist gut so, denn sie hilft mir daran zu arbeiten, mich selbst zu akzeptieren. Mein Mann hat einmal zu mir gesagt: „Ela, du bist viel normaler als die anderen je sein können!“

    Liebe Grüße
    Ela

    1. kea kea says:

      Hallo liebe Ela, ja, ich weiß, dass du die Angst auch von allen Seiten kennst! Umso toller, dass du nun ihre Wurzel erkannt hast! Ich kann das gut nachfühlen, mir ging es vor einigen Jahren ganz ähnlich – ich war für zwei Wochen in einer Klinik, in der ich noch mal hilfreiche „Werkzeuge“ für den Alltag erlernen sollte. Dort gab es auch Fach-Vorträge über Angst und der referierende Arzt mit jahrelanger Erfahrung versprach: Wenn man sich immer wieder konfrontiert, nimmt die Intensität der Attacken ab. Ich grübelte darüber lange nach – denn für einige Ängste stimmte das. Busfahren kann ich heute mit Hochgenuss, durch beständiges Üben habe ich die Panik dabei überwunden, ähnliches galt für Zugfahrten. Von schlechten Tagen mal abgesehen, in der Regel funktionieren diese Dinger aber wieder, bzw. mache ich sie überhaupt. Aber warum schaffte ich es bei so vielen anderen Situationen nicht? Irgendwann hat es auch bei mir Klick gemacht: Mein Stressfaktor sind ebenfalls die anderen Menschen, wie bei dir. Weil ich im Akutfall starke körperliche Symptome habe und befürchte, umzufallen, zu erbrechen (habe eine starke Emotophobie) oder sonstwie unangenehm auffallen zu können, stresst es mich, wenn ich aus der Situation nicht aktiv flüchten kann. Die Angst, Menschen um mich herum zu ertragen, wenn es mir nicht gut geht, die habe ich jahrelang sozusagen unangetastet gelassen – deshalb war/ist sie auch so hartnäckig. Ich versuche mittlerweile, dann manchmal in Gesellschaft zu bleiben, wenn eine schlimme Attacke kommt, auch wenn es unangenehm ist. Immer klappt das nicht, aber doch immer wieder mal. Ich wünsche dir, dass auch du dich dieser „Kern-Angst“ weiter stellen kannst und sie liebevoll annehmen kannst. Und die Anrede „Frau Panik“ klingt doch schon nach einem guten Miteinander 🙂 Schließlich muss man sich einander erstmal vorstellen und sich bekannt machen, um gemeinsam an einem Strang ziehen zu können! Die Worte deines Mannes zuckersüß! Und recht hat er! Fühl dich gedrückt! Kea ♥

  9. Flo | Tasteboykott says:

    Die Geschichte von Frederik mag ich schon immer sehr, sie zeigt doch, was für einen besonderen Wert du hast: Diese Angststörung, sie ist zwar beschissen, aber vielleicht gar nicht nur schlecht. Vielleicht ist sie auch ein Geschenk, an uns, dass du uns die Augen öffnest für mehr Empathie und das Menschen mit ähnlichen Schicksalen Mut geben soll, und an dich, dass du so ein feinfühliger, intelligenter Mensch bist. Das weiß ich nämlich zufällig 😉
    Ich drück dich,
    Flo

    1. kea kea says:

      Hallo Flo, vielen Dank für deine liebe Rückmeldung! Das hast du so schön gesagt, ich bin ganz verlegen! Überhaupt will ich dir mal Danke sagen dafür, dass du schon so lange bei mir mitliest und kommentierst und mich immer bei allem, was ich mache, unterstützt! Das bedeutet mir viel! Und deine Worte nehme ich mir zu Herzen, vielleicht wandeln sich auch Herausforderungen in dem Moment, in dem wir sie annehmen, zu Geschenken, die viel für uns bereit halten. Ich drücke zurück! 🙂

  10. Carmen says:

    Hier sag ich’s jetzt trotzdem auch noch, obwohl ich grad einen laaaangen Kommentar auf Facebook hinterlassen hab: Ich zolle dir, liebe Kea (dein schöner Name hat mir übrigens von Anfang an gefallen, aber so richtig herleiten konnt ich ihn nicht :-)), größten Respekt für diese Offenheit. Wir alle sind doch Menschen, das ist sooowas von individuell, bloß langweilig, wenn alle gleich sind! Aber natürlich verständlich, dass du in unserer Leistungsgesellschaft damit schon viel hadern hast müssen. Umso erfreulicher, wenn du jetzt für dich einen Weg gefunden hast und dir mit diesem Beitrag hoffentlich viel von den Altlasten schon mal von der Seele schreiben konntest.
    Und nochmals: Nie nie nie könnt ich mir dich in einem Büro mit 9-5-Job vorstellen! Und zwar nicht, weil ich glaube, du kannst das nicht. Sondern weil ich find, dass du viel besser darin aufgehoben bist, als Freigeist herumzuschwirren. Mach das bitte weiter. Und trau dich gern, dabei fröhlich zu sein. Und wenn nicht, dann eben nicht.
    Alles, alles Liebe von mir!
    Schick dir eine dicke Umarmung aus dem Mostviertel,
    Carmen
    http://www.goodblog.at

