Blogger-Leben Texte & Essays

Die Überästhetisierung der Blogosphäre

November 30, 2015

Langsam hat sie von uns Besitz ergriffen. Unseren Wohnzimmern, unseren Kleiderschränken, unserer Küche, unserer Freizeit – die Überästhetisierung. Was ich damit meine?
Neulich bin ich durch Berlin Mitte spaziert und fragte mich, wo das Spontane, das Kreative und Zufällige geblieben ist. Alles erschien mir so geplant, so gewollt und durchdesignt, jedes Schaufenster, egal, ob dort nun Seife oder Schreibwaren verkauft werden, war so seltsam gleichförmig. Einkaufspassagen für Konsumenten, die alle gerne ein Stück Lifestyle kaufen möchten. Dazugehören. Mitschwimmen. Mit dem, was alle wollen, kann man doch bestimmt nicht viel verkehrt machen. Und vor allem: Es ist geeignet, um sich in der digitalen Welt damit zu schmücken. Für viele Entscheidungen, die wir im ganz realen Leben treffen scheint deren Wirkung für unsere Selbstdarstellung in der virtuellen Realität Kriterium Nummer Eins zu werden.

Hach, ich lobe mir meine Kindheit, in der ich noch einfach ein Eis essen durfte, ohne dass ich es erst so lange fotografieren, verhastaggen und beflitern musste, bis mir die süße Soße klebrig die Finger herunterlief. In der man einfach im Moment war, nur für sich – und das genügte. Vorbei die Zeit, als man ein Konzert besuchte, aus voller Kehle mitsang und die Bilder im eigenen kardialen Erinnerungsspeicher ablegte. Jetzt recken sich den Musikern von heute keine Feuerzeuge und Damenschlüpfer mehr entgegen, sondern blassbläuliches Licht aus Handykameras.

Bin ich jetzt ab 30 schon eine, die sagt, dass früher alles besser war? Nun, alles sicher nicht, aber einiges vielleicht durchaus.

Denn was ich an meinen Mitmenschen und mir bemerke, ist eine wachsende Unfähigkeit, sich selbst zu genügen. Es reicht nicht mehr, etwas zu erleben, wir müssen es zwanghaft mit anderen teilen und wollen Aufmerksamkeit dafür. Und deshalb muss alles, aber auch alles möglichst gut aussehen, was wir tun, sehen oder zu uns nehmen. Einen ästhetisch anspruchsvollen Blogbeitrag zu fotografieren, das zählt für mich zu einem beruflichen Ereignis. Aber warum diese Inszenierung des Privaten? Ganz alltägliche Dinge avancieren plötzlich zu socialmediafähigen Ereignissen. Vielleicht liegt diese übertriebene Gestaltungssucht wirklich daran, dass wir selbst unsere persönlichsten Momente mittlerweile in die Öffentlichkeit zerren müssen/wollen/können. Instagram und Facebook machen es möglich, der ganzen Welt zu zeigen, was wir heute frühstücken. Wir verbannen Shampooflaschen mit zu bunten Etiketten aus unseren Badezimmern und selbst unsere Teedose soll typografisch ansprechend gestaltet sein. Es soll Menschen geben, die sich ihr Lunch nach Fototauglichkeit auswählen und weniger nach ihrem Appetit.

Was schon unter Normalsterblichen einen echten Druck erzeugt, auch im Privaten nicht einfach mal entspannt ohne Geschmacksvorgaben vor sich hin zu leben, hat sich unter den Bloggern gefühlt noch potenziert.
Ein Beispiel? Ein Farbschema auf Instagram. Alle Fotos sollen eine ähnliche Bildsprache, Farbgebung und Lichtsituation vorweisen. Gleichzeitig aber ist erklärtes Ziel von Instagram, sich hier privater zu zeigen, damit die Follower den Menschen hinter dem Blog besser kennen lernen. Also ganz persönliche Eindrücke zu gewähren. Aber wie persönlich ist das noch? Ich weiß nicht, welches reale Leben da draußen ein Farbschema hat – meins nicht. Mein Alltag hat keinen schmeichelnden Filter. Für manch große Firma mag ein Farbkonzept durchaus Sinn machen, hier fügen sich Produktfotos aus der aktuellen Kollektion mühelos aneinander. Aber für Menschen? Für Blogger, die eben doch nicht 1 zu 1 ihre Firma sind, sondern „nebenher“ auch noch ein ganz reales Leben führen?

