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Lähmt das Internet die Freiheit der Gedanken?

February 23, 2017
Freiheit der Gedanken

Die Überschrift mag seltsam anmuten. Wieso sollte die Erfindung des world wide web unseren gedanklichen Horizont schmälern, wo wir doch nun rund um die Uhr Zugriff auf alle nur denkbaren Informationen aus aller Herren Länder haben? Wir können uns inspirieren lassen, diskutieren, weit über Ländergrenzen hinweg, wir können recherchieren und nachprüfen und Neues in uns aufsaugen wie Spongebob.

Aber eine Frage, die Ricarda vom Blog 23 qm Stil neulich in einer facebook Gruppe stellte, brachte mich ins Grübeln. Es war eine Diskussion rund um die Frage:

Brauchen wir noch eine Kommentarfunktion im Blog? 

Auf den meisten Blogs sind die Zahlen derjenigen, die einen Kommentar unter den Artikeln hinterlassen, rückläufig. Das ist kein Geheimnis. Und während es in der Gruppe eine angeregte und vielfältigen Austausch zum Thema gab, gingen meine Gedanken auf eine gedankliche Reise.

Was bedeutet diese Entwicklung für die BlogbetreiberInnen? Was macht eine Kommentarfunktion eigentlich mit uns?

Ich bin in der glücklichen Lage, eine überaus austauschfreudige Leserschaft zu haben – trotzdem kenne ich auch den Druck, der damit einhergeht. Das Gefühl, dieses Niveau halten zu müssen und die leise Panik, die einen beschleicht, wenn Kommentare plötzlich ausbleiben. Denn ganz ehrlich – etwas in mir liebt es natürlich, wenn meine Artikel die Menschen bewegen, wenn das, was ich schreibe zum Dialog motivieren kann! Und man gewöhnt sich an diese Aufmerksamkeit, man will sie nicht mehr missen. 

Wäre es eine Möglichkeit, uns von der Suche (oder Sucht) nach Anerkennung, zu befreien, indem wir die öffentlich einsehbare, direkte Interaktion einfach ausschalten würden?

Denn wenn wir unter dem Diktat der Aufmerksamkeit stehen – was tun wir aus uns heraus, also gewisser Maßen von Innen nach Außen – und was genau andersherum? Was ist uns wirklich ein Bedürfnis, auszudrücken und was tun wir, um beklatscht zu werden? Ich habe bereits in dem Artikel “ich blogge, also bin ich?” darüber geschrieben, dass mutmaßlich nur wenige von uns bloggen würden, wenn wir niemals Feedback erhielten.

Vielleicht mag das für alle, die bloggen, um Kooperationen an Land zu ziehen, auch einfach zwingende Bedingung sein, da geht es um messbare Zahlen und um Business. Da wird eben doch oft den Bedürfnissen des Marktes liebevoll entgegen geschrieben. Was auch in Ordnung ist, andere Baustelle, andere Regeln. 

Aber wer seine Gedanken über die Welt verbloggt, der könnte eigentlich frei von der Leber weg schreiben. Warum also fällt das so schwer?

Freiheit der Gedanken

Ich erinnere mich an meine internetlose Jugend, als ich Artikel in Zeitschriften las – allein. In meinem Zimmer. Austausch darüber fand in der Pause auf dem Schulhof statt. Aber ich erinnere mich auch daran, dass in viele der Jugendbücher, die ich in der Bibliothek gleich rudelweise auslieh, auf den inneren Umschlagseiten Kommentare der LeserInnen mit Bleistift oder Kuli eingetragen worden waren. Lob, Kritik, Empfehlungen. Die AutorInnen dürften davon in den wenigsten Fällen etwas mitbekommen haben. Natürlich gab und gibt es auch noch die offizielle Literaturkritik, aber die direkte Rückmeldung durch die KäuferInnen war allenfalls auf Lese-Tour möglich.