    1. kea kea says:

      Meine Liebe, ich habe mich schon über deinen Kommentar auf Facebook so gefreut – vielen Dank, dass du dich auch hier auf meinem Blog so lieb zu Wort meldest ♥ Ein paar Tage nach der Veröffentlichung kann ich sagen: Ja, definitiv habe ich mir die Altlasten von der Seele geschrieben, aber sowas von! Ich fühle mich sehr erleichtert und habe das Gefühl, einfach mehr Ich sein zu können, ohne Angst vor „peinlichen Enthüllungen“. Schon verrückt, was Scham so ausmacht! Vielen Dank für den Rückenwind, mittlerweile habe ich an meiner Selbstständigkeit ja durchaus auch viele Aspekte lieben gelernt 🙂 Trotzdem fühlt es sich oft noch an, wie ein Netz ohne doppelten Boden, weil eben die Alternative fehlt. In einigen Kommis auf fb und hier klang es ja schon an, das Thema Hochsensibilität und deshalb kann ich glücklicher Weise behaupten, dass die ausgeprägte Feinfühligkeit eben auch in die andere Richtung funktioniert – yeah 😀 So gibt es, neben aller Angst und allen körperlichen Symptomen, auch viele Momente, in denen ich ausgelassen sein kann, zufrieden und friedvoll, in denen ich mich an kleinen Dingen tief empfunden erfreuen kann und dir für einen wohltuenden Ausgleich zum sonst so hohen Stresspegel sorgen. Ich drücke dich fest und freu mich immer mehr auf den Tag, an dem wir uns live und in Farbe begegnen 🙂 Ich hoffe, 2017 ist es soweit! Liebste Grüße! Kea

      1. Carmen says:

        Ach. Das hoff ich auch!
        Bitte gerne jedenfalls 🙂
        Ich muss mich jetzt so knapp halten, da ich gerade mit den Schattenseiten der Selbstständigkeit zu tun hab – der Jahreszeit entsprechend: Buchhaltung. Wenn’s nur das ist!
        Alles, alles Liebe und bitte mach einfach weiter so, ich wünsch dir ganz viel Kraft und Energie und überhaupt und sowieso, eh schon wissen 🙂

  11. Nicole W. says:

    Was für ein wundervoller, offen und erhrlicher Artikel von Dir. Ich bin sehr berührt, weil ich weiß worüber Du schreibst und wie es Dir geht. Angst in Liebe annehmen ist vielleicht nicht einfach, aber nach meiner Erfahrung der einzige Weg um mit ihr zu leben. Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute.

    1. kea kea says:

      Liebe Nicole – vielen herzlichen Dank! Die guten Wünsche kann ich nur zurückgeben, vom einen Angsthasen-Herz zum anderen 🙂 Und tatsächlich gehört zum Leben mit Angst ja auch jede Menge Mut! 🙂 Alles Liebe für dich! Kea

  12. Annika says:

    Liebe Kea,
    vielen Dank für diesen mutigen, ehrlichen Beitrag. Seit ich deinen Blog lese, bewundere ich dich dafür, dass du scheinbar alles – Job, Studium, Blog,… – „problemlos“ unter einen Hut bekommst. Dieser Text zeigt mal wieder, dass außerhalb des Internets doch nicht alles immer so toll ist wie es scheint.
    Alles Gute und mach weiter so,
    Annika
    P.S. Die Maus Frederik mochte ich als Kind sehr gerne und ich denke ein paar Frederiks und Friederikes mehr können nicht schaden. 😉

    1. kea kea says:

      Hallo liebe Annika! Ich freue mich, dass der Artikel dir gefällt! Manchmal habe ich auch auf dem Blog über meine kleinen und großen Hürden geschrieben, aber tatsächlich meist eher beiläufig. Ein „großer“ Artikel stand noch aus und lag mir schon lange auf der Seele, bzw. zwischen den Tasten. Umso mehr freue ich mich, jetzt zu erleben, dass ich mit dem Thema berühren und motivieren kann! Danke für deine positive Rückmeldung und high five von Frederik-Fan zu Frederik-Fan 🙂

  13. lisa says:

    hallo liebe kea:) wow wow wow. meine liebe danke für deinen eintrag. du hast ihn ganz besonders geschrieben, mit so viel liebe zum detail und mit ganz viel herz. danke für deine offenheit.
    und du kannst ganz stolz auf dich sein. schön dass du erkannt hast, dass du ganz was besonderes bist.

    alles liebe
    lisa

    1. kea kea says:

      Hallo liebe Lisa, von Herzen Danke für diesen energiespendenden Kommentar! Der treibt mir ganz viel Wind unter die Flügel! ♥♥♥ Liebe Grüße zu dir! Kea

  14. meyrose says:

    Danke für Deine Offenheit hier. Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Weg möglichst friedlich weiter lebst.

