Keas Reise oder die Suche nach dem Glück

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Södahl Summer fern

Ihr wollt wissen, was mich die letzten Wochen glücklich gemacht habt? Mein neuer Nipprig-Sessel, der mit mir auf S-Bahn-Tour quer durch Berlin ging? Ja, definitiv. Die Södahl-Bettwäsche, die eine sehr lange Reise von Dänemark zu mir gemacht hat? Aaaabsolut. Meine Home-Story auf Solebich (Wer sie noch nicht gelesen hat, klickt hier)? Natürlich auch! Aber das, was mich am allerglücklichsten gemacht hat, war meine Entscheidung, ein positiverer Mensch zu sein. Kann man sich einfach dafür entscheiden? Für mehr Sonne, mehr Licht und mehr Freude? Klingt irgendwie seltsam, aber ich habe es getestet und stelle fest: man kann. Es ist nicht so, dass ich die letzten 30 Jahre ein Trauerklos gewesen bin. Aber durch ein Arbeitsbuch von Julia Cameron zur Aktivierung der eigenen Kreativität (das ich ursprünglich nutzen wollte, um meine schriftstellerischen Ambitionen weiter wachzukitzeln) erkannte ich, dass in meinem Kopf doch eine ganze Menge unnötiger Sorgen und Ängste kursieren, die ich eigentlich nicht brauche. (Wer ebenfalls seinen inneren Künstler suchen und/oder finden will: Buchempfehlung) Ich hatte es so sehr zur Gewohnheit werden lassen, alle möglichen Schreckens-Szenarien in meinem Kopf in Endlosschleife abzuspielen, dass ich darüber vergaß, mich an all dem Schönen um mich herum zu erfreuen. Mein ständig nörgelnder und überängstlicher Geist war zu meinem eigenen Kryptonit geworden, das mir die Kraft raubte, meine Energien absorbierte und mich lähmte. Dank des Buches erkannte ich plötzlich, was da für ein immenser Motz-Klops in meinem Kopf hauste! Dieser innere Saboteur, der immer hübsch warnt und mahnt und all die fürchterlichen Dinge aufzählt, die passieren könnten, wenn man sich traut, jenseits der befestigten Lebenswege einfach mal einen Offroad-Kurs einzuschlagen. Wenn man einen Schritt aus der vielbesungenen „Komfort-Zone“ machen möchte. Tatsache ist aber, dass in 99% der Fälle all die möglichen Desaster, die der Motz-Klops mir in den schillerndsten Farben ausmalte NIE eintraten. Also habe ich den Entschluss gefasst, ihm deutlich weniger zuzuhören. Ihn einfach mal in der Ecke stehen zu lassen, ihm nachsichtig-liebevoll über seine von Sorgenfalten zerfurchte Stirn zu streicheln und dann die Tür ins Leben aufzumachen. Das Ganze ist erst 7 Tage alt, aber ich kann sagen, es waren 7 verdammt großartige Tage! Und während ihr vielleicht mal nachschaut, ob ihr auch so ein ausgewachsenes Exemplar in euren hübschen Köpfen beherbergt, dem ihr eventuell etwas Aufmerksamkeit entziehen dürft, erzähle ich euch noch zwei schöne Geschichten zu meinen neuen Mitbewohnern:

Da wäre einmal Södahl Summer Fern Sengelinned. Wie bitte? Ja, genau so ging es mir auch, als ich mithilfe des Google Translators meine erste Bestellung auf DÄNISCH tätigte. Hinter den hübschen Worten versteckt sich meine absolute TRAUM-Bettwäsche aus dem Hause Södahl, die mir irgendwo in den Weiten des www begegnete. Einige Klicks später musste mein frisch entflammtes Herz mit Entsetzen feststellen, dass die Garnitur ausschließlich an Adressen in Dänemark versendet wird. Mein Motz-Klops wollte schon zur Schnappatmung ansetzen, da meldete sich auf meine Facebook-Hilferuf die wunderbare Becky bei mir, die ich übers Bloggen kennengelernt habe und die noch einige Wochen bei reform cph in Dänemark weilte (ihr erinnert euch vielleicht an meinen Post über deren fabelhafte Küchenfronten vor einigen Wochen). Sie war so lieb, mir die Bettwäsche zu bestellen und sie im Anschluss weiter nach Berlin zu schicken. Über das Porto von Dänemark nach Deutschland wollen wir an dieser Stelle den diskreten Mantel des Schweigen breiten -.- .  Aber eingekuschelt in diesen sommerlichen Hauch aus Weiß und Farn kann man an so schnöde Dinge wie Zahlen gar nicht denken. Da schläft und träumt man federleicht!