Ich möchte mir jedenfalls die Freiheit nehmen, eine Blume am Wegesrand zu fotografieren, auf der sich in den frühen Morgenstunden die letzten Tautropfen tummeln. Auch, wenn das überhaupt nicht zu dem Bild passt, das ich gestern gepostet habe und noch weniger zu dem, das am Tag darauf vielleicht folgen wird. Mein Leben passt in kein Farbschema, dafür ist es einfach zu bunt. Und ich mag es so!

Denn manchmal ist es einfach auch der Zufall, der Kreativität erst möglich macht. Wenn mal ein paar unkontrollierte Gegenstände in meiner Wohnung herumfliegen und ich plötzlich eine Farb- oder Materialkombination entdecke, die einfach großartig ist. Und ich genieße Inspiration im Leben und in Wohnungen anderer Menschen, die sich noch nicht einfangen haben lassen von dem um sich greifenden Trend zur Interior Monotonie. Ich habe großen Spaß an Einrichtungen, die einen ganz eigenen Stil haben. Nicht monochrom, nicht auf Nummer Sicher. Unter Bloggern gar nicht so leicht zu finden, weil wir alle um unsere Klickzahlen fürchten, wenn wir plötzlich etwas in Blau, Grün oder Lila in unser Wohnzimmer integrieren.

Aber warum eigentlich? Weil wir mögen, was wir sehen. Ich kann das wirklich nur für mich bestätigen. Es gibt einige Trends, die ich im ersten Moment nicht mochte. Spitze Pumps. Makramee Wandschmuck. Rattanmöbel. Aber ich sah sie, jeden Tag, wieder und wieder, hundertfach, in Magazinen, auf Blogs und in Wohn-Communites. Und irgendwann fand ich sie plötzlich umwerfend und „brauchte“ genau diese Dinge. So funktionieren Mode-Erscheinungen. Und solange das einfach nur Spaß macht, finde ich es auch gar nicht so verwerflich. Aber was, wenn ich mir nicht mehr einfach eine Teekanne auf dem Flohmarkt kaufen kann, die ein Blumendekor hat. Die mir eigentlich gefällt, aber die nicht zu meinem skandinavisch schlichten Einrichtungsstil passt? Die ich so ja niemals auf meinem Blog oder bei Instagram zeigen könnte? Bin ich dann wirklich glücklich, wenn ich monatelang alle Online-Shops abklappere, auf der Suche nach einer Kanne, die allen Anforderungen genügt? Ist da nicht irgendetwas verrutscht?

Eine so überästhetisierte Welt bietet keinen Raum mehr für das Freie, Spielerische. Kaum Neues wird erfunden und gestaltet, stattdessen hemmungslos kopiert, die Währung ist Aufmerksamkeit. Ich habe in diesem System jetzt gerade Mal ein knappes Jahr mitgespielt. Und ich bin müde davon. Sicher kommt es nicht von ungefähr, dass ich vor kurzem begonnen habe, eigene Texte und Gedanken zur Welt hier auf meinem Blog zu veröffentlichen. Denn sie entziehen sich der Insta-Mania auf ganz natürliche Weise. Und sie lassen mir die Möglichkeit, etwas zu erleben, ganz unmittelbar, es erst in Herz und Kopf Einzug halten zu lassen, vielleicht eine Nacht oder zwei darüber zu schlafen und dann das Erlebte in Worten zu verarbeiten. Sie geben mir die Freiheit, ganz im Moment zu sein. Ob er schön oder hässlich ist, spielt dabei gar keine Rolle. Er hat mit Sicherheit kein Farbschema und auch keinen Filter – er ist einfach das, was er ist: die Gegenwart, die ich wahrnehmen darf.

 

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13 Comments

  • Reply Eclectic Hamilton November 30, 2015 at 1:53 pm

    Liebe kea, das hast du wundervoll geschrieben. Ich beobachte das auch schon länger und unterschreibe es zu 100%. Und ich finde, es ist in letzter Zeit schlimmer geworden.
    Aber: jeder so wie er will. Wir sind alle freie Menschen und wer aufgrund hoher Klick- und Followerzahlen bei diesem “Mainstream” mitmachen will, der soll damit glücklich werden (oder auch nicht). Ich bewahre mir meine Individualität auf meinem Blog und dekoriere so eklektisch wie gerade meine Stimmung ist!