    P.S. Kleine Anekdote zum Namen: Ich habe 2 Vornamen, die in der Übersetzung beide das gleiche bedeuten – die Reine. Kommentar einer ehemaligen Freundin: Dann bist Du also porentief rein!

    1. kea kea says:

      Hahaha, das ist ja zu süß mit dem doppelten Reinheitsgebot 😉 Da wollten deine Eltern wohl auf Nummer sicher gehen *grins* Danke für dein liebes Feedback zum Artikel, das freut mich sehr! Im Frieden mit sich und der Welt sein – das ist wohl für uns alle ein ziemlich guter Weg! Liebe Grüße!

  15. Dörthe von ars textura says:

    Hallo liebe Kea,

    wow, dein heutiger Beitrag geht wirklich unter die Haut! Er hat mich wirklich bewegt! Ich finde es unglaublich mutig von dir, so offen über dieses Thema und deine persönlichen Gefühle zu schreiben. Den Mut muss man auch erst mal haben! Beim Lesen habe ich richtig mitgefühlt! Und dann noch die Frederick Geschichte am Ende! Wow! Dieses Buch war als Kind mein absolutes Lieblingsbuch!
    In unserer leistungsorientierten Welt muss es einfach ein paar Fredericks und Friederikes geben! Wenn wir alle wie kleine Arbeitsroboter vor uns hin funktionieren würden, wäre die Welt doch auch irgendwie langweilig! Und andersherum beneiden viele „funktionierenden“ Menschen oftmals die Kreativität derer, die eben etwas aus der Reihe tanzen. Aber zeigt die Geschichte nicht, dass die größten Literaten und Künstler alle ihr Päckchen zu tragen hatten und haben? Und wie viele Menschen wünschen sich so eine Begabung für Schreiben, Malen oder sonst was… aber dass dieses Maß an Sensibilität und Kreativität eben oft auch eine Kehrseite hat, lassen sie außer acht…
    Also bleib wie Frederick und mach DEIN Ding! Du bereicherst so viele Menschen durch DEINE Talente! Ich liebe deine Blogs und deinen Schreibstil! Es macht Spaß deinen Geschichten zu lauschen und die Farben und Sonnenstrahlen deiner Welt zu genießen. Du schreibst einfach immer so wundervoll detailverliebt und bildlich! Mach weiter so! Ich bin gespannt wohin dich dein Weg führt!

    Ganz liebe Grüße
    Dörthe

    1. kea kea says:

      Hach, Dörthe. Was soll ich sagen? Ihr macht mich fertig 😀 😀 😀 Ich bin sehr berührt durch euren tollen support! Danke!!! Der Beitrag hat eine ganze Weile gebraucht, vom Kopf, über Herz und Bauch in die Tastatur, aber jetzt fühlt er sich SO richtig an. Und eure tolle Reaktion bestätigt mir, dass es genau die richtige Zeit war, um euch mit meiner Angst bekannt zu machen 🙂 Wie schön, dass Frederik auch eins deiner liebsten Bücher war, die Illustrationen sind auch soooo zauberhaft!! Tausend Dank für die umwerfenden Komplimente, ich bin ganz rot und ich freue mich, denn mit meinem Schreiben zu berühren und zu erfreuen, das ist für mich tatsächlich einfach… einfach DAS Beste überhaupt! ♥♥♥ Ich hab jetzt schon so oft Danke getippt, gedacht und gefühlt heute und ich tu es noch mal: Danke, dass ihr mit mir auf dieser Reise seid. Das ist wirklich ein Geschenk! Ganz liebe Grüße zurück zu dir! Kea

  16. HIMMELSSTÜCK | Rahel says:

    Liebe Kea,
    ich finde es deine Offenheit grandios und muss sagen, dass ich dich hier im Netz immer als sehr starke Persönlichkeit wahrgenommen habe. Klug und intelligent vertrittst du deinen Meinungen, bist Beispiel und Vorbild. Ich beziehe das auf jeden deiner Posts, denn ich lese darin sehr viel. Natürlich habe ich auch zwischen den Zeilen oder auf anderen sozialen Medien deine Berichte über deine Krankheit gelesen, aber sie auch nicht wirklich wahr genommen. Wieso auch? Ich sehe dich nicht als „behindert“ an, sondern so, wie du dich auch gerne sehen möchtest. Ein Mensch mit Schwächen und Stärken. Nur das deine „Schwäche“ etwas mehr Raum in deinem Leben oder auch in deinem Körper einnimmt. Einer deiner stärksten Sätze in diesem Post ist für mich dieser: „… dass ich vielleicht genau durch diesen Umstand der Welt etwas zu geben habe.“ Ja, hast du, definitiv! Und genau das ist das Wunderbare! Das wunderbare und wertvolle an dir, liebe Kea! Eine Chance, deine Energie für andere Dinge zu verwenden. Nachhaltig, bleibend. Wie zum Bsp. deine Veröffentlichungen.
    Ich habe großen Respekt vor deinen Leistungen und wünsche mir, auch in Zukunft noch ganz viel dir zu lesen.
    Liebste Grüße!