Und einerseits ist die Errungenschaft der zweispurigen Kommunikation im Internet, die Möglichkeit zum wechselseitigen Dialog, eine fast schon politisierende, demokratische Entwicklung. In Fragen der kreativen Entfaltung und der Kunst und manchmal vielleicht sogar in der reinen Meinungsäußerung kann sie aber eine Art Zensur-Riegel vor den blinkenden Cursor am Bildschirm schieben. Dann, wenn jemand vor der Tastatur sitzt, wie ich – ohne dicke Haut und mit reichlich Sensitivität gesegnet.

Alles ist öffentlich – auch der Erfolg oder Misserfolg unserer schriftlichen Ergüsse als BloggerInnen. Das Echo der Leserschaft, auf die unsere Artikel stoßen, ist nicht irgendeine Auflagenzahl, die lediglich im Verlagsarchiv gespeichert wird, Nein.

Alle können unmittelbar einsehen, ob unsere Inhalte relevant sind oder nicht. Gewissermaßen ein gnadenloser Index.

Jeder sieht, ob das, was ich tue, irgendjemanden interessiert. Oder gar begeistert. Und dazu bringt, sich in seinem hektisch summenden Alltag ein paar Minuten Zeit abzuzwacken, um unter meinem Beitrag einige Zeilen zu tippen. Mich hemmt das.

Da greift dann die Selbstzensur und ich bügele hier und dort meine Sätze etwas glatter, füge ein Happy End ein, wo ich vielleicht gar keines fühle und lasse Gedanken aus, die mir zu unbequem oder kompliziert erscheinen. Bloß nicht zu schwermütig werden! Es könnte sich ja jemand gestört fühlen. Verfluchte Sucht nach Bestätigung!

Autorin und Lehrerin Byron Katie hat einmal gesagt, wenn sie ein Gebet hätte, wäre es dieses:

Lieber Gott, bewahre mich vor dem Verlangen nach Liebe, Anerkennung oder Wertschätzung. Amen.

Freiheit der Gedanken

Wenn ich mir die lange Liste an KünstlerInnen, SchriftstellerInnen, MusikerInnen anschaue, die sich meiner Verehrung sicher sein können, dann haben sie alle diesen Kampf gefochten, den Kampf mit dem Wunsch, geliebt zu werden. Da war sogar ein Erfolg manchmal eher Fußfessel, als Flugantrieb. Weil das Gefühl der Anerkennung durch das Außen nur so kurz währt. Und auf der Erfolgswelle sofort die Angst und der Druck mit an Bord steigen, es nicht noch einmal zu schaffen. Dabei entdecke ich ihre Geschichten, ihre Selbstzweifel und ihr Gefühl des Einsam- und Verlorenseins meist erst im zweiten Schritt. Zuerst begegne ich ihren Liedern, Büchern, Filmen und wenn ich dann in ihre Lebensgeschichten eintauche, finde ich den Grund, warum sie alle so stark mit mir resonieren.

Und manchmal frage ich mich: Wenn all diese wundervollen Seelen es nicht geschafft haben, auf Dauer glücklich und ausgeglichen zu sein – wer bin ich dann, es zu schaffen? So viele von ihnen haben Selbstmord begangen, sind an der Welt gescheitert oder hatten ernsthafte Drogenprobleme, weil sie das Leben nicht aushalten konnten. Oder den Erfolg oder den Misserfolg – oder den ewigen, ewigen Kreislauf aus allen dreien. 

Das bedeutet nicht, dass ich jetzt den Drogen zusprechen werde oder mich umbringen möchte – um Missverständnissen vorzubeugen. Es zeigt nur, dass ich manchmal an den großen Fragen des Lebens verzweifele. Vermutlich sogar recht oft. Wo kommen wir her, wo gehen wir hin und wozu das alles überhaupt? Und kann ich es schaffen, mich davon zu lösen, was andere über mich denken? Wäre das dann ein Gefühl wirklicher Freiheit? Oder Frieden?

Mein Fenster zur Welt bietet leider nicht immer einen heiteren Ausblick. Und immer schaut mir die Angst über die Schulter, wenn ich schreibe, dass dieser Blickwinkel zu düster sein könnte. Dieses Gedicht entstand aus diesen Überlegungen – über diese wohldosierte Traurigkeit, die die meisten von uns ihren Mitmenschen zumuten, aus Angst, das volle Gefühl, das in uns ist, könnte zu viel sein. 