Södahl Summer fern

Södahl Summer fern

Mein zweiter neuer Begleiter aus Rattan durfte mit mir schon die Berliner S- und U-Bahn unsicher machen – und das kam so: Eigentlich wollte ich bei Ikea nur schnell den schönen Lampenschirm der Nipprig Kollektion einheimsen und dann schnurstracks nach Hause fahren. Da hatte ich aber die Rechnung ohne den Rattensessel gemacht, von dem ich mich, einmal hineingesunken, einfach nicht mehr trennen konnte. Da Lampenschirm und Sessel das Fassungsvermögen meiner ausgestreckten Arme leider überschritten, entschied ich mich für die Sitzgelegenheit. Eine gute Entscheidung, da die Dame vor mir an der Kasse einen vierstelligen Betrag mit 20 Euro Scheinen zahlte, die alle auf ihre Echtheit geprüft werden mussten. Ich nahm in meinem Sessel Platz und übte mich in Geduld. Die Mitwartenden hinter mir ließen ihre Reue darüber vernehmen, dass sie kein Sitzmöbel im Einkaufswagen hatten. Eine gute Entscheidung auch deshalb, weil so ein kleiner Sessel in einer für ihn fremden Umgebung wie den öffentlichen Verkehrsmitteln dazu führt, Menschen zum Lächeln zu bringen. Ich weiß gar nicht mehr, wieviele Fahrgäste ganz entzückt waren von meinem fahrbaren Sessel und sich schmunzelnd erkundigten, ob sie vielleicht Platz nehmen könnten. In einer anonymen Stadt wie Berlin kommen die Menschen plötzlich in Kontakt miteinander, da hüpft mir das Herz vor Freude! Manchmal ist alles, was es dazu braucht, ein Sessel mit Sitzkissen in der S-Bahn.

Ikea Nipprig

Und weil die Freude gerade einen Lauf zu haben scheint, verlinke ich hier unser gestriges JUNI-TREFFEN der HAUPTSTADT-MÄDCHEN, der Community für Berliner Bloggerinnen – Mädels, es war mir ein Fest!

Dieser Post ist ziemlich persönlich, er kommt von Herzen. Deshalb schließe ich ihn auch mit meiner Person ab und zeige euch, wie es aussieht, wenn Kea sich freut:

Foto am 03.06.15 um 19.13 #5

 

 

 

4 Comments

  1. Chèvre Culinaire says:

    Mensch Kea,
    was für ein herrlicher Post. Monsieur Motz-Klops ist mir durchaus nicht unbekannt – umso schöner zu lesen, dass du ihn durch den bloßen Entschluss in die Wüste geschickt hast. Möge er dort bleiben!
    Deine Glücklichmacher in Form von Bettwäsche und Sitzmöbel sind ganz großartig und ich teile deine Begeisterung! Hab ganz viel Freude an deinem Dänen und deinem Schweden 😉
    Schließlich bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich es wirklich außerordentlich schade finde, dass ich am zweiten Hauptstadt-Mädchen-Treffen wieder nicht teilnehmen konnte. Das dritte wird’s – ich spür’s!
    Alles Liebe,
    Anne

    1. kea kea says:

      Hallo liebe Anne, Danke für deinen lieben Kommi! Mir hat es enorm geholfen, jeden Morgen meine Gedanken aufzuschreiben – das hat doch noch mal eine ganz andere Kraft. Beim bloßen Denken merkt man manchmal gar nicht, welches Lied da in Dauerschleife gespielt wird. Und einmal entdeckt, kann man einfach so nicht weiter machen 🙂 An meinen Zuwächsen aus dem hohen Norden werde ich mich sicher noch eine ganze Weile sehr erfreuen! Und natürlich auch daran, dich endlich beim JULI-TREFFEN kennenzulernen 🙂 Liebe Grüße! Kea

  2. Sarah says:

    Liebste Kea,

    ein wundervoller Post und ich finde es bemerkenswert, wie Du dem inneren Saboteur den Kampf angesagt hast. Ich kenne das nur zu gut, der Kopf arbeitet immer und bedenkt jede noch so kleine Eventualität und das so lange, bis der Magen schmerzt. Deine Buchempfehlung werde ich mir wohl mal zulegen müssen. Wer weiss, vielleicht kriege ich mein ewiges Grübeln ja auch in den Griff.
    Und den Sessel und die Bettwäsche waren ja mal ein seeeehr guter Griff! Gefallen mir außerordentlich gut.
    Auf dem letzten Bild siehst Du wunderbar glücklich aus. Hast Du Dir die Haare abgeschnitten?

    Liebste Grüße,

    Sarah

    1. kea kea says:

      Meine Liebe, ich kann das Buch wirklich nur empfehlen! Man muss allerdings ein bißchen Zeit investieren, es empfiehlt sich also, dafür eine einigermaßen ruhige Phase abzuwarten 🙂 Und die Bettwäsche und den Sessel empfehle ich aus Wohlfühl-Gründen natürlich auch uneingeschränkt, thehe.
      Meine Haare abgeschnitten? Wo denkst du denn hin!!! 😀 Die sind natürlich noch dran, auf dem Foto nur in einem Knoten am Hinterkopf verschwunden 🙂 Kuss! Kea

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