    1. kea kea says:

      Liebe Rahel, ich bin wirklich ganz sprachlos – und das MIR! 😀 – über all das, was ihr hier schreibt! Was für tolle Leserinnen habe ich denn bitte? Ihr seid wunderbar! Danke für deine Rückmeldung, für all das Lob, das mich fast beschämt zurücklässt. Danke! Und ich wünsche mir so sehr, dass das wahr wird – dass diese Einsicht, dieses Annehmens meines anders-Seins ein Startschuß sein kann. Vielleicht erscheint dieser Beitrag gar nicht so zufällig zum Jahres-Ende und 2017 habe ich die Möglichkeit, die Energie, die ich bisher in den Kampf gegen die Angst-Windmühlen gesteckt habe, in etwas Gutes umzuwandeln und die Angst nicht als Makel meines Lebens, sondern als seine große Chance zu erleben. Danke, dass ihr mich in diesem Glauben bestärkt! Das tut unendlich gut! Liebe Grüße! Kea

  17. Lisa says:

    Liebe Kea,
    was für ein wunderbarer, ehrlicher und mutiger Beitrag! Ich finde es so inspirierend, dass du immer mal wieder zeigst, wie es „hinter den Kulissen“ aussieht, dass Blog & Selbstständigkeit nach außen hin zwar immer toll wirken, aber noch lange nicht verraten mit welchen persönlichen Problemen sich die Menschen dahinter tagtäglich befassen müssen. Ich habe zwar lange nicht so viel zu kämpfen wie du, trotzdem habe ich vor kurzem mit meinem Freund das gleiche Gespräch geführt. Ich hab nur selten einen Tag an dem mein Körper sich nicht schwer anfühlt, an dem ich richtig gut Luft bekomme und mir keine Sorgen mache. Für Ihn ist die Leichte und Sorglosigkeit aber ein ganz alltägliches Gefühl, da fragt man sich wirklich ob es nicht Zeit ist etwas zu ändern. Dein neues Ziel klingt großartig und seitdem wir uns kennengelernt haben, bist du mir sowieso immer wieder eine Inspiration. Ich bin also sehr dankbar über die Friederike in meinem Leben und drücke dich ganz fest aus der Ferne!

    Alles Liebe,
    Lisa

    1. kea kea says:

      Meine Süße ♥♥♥ Dein Kommentar kam gerade zum richtigen Zeitpunkt, ich danke dir dafür! Heute ging es dann Dank körperlicher Symptome doch nicht in eine letzte, erfolgreiche Uni-Woche und da waren Selbstzweifel und Frust doch wieder alte Bekannte. Stimmt. Unsere Blogs zeigen immer nur Ausschnitte von uns, ich bin auch ganz schön überrascht, wie viele Menschen mit ähnlichen Problemen und Gefühlen zu kämpfen haben! Oh man, ja, da hatten wir ja wirklich ein ganz ähnliches Gespräch – Leichtigkeit und Sorglosigkeit als alltägliches Gefühl: Das muss ziemlich gut sein! Ich will, dass wir das auch schaffen! Ich werde jedenfalls nicht aufhören, daran zu glauben, dass das auch für uns möglich ist 🙂 Und ich bin auch so froh, dass du da bist und ich dich aus meiner Berlin-Zeit mitnehmen durfte ♥ Unser Austausch ist mir so wertvoll und ich hoffe, dass wir bald mal wieder persönlich und nicht nur am Telefon quatschen können über alles, was großartig und alles, was auch mal dunkelgrau ist. Einen ganz lieben Drücker zurück!! Kea

  18. Anni says:

    Hallo liebe Kea,
    eine Freundin schickte mir deinen Beitrag und ich las ihn heute morgen in der U-Bahn – auf dem Weg zur Arbeit, der mit seit ich in Hamburg lebe noch viel mehr abverlangt als zuvor. Mir kamen die Tränen, ich weiß nicht ob aus Mitgefühl, dass du so leidest, oder vor Freude, dass ich nicht alleine mit diesen Gefühlen bin. Denn mir geht es ähnlich wie dir – auch wenn ich viele andere kenne, die unter Angst und Angststörungen leiden – wenn man mal wirklich nachfragt, kennen die meisten das nicht von Kindesbeinen an und man redet nicht auf Augenhöhe über das Thema.
    Dank jahrelanger Therapie schaffe ich meinen Alltag gerade ziemlich gut und habe nicht mehr jeden Tag Angst, das Haus zu verlassen. Wenn ich aber einen der doch relativ häufig schlechteren Tage habe, fühle ich mich oft völlig alleine damit. Ich kann meinem Chef nicht erklären, was in meinem Kopf vorgeht, ich kann mich nicht verteidigen, wenn ich Ärger bekomme, weil ich nicht so leistungsfähig bin, wie die anderen. Und ich will mich auch nicht erklären müssen.
    Ich habe jetzt endlich einen Schritt in die (denke ich) richtige Richtung gemacht und habe meine Stundenzahl halbiert. Es fühlt sich an wie ein Befreiungsschlag. Ich will Sport machen, meditieren, für mich sorgen. Meine Kreativität nicht mehr Wegsperren und mich nicht jeden Tag verstellen und zwingen müssen, so zu sein wie die anderen.
    Vielen vielen Dank für deine Worte, für deine Offenheit und für die Kraft, die du sicher vielen mit diesem Beitrag gibst. Ich wünsche dir alles alles Gute und ganz viel Selbstliebe <3
    Anni