Suche nach AnerkennungDabei ist das ja alles gar kein Widerspruch. Natürlich gibt es auch in meinem Leben viel Licht, tief empfundene Freude und Dankbarkeit. Da ist aber noch Luft nach oben. Und in mir ist ein tiefer Wunsch nach Echtheit, nach einem wirklichen sich-Ausleben. Vor allem literarisch. Ich bin noch nicht soweit, ein Quell der sprudelnden Freude zu sein und nur noch positive, bestärkende Texte zu schreiben. 

Deshalb ist der Gedanke manchmal verführerisch – meine Vergangenheit als interaktive Bloggerin hinter mir zu lassen und diese Seite einfach als mein Fenster zur Welt zu betreiben, als meinen Ort, an dem ich laut denken kann. Egal, ob das jemanden erschreckt, unabhängig davon, ob es seicht genug oder inspirierend genug ist. Irgendetwas in mir zieht mich jedenfalls in diese Richtung. 

Meine Texte in die Welt stellen und einfach so für sich stehen lassen. Als eine Art schriftliches Buffet und wer mag, der nehme sich?

Alleine wäre ich damit nicht, wenn auch die Gründe für ein Deaktivieren oder gar nicht erst Aktivieren der Kommentarfunktion variieren können

Da wären die Jungs von Dandy Diary, die ganz freimütig schreiben:

Wir schreiben diesen Blog schließlich nicht, damit jeder dahergelaufene Hund seinen Kot darunter setzen kann. Wir schreiben vielmehr, weil wir uns unserer Sache sicher sind. Wer anderer Meinung ist, als das was wir schreiben, kann gerne einen eigenen Blog schreiben.

Ist jetzt vielleicht auf den ersten Blick etwas arrogant, aber durchaus ein Standpunkt, den man haben kann. 

Daria von dariadaria schaltete die Kommentarfunktion ihres Blogs und vorübergehend auch vieler ihrer Social Media Kanäle ab, weil sie mit den verletzenden Angriffen nicht mehr leben wollte – verständlich, wenn man diese illustre Auswahl verbaler Entgleisungen durchliest.

Und ich? Ich würde sie abschalten, um die Freiheit über meine Gedanken wiederzuerlangen.

Irgendwie schlummert da schon in mir der Wunsch, es den oben genannten Bloggern gleich zu tun und einfach meine Texte in die Welt hinauszupusten, auf „veröffentlichen“ zu drücken – und damit aus der Nummer raus zu sein. Freie Gedankenkotze, egal, ob sie jemand mag oder nicht.

Aber was dann? Da ist nämlich noch etwas anderes in mir: Die Neugier auf eure Meinung. Und meine bisherige Erfahrung als Bloggerin, nämlich die, dass über einen so unscheinbaren Button, wie „kommentieren“ über Monate hinweg Bekanntschafen und Freundschaften entstanden sind, die den Sprung in mein analoges Leben geschafft haben. Darauf verzichten? Schwer vollstellbar. Deshalb lasse ich diese Funktion erstmal da, wo sie ist. 

Trotzdem ist dieser Beitrag zumindest ein guter Ausgangspunkt, denn besonders hoffungsgetränkt ist er wohl nicht. Dafür aber 100 % echt.

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12 Comments

  • Reply Bettina February 23, 2017 at 2:27 pm

    Wie schön, dass man – noch – kommentieren kann
    Ich stimme dir in vielen Punkten zu, bzw erkenne mich wieder. Mir geht es oft so, dass ich versuche, gefällig zu sein. Bzw muß ich mich dauernd genau beobachten, ob ich das, was ich schreibe, auch wirklich so denke oder ob ich nur unbedingt gelesen werden möchte. Wobei ja noch nicht mal gesagt ist, dass ich das tatsächlich erreiche, wenn ich mehr oder weniger gewollt so schreibe, wie ich meine, dass es am besten beim Leser ankommt.
    Anfangs hatte ich eine Heidenangst vor den Kommentaren, immer dieses Gedankengespenst “was denken die Leute über mich, wenn ich dieses oder jenes genau so schreibe, wie ich es denke”.
    Aber mittlerweile werde ich diesbezüglich gelassener. Dieses Geblogge ist wirklich ein total spannender Prozeß. Man entdeckt sich selbst in vielerlei Hinsicht ganz neu.