    Greetings & Love
    Ines

    • kea
      Reply kea November 30, 2015 at 2:07 pm

      Liebe Ines, schön, dass dir der Artikel auch ein bißchen aus dem Herzen sprechen konnte! Ich habe auch den Eindruck, dass sich diese Tendenz immer mehr verstärkt und frage mich manchmal, wo das enden soll oder ob es irgendwann einen großen Knall und es eine Art Befreiungsschlag gibt. Ich bin gespannt! Für mich war diese stark genormte Ästhetik für eine Weile wirklich auch faszinierend, aber so richtig lange bei der Stange halten konnte sie mich nicht. Nun suche ich mich wieder und finde wieder neue Facetten und das ist doch bei weitem aufregender 🙂 Ich jedenfalls liebe die frischen Inspirationen, die mir Bloggerinen jenseits des Mainstream, wie du eine bist, bieten. Ich schätze den Austausch mit euch sehr und finde ihn so viel nachhaltiger als das tausenduneinste fast weiße Instagram-Posting. Liebe Grüße! Kea

  • Reply Mona - ichliebedeko.de November 30, 2015 at 10:13 pm

    Liebe Kea, ich habe deinen Artikel gerade so gelesen wie ein spannendes Buch, konnte einfach nicht aufhören deinen Worten zu folgen, so haben sie mich gefesselt. ein wirklich wahrer und mutiger Artikel, den ich genau so empfinde. Ich finde auch schade, dass man sich so schnell in seinem Stil manipulieren lässt, unbewusst – auch ich habe das schon an mir selbst bemerkt. Man sollte immer wieder zwischendurch Inne halten und sich selbst fragen, ob man das noch ist. Vielen Dank für deine inspirierenden Worte. Ganz liebe Grüße, Mona

    • kea
      Reply kea December 1, 2015 at 6:20 am

      Liebe Mona, toll, dass dich der Artikel so sehr fesseln konnte! Ich hatte ja neulich in meinem Artikel, in dem ich laut darüber nachdachte, ob bloggen Kunst sein kann, vorgeschlagen, dass man sich mal eine komplett socialmediafreie Woche gönnt, um zu schauen, was für Ideen in uns entstehen, wenn wir die permanente Bilderflut von außen nicht ständig vor Augen haben. Denn wie du sagst, durch diese permanenten Reize, die da auf uns einprasseln, werden wir geformt, um nicht zu sagen, genormt. Mein Stil war früher ein völlig anderer, sehr viel verspielter und farbenfroher – damit hätte ich sicher in keiner Einrichtungscommunity einen Keks gewonnen. Aber unglücklicher war ich zum damaligen Zeitpunkt sicher nicht mit meinem Zuhause. Das gibt mir schon zu denken! In den kommenden Tagen gibt es von mir übrigens – ganz in diesem Sinne – einen Vorschlag für die Weihnachstafel, der ganz weit weg ist von skandinavisch clean und schick 🙂 Einfach aus dem Bauch heraus und ziemlich opulent. Ich bin gespannt, was ihr dazu sagen werdet! Liebe Grüße, Kea

  • Reply Nadine - breukesselchen December 1, 2015 at 2:02 pm

    Liebe Kea,
    du schreibst mir aus dem Herzen. 🙂 Ich rätsel immer noch ein wenig, in welche Richtung mein Blog gehen soll. Ideen habe ich viele und irgendwie hatte ich es mir Anfangs anders vorgestellt. Bloggen, ohne Aussendruck…doch der kam irgendwann doch. Tja, dann klopft mein kleiner Perfektionismus hier und da an meiner Schulter und sagt: gucke mal da, so solltest du es vielleicht machen?
    Ich selbst habe das Gefühl, ich passe mit meinem Blog in keine Schublade. Ich bin sozusagen noch in der verlängerten Richtungsphase-Suche. Ich liebe halt Farben, ich mag Verspieltheit und ich weiss, mein Wohnzimmer wird nie so weiß-in-weiß sein. Eine Zeit lang habe ich kaum noch Wohnzeitschriften gekauft, da mir dieser Clean-White-Tip-Top-Stil so richtig auf den Wecker ging. Nun habe ich wieder angefangen welche zu kaufen, um doch auf dem Laufenden zu bleiben…Dennoch, mein Stil ist ein anderer und mein Blog wird auch weiterhin etwas andere Dekosachen oder Interior/Garteninspirationen zeigen. Bei mir müssen einfach Vögel und Natur mit hinein und allerlei Gemütliches für den Alltag. Unser Esszimmer ist teils mit einer Softbox und einer Fotobox belegt, die sich auf dem Esstisch befindet. Der Esstisch wird eher zum Arbeiten als zum Essen genutzt. 😀 Wir essen in unserer kleinen gemütlichen Küchennische mit altem Rundgewölbeholzbogen. Stil aus den 50er oder so, als das Haus erbaut wurde. Jeder Interiordesigner würde die alte Holzsitzecke bestimmt rausreissen. Aber über die Jahre habe ich gelernt, aus jedem gemieteten Objekt was zu zaubern. Doch würde ich die zeigen?
    Auch ich habe mich ertappt, z.B. auf kupferne Deko zu schielen und etwas zu kaufen, was wohl jeder Interior Blogger schon ewig im Sortiment hat. Woraufhin mein Mann sagte, naja…. 😀 Du hast recht, man lässt sich gerne blenden und es ist nicht leicht, eigenen Mut zu zeigen und sein eigenes Ding zu machen. Also packen wir es gemeinsam an, liebe Kea! Wenn ich mich beeile, bekomme ich meinen Adventskalenderpost endlich fertig. Und der hat nix mit all den hübschen Kalendern zu tun, die ich so gesehen habe. Doch das ist ja das schöne am Bloggen im Allgemeinen. Man lässt sich befluten, beeindrucken und beeinflussen, doch als eigener Blogger kann man, wenn man möchte, auch anders sein. Mal mit und mal gegen den Strom schwimmen. So wie du es gerade mit deinen Texten machst. Jeder der dir folgt, lässt sich auch davon berieseln und das ist was Schönes!
    Ich wünsche uns allen viel Mut für den eigenen Stil, aber auch die Freude, mal im Modeschnickschnack mitzuschwimmen! Schliesslich fühlt es sich zwischendurch auch sehr schön an. 🙂 Alles Liebe, Nadine