    1. kea kea says:

      Hallo liebe Anni – ich habe mich heute so sehr gefreut, als ich von dir gelesen habe. Weil ich es unglaublich schön finde, dass dieser Artikel weitergegeben wird an Menschen, die das Thema betrifft. Das erfüllt mich mit ganz viel Wärme und gibt mir das Gefühl, dass die Entscheidung, sich so öffentlich zu meiner Krankheit zu bekennen, genau das Richtige war! ♥ Natürlich ist es nicht schön, dass auch du schon seit deiner Kindheit mit diesem Thema vertraut bist, aber es gibt mir das Gefühl, und dir eben hoffentlich ja auch, nicht allein zu sein. Wir sind schon zwei derselben Art 🙂 Meinen ehrlichen und herzlichen Glückwunsch, dass du dich zur Reduzierung deiner Stundenzahl entschieden hast! Ich finde das so gut und wichtig, dass du auf deine feinen inneren Stimmen (denn die hast du in ganz besonderem Maße, quasi als Nebenwirkung der Angststörung) hörst – wirklich wunderbar! Ja, wir müssen nicht sein, wie die anderen. Wir dürfen unser ganz eigenes Selbst sein, auch wenn wir in einer Welt leben, die uns das wirklich nicht beibringt. Aber vielleicht bringen unsere Ängste es uns bei? Ich schicke dir gute Energie, weiterhin viel Kraft und die Sicherheit, dass dein eigener Weg für dich der allerbeste ist! Liebste Grüße! Kea

  19. Jenni says:

    Liebe Kea.

    Ich weiß gar nicht, was ich auf diesen Artikel schreiben soll. Ich glaube: danke.
    Danke für deine Ehrlichkeit und deinen Mut und deine Kraft, all‘ das öffentlich zu machen, einen Diskurs anzuregen und anderen Mut zu machen. Schonungslos authentisch, weil ehrlich und absolut nicht abrechnend mit dir selbst – ich glaube, das ist der beste Weg überhaupt, damit umzugehen.
    Ich selbst habe zwar keine Angststörung, bin aber einigermaßen introvertiert und kenne solche Introvert-Days, an denen man das Haus nicht verlassen will, die Menschen alle doof sind und man sich am liebsten unter der Decke verkriechen und mit nichts und niemandem Kontakt aufnehmen möchte. Manchmal mag ich mich dafür selbst nicht leiden und habe das Gefühl, komisch zu sein. Dass das mit der Sozialkompartibilität nicht so ganz hinhaut (es sei denn, es ist wirklich ein sehr guter Tag oder ich konnte mich gut drauf vorbereiten), war schon immer so – an manchen Tagen ist es nur ein wenig schlimmer als an anderen und an dritten wiederum stört es gar nicht. Ich versuche es wie du: Das anzunehmen, was auch immer das ist und wie auch immer man das bezeichnen mag (jedenfalls in meinem Fall). Ich bin trotzdem gut so, wie ich bin und du bist es auch. 🙂

    Liebe Grüße und eine dicke Portion (Selbst)Liebe für dich!
    Jenni

  20. kea kea says:

    Guten Abend liebe Jenni 🙂 Danke für dein Danke! Es tut gut, jetzt so ganz Ich sein zu dürfen, ohne Angst vor Entdeckung. Und ich denke, vielleicht können dieser Artikel und auch die wundervollen Reaktionen von euch darauf anderen Betroffenen Mut machen, sich ebenfalls zu zeigen – mit ihren vermeintlichen Schwächen. Danke deshalb auch dir, dass du uns erzählst, dass es eben so viele verschiedene Arten gibt, die Welt und das Leben zu sehen und dass es auch für dich Hürden gibt. Dass wir eben nicht alle kompatibel sind mit dem, was die Gesellschaft von uns erwartet. Da wir aber die Gesellschaft SIND, können wir auch dazu beitragen, dass das Bild des Menschen vielfältiger und bunter wird und es keine Norm mehr geben muss, die Andersartigkeit ausgrenzt und Scham und Angst aussetzt. Deshalb freue ich mich so sehr über all die Erfahrungsberichte von euch – sie machen diesen Artikel wirklich stark! Ein schönes Zeichen von denen, die nicht so „normal“ ticken, oder? Ich drücke dich! Kea