    Haben wir weiterhin Spaß dabei und denken viel, aber nicht zu viel, nach 😉

    Gruß, Bettina

    • kea
      Reply kea February 23, 2017 at 6:21 pm

      Ach, liebe Bettina! Was soll ich sagen? Ich hab es eben schon auf deinem Blog verewigt: Gottlob habe ich die Kommi-Funktion nicht abgeschaltet. Sonst hätte ich dich nicht gefunden und hätte die Gelegenheit verpasst, mich auf deiner Seite so wohlzufühlen. Ich mag deine klugen Texte, den Wortwitz und deine “Absichtslosigkeit” im allerbesten Sinne. Und hoffe, du hast inzwischen gemerkt, dass du überhaupt keine Angst haben musst vor Kommentaren. Die Welt braucht frische Geister ( nicht die mit dem weißen Umhang) wie dich. Schreib einfach weiter, ich komme definitiv wieder zu Besuch! Liebe Grüße, Kea

  • Reply Lydia February 23, 2017 at 3:14 pm

    Also, dann kommentier ich gleich mal wieder. 🙂
    Ich hab nicht so viele Kommentare auf dem Blog, aber manchmal sind ganz besondere dabei. (Wobei die wirklich besonderen per Mail kommen.) Manchmal geben mir die Kommentare das Gefühl, dass niemand meinen Text verstanden hat. So wie ich im RL auch oft nicht verstanden werde. Aber das ist Quatsch, denn jeder liest etwas anderes aus den Texten heraus, weil eben jeder durch die Brille seiner Erfahrungen und Konditionierungen draufguckt. Es ist auch interessant, was alles NICHT herausgelesen wird. Der Text gehört mir nicht mehr ab dem Moment, in dem ich den “Veröffentlichen”-Button gedrückt habe. Mittlerweile sehe ich es als Übung für mich, andere Sichtweisen besser zu verstehen.

    Die Sache mit dem Erfolg und Misserfolg: Beides gehört zusammen, so wie Freud und Leid zusammengehören. Das eine kann nicht ohne das andere da sein. Thich Nhat Hanh sagt: We need to learn to suffer well. Gut leiden – das geht gegen unseren westlichen Glücksanspruch. Aber es gehört auch zum Leben, und manchmal leidet man ja auch mit Wonne – wenn Du weißt, was ich meine. 🙂 Ich merke, dass alles, wirklich alles zwei Dimensionen hat, mindestens. Wie Du schreibst: Man kann am Erfolg genauso zugrunde gehen wie am Misserfolg. Oder an beidem wachsen.
    Charles Eisenstein hat mal erzählt, dass sein erstes Buch vor vielen Jahren gefloppt ist. Und das war auch gut so, weil er mit dem Erfolg damals gar nicht hätte umgehen können. Er musste erst durchs tiefe Tal…

    Danke für das wunderschöne Gedicht und danke, dass Du keine Clickbait-Überschriften benutzt. Ich schreib manchmal welche aus Jux und sie funktionieren jedesmal. Das macht mich echt fertig. 😀

    • kea
      Reply kea February 23, 2017 at 6:28 pm

      Lydia, für den Kommi könnt ich dich knutschen 🙂 Ich stell mir grad vor, wie du die trashigsten clickbait-Headlines zusammenschreibst, sie veröffentlichst und beim Blick auf die Statistik dann den Kopf rhythmisch auf die Tastatur haust 😀

      Und alles, was du über die verschiedenen Perspektiven sagst, aus denen ein Text gelesen wird: Chapeau, lässige Art, da dranzugehen, gefällt mir sehr gut! “Mittlerweile sehe ich es als Übung für mich, andere Sichtweisen besser zu verstehen.” – wenn das doch alle tun würden. Nicht nur auf Blogs, vor allem im Leben.