    • kea
      Reply kea December 2, 2015 at 7:12 am

      Liebe Nadine, ich finde ja, eigentlich ist es ein echtes Qualitätskriterium, in keine Schublade zu passen ( wie witzig, ich schreibe gerade an einem Text mit dem Titel Schubladendenken) – ich finde es toll, dass bei dir Natur und Tiere zu einem gemütlichen Zuhause dazu gehören. Oh, ein Rundgewölbeholzbogen klingt aber spannend, vielleicht zeigst du deine Essecke ja doch mal? Bei gemieteten Objekten muss man natürlich wirklich ein paar Dinge hinnehmen, ich halte den orangenen Gruselteppich, den der Vermieter auf unserer Treppe verlegt hat, auch weitestgehend aus meinem Bloggeschehen raus 😉 Eine entspannte, fröhliche Mischung aus Mode und eigenem Stil halte ich auch für das Beste, denn das wichtigste ist ja, dass es Spaß macht. Ich für mich habe eben auch festgestellt, dass ich zu sehr verkrampfe, wenn ich beim Dekorieren und Planen zu sehr an das denke, was aktuell “angesagt” ist. Manchmal fällt es mir leicht und ich integriere ein neues Stück mühelos, dann passt das ja auch ganz wunderbar. Nur in einen Streßfaktor sollte es nicht ausarten. Aber ich glaube, wir sind auf einem guten Mittelweg 😉 Ui, spannend! Ich freu mich auf deinen etwas anderen Adventskalender! Liebe Grüße! Kea

  • Reply Denise December 1, 2015 at 8:59 pm

    Liebe Kea, toller Post! Du sprichst mir/uns quasi aus der Seele. Ich liebe es mich von Instagram- oder Blogposts inspirieren zu lassen. Genauso schade finde ich es aber auch, dass sich heutzutage sehr sehr viele Blogs ähneln und man sich bei einigen Instagram-Accounts fragt, ob man dort nicht schon gestern war, weil alles so weiß und monochrom und gleich aussieht. Meine Schwester und ich probieren nun seit einiger Zeit unseren Stil online festzuhalten und bisher haben wir sehr positives Feedback erhalten, was uns darin betärkt, dass der für andere “perfekt” aussehende Stil nicht alles ist. Finde es schön, dass du das Thema mal angesprochen hast, weil man sich doch ab und zu recht allein mit der Ansicht vorkommt. Liebe Grüße und hab einen zauberhaften Abend! 🙂 Denise

    • kea
      Reply kea December 2, 2015 at 7:18 am

      Guten Morgen Denise, wie schön, dass dir der Artikel gefällt! Ja, wenn man sich von den gängigen Stil-Idealen ein bißchen verabschiedet, gibt es vielleicht hin und wieder weniger Klicks, dafür inspiriert man dann aber eben auf andere Weise, nämlich damit, seinen eigenen Geschmacksweg zu gehen und den Mut zu haben, mal etwas anders zu machen. Es ist ja auch irrsinnig, wieviele Blogs es mittlerweile gibt und wieviele Instagram-Accounts erst recht – natürlich wird es dann irgendwann repetitiv und viele versuchen, erfolgreiche Konzepte zu kopieren. Ich für mich habe gemerkt, dass ich in letzter Zeit vermehrt Blogs besuche, in denen die Inhalte mehr im Vordergrund stehen, als die Bilder. Was Fotos betrifft, bin ich ein bißchen “übersättigt”, auch wenn diese weiß-monochromen Bilder natürlich immer ästhetisch sind. Toll, dass ihr zwei euren eigenen Weg sucht und dafür positive Rückmeldungen bekommt! Macht weiter so 🙂 Liebe Grüße! Kea