  21. Lydia says:

    Liebe Kea, diesen Text wollte ich die ganze Zeit schon lesen, hatte aber keine Zeit. Jetzt aber! Vielen Dank, ich kenne viele dieser Gedanken. Ich selbst habe immer über mich gesagt: „Von meiner Konstitution her sollte ich eigentlich Schafe hüten“, habe mich aber trotzdem ins Wirtschaftsleben gestürzt. Nachdem ich jahrelang immer wieder über meine Grenzen gegangen bin, zwei Burnouts später und von Migräne gebeutelt lerne ich langsam zu akzeptieren, dass ich zwar mit viel Talent, aber weniger Leistungsfähigkeit ausgestattet bin. (Wobei ich das Tempo und die Ausdauer, die hierzulande als normal gelten, sehr in Frage stellen möchte. Fällt mir immer wieder auf, wenn ich im Süden bin oder in Asien, wie langsamer die Uhren dort ticken und wie alles viel mehr INTEGRIERT ist.) Jedenfalls bin auch ich u.a. deshalb selbstständig, weil ich nicht mehr auf Knopfdruck funktioniere und an manchen Tagen gar nicht. Schwer zu akzeptieren, ich verstehe Dein Hadern sehr gut. Ich habe selbst (Ego-, aber auch ganz praktische) Probleme damit, mich dem zu ergeben. Aber alles andere funktioniert nicht. Habe schon eine ganze Weile einen Blogbeitrag übers Funktionieren in meinen Entwürfen dazu herumliegen – mal sehen, wann ich mich traue, den rauszuhauen. 😉 Alles Gute für Dich, geh weiter Deinen Weg und lass Dich nicht beirren. Lydia

    1. kea kea says:

      Liebe Lydia, schön, dass deine Gedanken dazu nun doch ihren Weg zu mir gefunden haben. Nicht schön, dass du viele dieser Gefühle ebenfalls kennst. Über das Schafehüten musste ich schmunzeln – auf meinem Desktop tummelt sich seit ewigster Zeit ein Bild von einer Schäferin, die so stark und in sich ruhend aussieht. Vielleicht wärs ja wirklich was… Du, ich und viele viele Schafe 🙂 Spaß beiseite – ja, das Hadern… Ich glaube, es kommt immer mal wieder, aber wie auch nicht, in einer Welt, in der wir von lauter Menschen umgeben sind, die funktionieren. Was mir neulich geholfen hat, war der Rat einer Freundin: Stell dir mal vor, du wärst gesund und könntest 9 to 5 arbeiten. Wie würdest du das finden? Nach 3 Wochen? Nach 3 Monaten? Nach 3 Jahren? Ich musste mir eingestehen, ich würde dabei vermutlich eingehen wie eine Primel. Vielleicht ist unser „nicht-funktionieren-können“ eine Art unsanfter Schubs in die richtige Richtung? Vielleicht sind wir einfach besser, glücklicher und können mehr geben, wenn wir selbstständig sind? Dann könnte man mit dem Hadern aufhören, vielleicht. Ich wäre sehr gespannt, deinen Beitrag zu lesen. Liebe Grüße und ein bißchen Schafsblöken im Hintergrund dazu 🙂 Kea

      1. Lydia says:

        Mäh! <3

  22. Lea says:

    Liebe Kea,
    nun schreibe ich dir hier auch nochmal, nachdem ich dir vorhin nach so langer Zeit mal wieder eine Mail geschrieben habe. 🙂 Habe deine Artikel gerade gelesen und bin richtig gerührt, danke dir für diesen unglaublich großen Mut und dass du es mit uns teilst. Auch ich erlebe ähnliches wie du, auch wenn es bei mir nicht um eine Angststörung geht. Wir kennen uns noch nicht lange und gut, haben uns bisher ja meistens über unseren Design-Beruf ausgetauscht, ich weiß es nicht mehr genau, ob ich es dir schon mal erzählt habe, dass ich von Geburt an schwerhörig und aufs Lippenlesen angewiesen bin. Meine Lautsprache klingt etwas fremd, aber wenn man mich länger kennt, lernt man mich besser zu verstehen. Mein ganzes Leben lang, auch heute noch kämpfe ich immer wieder damit, so normal wie die anderen zu sein und zu leben, ich kenne genau diese Gefühle! Z.B. „Wenn obwohl ich dagegen gekämpft habe, wie gegen haushohe, feuerspeiende Drachen, unermüdlich, immer wieder – sie blieb immer da. Manchmal hatte ich sogar den Eindruck, je stärker ich sie niederringen wollte, umso gewaltiger wurde sie.“ Genau das empfinde ich auch! Ich lebe fast täglich mit der Angst, andere mit meiner eingeschränkten Kommunikation zur Last zu fallen und sie zu verunsichern. Es ist immer wieder eine Mutprobe für mich, mich zu integrieren. Es fühlt sich an wie eine Klammer, aus der ich mich so gerne befreien möchte. Ich probierte alle möglichen Theorien aus, mich zu befreien und einfach entspannter zu sein, wälzte Unmengen an Büchern. Auch sah man mir das nicht wirklich an, von außen nahm man mich als eine gut funktionierende Lea wahr, die positiv eingestellt ist, aber in mir sieht es völlig anders aus, ich teilte das kaum jemandem mit. Bis heute quäle ich mich immer wieder damit… und irgendwann habe ich mir plötzlich die Frage gestellt: Warum empfinde ich das eigentlich immer so negativ? Warum habe ich diesen blöden Glaubenssatz von mir? Höre auf, dich so fertig zu machen, du machst dich ja schlecht. Es ist doch gar nicht schlimm, es geht auch ganz anders, ich könnte ganz einfach ICH sein mit allem Drum und Dran, es gibt unzählige andere Wege, ich habe doch schon so viel erreicht, warum schlage ich mich immer noch damit rum und bin nicht glücklich? Ich müsste ganz einfach nur authentisch sein und somit würden meine Mitmenschen die Kommunikation mit mir auch weniger als Last oder als „fremd“ auffassen??? Ist eigentlich logisch. Oder habe das nur ich so gedacht und war manchmal deshalb „reserviert“? JA, ich reite jetzt mit dir und vielen anderen auf der Welle mit und sage JA zu mir und den einen „schwachen“ Teil von mir! Wenn ich dein Posting und die ganzen Kommentare von allen lese, bekomme ich wirklich das Gefühl, dass wir nach und nach aufwachen, hier ein Wandel passiert? Die uns wirklich gut tut… Das wäre wirklich unglaublich und zu schön, um es in Worte zu fassen. Freue mich sehr, dass ich dich hier wiedergefunden habe und wünsche dir und deiner Herzenskraft weitere so lebendige Momente! Liebe Grüße Lea