      Ach, ja, Thich Nhat Hanh, die coole Socke. Der hats einfach raus. Ich hab gelesen, dass er in der ersten Zeit nach seiner Hirnblutung nicht sprechen konnte und seinen Anhängern dann zum Beispiel eine Avocado hinhielt und lächelte, um sie auf die Schönheit und Vollendung dieses feinen Gemüses hinzuweisen. Seine Seelenruhe möchte man haben 😉

      Stimmt… Auch ein Misserfolg kann das Beste sein, was einem passieren konnte. An guten Tagen denke ich ja auch, dass alles, was uns passiert, das Beste ist, was passieren kann – weil es eben passiert. Und daher irgendwie Teil eines guten Plans ist. Den wir gar nicht überblicken können, weil wir mit der Lupe auf etwas schauen, das so groß ist, wie ein Meer.

      Bezüglich des Gedichts: I like, that you like 😉

  • Reply Flo | Tasteboykott February 23, 2017 at 3:45 pm

    Frei machen sollten wir uns alle von unserem eigenen Druck, nur leider sagt sich das leicher als es getan ist. Ich bin großer Freund der Kommentarfunktion und des damit einhergehenden Austausches, aber ich habe bisher auch keine negativen Erfahrungen machen müssen und bekomme nur wenig direktes Feedback.

    • kea
      Reply kea February 23, 2017 at 6:31 pm

      Guten Abend Flo, negative Erfahrungen, wie zum Beispiel dariadaria musste ich zum Glück auch fast nie machen, zwei Ausreißer mal ausgenommen. Bei mir ist der negative Effekt ja eher der, dass in meinem Hirn dann der Druck entsteht, wieder abliefern zu müssen. Deswegen denke ich schon manchmal, dass es meinem Schreiben gut tun würde, meine Texte kommentarlos “abzuliefern” – aber dann les ich euch hier und aaach, Nee. Dann kann ich’s nicht! Einfach nicht drin 🙂 <3

  • Reply Julius February 23, 2017 at 7:31 pm

    Hallo,
    Vielleicht trifft “Sich fügen heißt lügen” auch bei der Kommentafunktion eines Blogs zu. Ich finde den Beitrag super.
    Ich stehe immer kurz vor dem Nervenzusammenbruch, wenn ein negativer Kommentar (oder Bewertung) reinrasselt 😀 … Nein das stimmt nicht ganz…Eher kriege ich den schon vor der eigentlichen Veröffentlichung eines Beitrages 😉
    Liebe Grüße,

    • kea
      Reply kea February 25, 2017 at 4:48 pm

      Herzlich Willkommen auf meiner Seite, Julius 🙂 Finde ich super, dass du das so ehrlich zugibst – denn das geht uns doch irgendwie alle so, oder? Negative oder ausbleibende Rückmeldungen sind schmerzlich, das kann man nicht schön reden. Aber es kann ein Trost sein, wenn man tief in sich selbst spürt, das man sich selbst treu geblieben ist. Auch wenn das die Außenwelt nicht so feiert oder honoriert, wie man es sich gewünscht hat. Und wenn die Kritik konstruktiv ist, kann man vielleicht sogar noch was mitnehmen. Liebe Grüße an dich! Kea

  • Reply Susanne February 24, 2017 at 10:05 am

    Liebe Kea,
    ich habe kaum Kommentare auf meinem Blog und mir macht es tatsächlich nichts aus. Auf meinem Blog schreibe ich aus dem Herzen heraus. Bei meinen anderen Projekten sieht es aber anders aus. Ich wollte immer eine berühmte Schriftstellerin werden. Und nun? Ich weiß es nicht. Ich merke, dass ich Angst habe. Angst, nicht gut genug zu sein, es nicht zu schaffen. Angst, vor Erfolg, vor Veränderung. Was ist , wenn die Leute nicht mögen, was ich schreibe? Soll ich mich lieber im Hintergrund halten und E-books schreiben? Wenn ich ein Buch schreibe, tu ich es dann, weil ich es von Herzen möchte und schreibe ich, wie es mir gefällt oder versuche ich, dem Außen zu gefallen und hoffe auf Applaus, Glanz und Ruhm? Dann fange ich meistens gar nicht erst an…
    Auf jeden Fall bin ich froh, dass du deine Kommentarfunktion noch nicht abgeschalten hast. Mir würde sie fehlen. Denn oft bringen mir die Kommentare der anderen auch so viel, heute zum Beispiel der von Lydia. Die Jungs von Dandy Diaray haben eine coole Einstellung und Byron Katie mag ich auch sehr gerne. 😉 Alles Liebe für dich,
    Susanne