  • Reply Jutta von siebenVORsieben December 4, 2015 at 5:54 pm

    Toller Beitrag. Schön geschrieben und so wahr! Und wenn man genug mit dem Kopf genickt hat und an all diese (bösen) Blogs gedacht hat, die immer die gleiche Masse zeigen und deren instragram Account einem Katalog gleicht, kann man sich auch an die eigene Nase fassen. Hat man nicht ähnliche Gedanken?
    Über dieses Thema sollte man sich wirklich einige Gedanken machen.
    Liebe Grüße
    Jutta

    • kea
      Reply kea December 4, 2015 at 7:00 pm

      Liebe Jutta, vielen Dank für deinen Kommentar! Ja, absolut müssen wir da uns selbst als allererstes ans Näschen fassen – aber ich bin ein großer Freund davon. Vom an die eigene Nase fassen und sich eingestehen, dass man manches vielleicht anders machen könnte. Wir haben in Deutschland irgendwie überhaupt keine gute Fehler- und Einsichtskultur. Dabei machen wir doch dauernd welche und das ist auch gar nicht schlimm. Das Einzige, was auf Dauer vielleicht wirklich unangenehm würde, wäre, wenn wir zwar sehen, dass wir da einem unguten Trend hinterherjagen und trotzdem immer weiter damit machen. Ich glaube, dann mag man sich irgendwann selbst nicht mehr so richtig. Ging mir zumindest so. Aber für Kurskorrekturen ist es ja nie zu spät, das ist das Gute 🙂 Liebe Grüße! Kea

  • Reply Isabella January 31, 2016 at 8:47 pm

    Du hast auf jeden Fall recht! Viel zu oft habe ich mich schon dabei erwischt, Freunde davon abzuhalten, mit Genuss in ein Cupcake zu beißen – weil das ja vorher erst fotografiert werden muss. Ganz nach dem Motto: Was nicht fotografiert wurde, passierte auch nicht. Schade. So schön wie es ist, alles festhalten zu können, desto mehr wird natürlich darauf geachtet, dass alles immer ganz toll aussieht. Ich glaube auch, dass man dabei etwas verpasst. Komplett aufeinander abgestimmte Instagram-Feeds fand ich am Anfang bei anderen auch sehr schön – aber mittlerweile entfolge ich diesen, weil doch im Endeffekt fast alles gleich aussieht.. Auf Dauer wird das langweilig. Auch auf meinem Blog hab ich schon öfters gedacht: “Ohje, die Bilder der letzten beiden Beiträge harmonieren ja gar nicht miteinander, das eine ein kontrastreiches Foto und das andere eine simple Grafik mit Text.” Aber was soll’s? Das Leben ist eigentlich bunt, abwechslungsreich und chaotisch – also darf das meiner Meinung nach in den sozialen Medien und auf privaten Blogs auch gerne so dargestellt werden.

    Liebe Grüße
    Isabella

    • kea
      Reply kea February 3, 2016 at 8:43 am

      Liebe Isabella, Danke dir für deinen Kommentar 🙂 Wow, der Satz: “Was nicht fotografiert wurde, passierte auch nicht.” bringt es auf den Punkt. Eigentlich ganz schön Schade, dass da eine Generation aufwächst, für die genau das zutrifft. In meiner Teenizeit musste man Filme noch zum Entwickeln zu Schlecker bringen. Und dann konnte man die 36 Bilder aus dem Urlaub der besten Freundin zeigen, wenn sie zu Besuch kam. Und nicht 455 Menschen hinter dem Bildschirm, die man schon jahrelang nicht mehr gesprochen hat. Ich finde deine Einstellung zu den monochromen Insta-Feeds wirklich toll – denn genau das denke ich auch: Das Leben ist nunmal bunt, bei jedem von uns. Und ich finde, es ist keine erstrebenswerte Kunst, nur noch die Momente herauszufiltern, die in ein Farbschema passen. In diesem Sinne: Mach weiter so! Ich würde mir wünschen, dass es irgendwann eine ganze Blogger-Bewegung ist, die gegen die Gleichförmigkeit und für mehr Authentizität plädiert. Liebe Grüße an dich! Kea

  • Reply Macht bloggen glücklich? - hello mrs eve - poetry & furniture December 12, 2016 at 5:52 pm

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