    1. kea kea says:

      Liebe Lea! Sooo schön, wieder von dir zu hören, hier und in meinem Mail-Fach! Habe mich wirklich sehr gefreut! Tausend Dank, dass du deine Geschichte hier mit uns teilst, ich empfinde das als echtes Geschenk, dass mein Beitrag so viele Herzen öffnen konnte, die sich hier in den Kommentaren mitteilen ♥♥♥ Wahnsinn, was du schon für einen Weg gegangen bist, von deiner Schwerhörigkeit habe ich ja bisher nichts gewusst – und wie toll, dass du für dich irgendwann an den Punkt gekommen bist, wo dir selber klar wurde, dass dich deine bisherigen Überzeugungen blockieren. Du hast das so schön ausgedrückt: Du könntest einfach DU sein. Manchmal ist es so klar, oder? Halt das Gefühl auf jeden Fall fest, denn genau so ist es: Du bist einfach du und das ist genau richtig! Ich hab mal in einem Buch von Louise Hay gelesen, dass wir ab heute ein für alle Mal aufhören sollten, uns selbst zu kritisieren. Das Ego denkt dann sofort, waaas, nein, nein, ich muss mich doch immer weiter verbessern und das geht nicht ohne Kritik. So ein Schmarrn! Wir können uns auch lieben und stehen trotzdem nie still – weil wir uns eben auf etwas Positives zubewegen und nicht von etwas Negativem weg. Gleiche Bewegung, aber völlig unterschiedliche Motivation 🙂 Ich freu mich auf unseren weiteren Austausch, hier und per Mail! Alles alles Liebe & bis ganz bald! Kea

      1. Lea says:

        Liebe Kea, da stimme ich vollkommen zu, dass wir mit der ständigen Kritik an uns aufhören sollten, ich bin gerade auch an diesen Punkten um das festzustellen. 🙂 Das finde ich von dir sehr gut ausgedrückt mit „Gleiche Bewegung, aber völlig unterschiedliche Motivation“ ich hab auch gedacht, dass wir den Spieß umdrehen sollten, es gerade andersrum funktioniert. Aus dem Loslassen, aus der Selbstliebe usw. heraus setzt sich die Energie frei…?! Alles Liebe zurück! Lea

  23. Anja says:

    Liebe Kea,
    Dein Text und deine Offenheit hat mich sehr berührt. Ich habe zwar keine Angststörung, aber ich kenne auch diese Tage, wo ich gar nichts auf die Reihe bekomme und nicht mal aus dem Haus komme. Bei mir ist das allerdings starken Schwankungen unterworfen zwischen wunderbar bis wirklich ganz katastrophal. Wahrscheinlich könnte man bei mir auch irgendwas schlussfolgern, aber ich weigere mich anzuerkennen, dass ich krank bin, auch wenn mich schon viele Menschen zum Psychologen schicken wollten und mir offensichtliche Dinge diagnostizierten. Ich finde mich viel mehr besonders und sehe es als eine Stärke. Ich glaube dass der Normalzustand absolut überbewertet und langweilig ist. Die besonderen Menschen, dass waren nie die Normalen, das waren nie die absolut Angepassten, das waren immer die, die gekämpft haben, die gefühlt haben, die anders waren.
    Was natürlich schwierig ist, ist eine Routine im Alltag aufrecht zu erhalten. Das kostet mich oft viel Kraft, mich „zusammen zu reißen“ und immer die gleiche Leistung zu bringen. Nach einem Arbeitstag falle ich darum auch oft müde ins Bett, wenn andere noch Einkaufen, Kochen und Ausgehen, ist mit mir nicht viel anzufangen. Aber vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass eben manche Menschen weniger Leistungsfähig sind. Und warum sollte das etwas Schlimmes sein? Dafür können wir vielleicht mehr Fühlen, kreativer denken, sind zielorientiert, und können besser mit unseren Ressourcen umgehen
    Und wer sagt eigentlich, dass wir weniger Leistungsfähig sind? Vielleicht ist es auch einfach nur so, das wir ANDERS leisten, während vielleicht andere Menschen regelmäßig jeden Tag wieder die selbe mittelmäßige Leistung abliefern.