    • kea
      Reply kea February 25, 2017 at 4:53 pm

      Ach, liebe Susanne, du sprichst mir aus dem Herzen mit all deinen Fragen. Ich sehe sie ja eher als Zeichen dafür, dass du unbedingt ein Buch schreiben solltest, denn da spricht eine Künstlerseele aus dir 🙂 Mit all diesen besch****** Zweifeln, die niemals aufhören und auch bei den ganz Großen nie aufgehört haben. Sie sind Antrieb und Handbremse in einem, aber ich glaube, sie gehören einfach dazu. TROTZDEM machen, lautet mein Motto – meistens 😉 Eure lieben und inspirierenden Antworten unter diesem Beitrag haben mich von dieser Idee auch erstmal Abstand nehmen lassen. Ich versuche einfach, beim Schreiben die Scheukappen aufzusetzen und mich Stück für Stück freizuschreiben. Habe erst heute auf Instagram neue Gedichte veröffentlicht, von denen ich weiß, dass sie nicht ganz so massenkompatibel sind. Es sind erste, zaghafte Versuche, aber sie fühlen sich richtig an. Ich wäre gespannt auf die Geschichten, die dein Herz dir diktiert 🙂 Liebe Grüße! Kea

  • Reply Isabelle March 23, 2017 at 11:48 pm

    Liebe Kea,
    ich liebe jeden deiner Artikel, auch auf 30+ und in Die Salons.
    Wenn ich wollte, könnte ich dir Romane voller Lob und Reflexion unter jeden Beitrag schreiben.
    Tue ich jedoch nicht. Warum? Weil ich dafür aktiv nachdenken müsste, all die Empfindungen in Worte pressen müsste. Das kostet nicht nur Zeit sondern auch Ressourcen. Natürlich würde es mir selbst gut tun, aktiv zu reflektieren. Doch ich lese (deine) Blogs primär um den Horizont meines innerlichen Empfindungsbrei zu nähren. Ausdruck nach außen ist nicht vorgesehen. Manchmal tut mir das sehr leid, denn ich profitiere stetig, ohne etwas zurück zu geben. Meistens verdränge ich jedoch, dass ich dir Anerkennung schuldig bin. Schuldig sein möchte. Ich bewundere dich sehr. Denn du hast ein wunderbares Ventil für deine Gedanken, deine Reflexion und Weltschmerz (bitte mehr davon) gefunden. Ein Ventil, für das man sehr viel Mut braucht. Und Talent. Du hast das alles und gefühlt kann kein Kommentar meinerseits deiner gerecht werden.

    Nun kennst du die Gedanken einer stillen Leserin. Die weiß, dass du lächeln wirst. Und das ist ihr Feedback genug <3

    • kea
      Reply kea March 24, 2017 at 4:14 pm

      Liebe Isabelle, mich hat es ganz schön umgehauen beim Lesen deines Kommentars ♥ ♥ ♥ . Wahnsinn, vielen lieben Dank! Ja, ich habe gelächelt, aber ein Tränchen hab ich auch verdrückt – tausend tausend Dank für diese so wertschätzende Rückmeldung. Danke, dass du dich zu Wort gemeldet hast, es ist wunderschön, zu wissen, dass dich meine Artikel so berühren und bereichern! Und nun hast du mir etwas so Schönes zurückgegeben, denn ein Screenshot von deinen Worten kommt in meinen Motivations-Ordner, den ich konsultiere an den “ich kann nichts und ich bin nichts”-Tagen – die wir wohl alle kennen. Sie werden mich also kontinuierlich immer wieder begleiten, mir Luft unter die Flügel pusten und mich weitermachen lassen – Danke dafür!
      Ich schicke dir allerliebste Grüße und würde mich freuen, dich auch ab und zu hier lesen zu dürfen, aber natürlich nur, wenn du magst! Alles Liebe ♥ Kea

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