    Liebe Grüße, Anja

    1. kea kea says:

      Liebe Anja, „Ich glaube, dass der Normalzustand absolut überbewertet und langweilig ist.“ , thihi, für diesen Satz könnte ich dich knutschen! Denn so ist es wirklich: Wir sind ganz besessen davon, „normal“ sein zu wollen, die Gesellschaft hat da einen sehr engen Korridor abgesteckt, was wünschenswert ist und was nicht und gerade im Bezug auf die Produktivität ist der sicher auch stark vom Wirtschaftssystem geprägt, in dem wir leben. Besonders schön finde ich das „anders leisten“ – denn das kommt mir auch immer stärker in den Kopf. Ich will mich dafür einsetzen, dass wir einen breiteren, gesellschaftlich akzeptieren Horizont bekommen, damit sich Menschen, die nicht 0815-mäßig funktionieren, trotzdem geschätzt und wertvoll fühlen können. Deswegen finde ich es ganz wundervoll, dass unter diesem Beitrag eure Kommentare offenbaren, dass wir doch irgendwie alle hier und da nicht so 100 % „funktionieren“ – dass nimmt hoffentlich einigen Leser*innen den Druck und trägt auch dazu bei, zu überdenken, ob der Standard, den wir definiert haben, vielleicht für das Menschsein gar nicht wirklich passt.
      Liebe Grüße an dich!
      Kea

  24. Wenn aus Tagen Nächte werden – Leben mit Depressionen – Kea schreibt – Lyrik & Text Blog says:

    […] ist nicht das, was ich am meisten fürchte – obwohl ich als Mensch mit Panikstörung diese Anfälle aus heiterem Himmel kenne, die mir das Herz bis zum Hals schlagen lassen und mich in […]

  25. Mein erster Gedichtband ist da – Poetische Zeiten – Kea schreibt – Lyrik & Text Blog says:

    […] war. Ich habe in den vergangenen Monaten sehr persönliche Texte veröffentlicht: Über mein Leben mit einer Angst- und Panikstörung, über meine depressiven Phasen und auch immer wieder über Liebe und Selbstliebe. Wie es sich […]

  26. finchenmagsmeer says:

    Hallo Kea, nun bin ich auch endlich auf deinem Blog gelandet, nachdem ich Dir über Instagram schon etwas länger folge und mich Deine Gedanken schon so oft so sehr aufs Wunderbarste ins Herz getroffen haben… Da musste ich jetzt einfach auch mal schauen, was auf Deinem Blog so los ist und ich bin wieder mal aufs Tiefste berührt und glücklich, das ich Dich und Deine Seite auf Instagram gefunden habe (übrigens über @juli.pott, die ja jetzt auch einen wundervollen Blog angefangen hat, den ich nur aufs Wärmste weiter empfehlen kann!!). Deinen Artikel über die Angststörung und vor allem auch die Kommentare dazu haben mir mal wieder aufgezeigt, wie sehr wir Menschen wie Dich und all die Anderen brauchen, die offen über ihr „Nichtperfektsein“ sprechen und mir und uns zeigen, dass das „Perfektseinwollen“ uns oft nur unglücklich macht und das wir erst, wenn wir uns so annehmen, wie wir sind, auf dem richtigen Weg sind. Deswegen weiter so!!! Diese Offenheit macht so vielen anderen Menschen Mut und auch ich denke viel mehr darüber nach, wie ich meinen Weg trotz all meiner Ängste und meiner Depression finden kann! Denn das es diesen Weg gibt, zeigst Du uns und auch die vielen lieben Menschen, die Dir hier schon geantwortet haben! Denn wenn wir uns darüber austauschen, dann wollen wir gehört werden und uns und anderen zeigen, das es geht – ein Leben abseits des „Normalen“, mit Verständnis und Empathie für sich und andere und deren Nöte und Bedürfnisse und Ängste. Lassen wir uns nicht einschüchtern, sondern laut und offen darüber reden und schreiben und es alles mehr im Alltag vieler Menschen integrieren. Das wäre so schön!!! Damit wir uns alle so akzeptieren können, wie wir sind, ohne Angst und Unverständnis vor den Anderen!!! Ich drücke Dich dafür und wünsche Dir für alles Neue ganz viel Liebe und Glück und Sonne im Herzen!! Tina 🙂

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