behind the blogger scene Blogger-Leben

Das erste greenbloggermeetup und seine Folgen

Oktober 16, 2016
greenbloggermeetup 2016

Ich war das enfant terrible des greenbloggermeetup am gestrigen Samstag in Köln, das stand mal fest. Denn ich kam zum Treffpunkt bei Funktionschnitt mit einem to go-Becher in der Hand. Böse, böse, böse. Geht natürlich eigentlich so gar nicht. Musste aber leider sein, denn ich stand am Morgen zwischen der Wahl, die Anfahrt abzubrechen, die mir mein nervöser Magen zunichte zu machen drohte, oder mir einen wohltuenden Kamillentee zu genehmigen und ich entschied mich für letzteres. Möge der sustainability-Gott gnädig mit mir sein!

greenbloggermeetup

Erleichtert hat mich, dass auch Olga von ZeroWasteLifeStyle, die uns am Abend mit einem wirklich inspirierenden und aufrüttelndem Vortrag in unserer Event-Location, dem colabor, ordentlich zu denken gegeben hat, manchmal schwache Momente hat – in denen sie ausnahmsweise zu eigentlich „verbotenen“ Produkten greift. Ihre Maxime: Wenn alle sich bemühen, ein paar Dinge konsequent besser zu machen, hilft das der Erde mehr, als ein perfekter zero wastler, der sämtliche Vorräte nur noch in Glasbehältern einkauft. Dies auch als Frustschutz, denn es kann ganz schön quälend sein, an den eigenen (zu) hohen Maßstäben zu scheitern. Manchmal erfordert das Leben Pragmatismus – siehe Kamillentee – aber wenn wir bei all den Dingen beginnen, die nicht unmittelbar weh tun, wäre auch schon eine Menge erreicht!

greenbloggermeetup

Können Tee ziemlich gut: Die herzliche Truppe von Sonnentor, die echte Mitarbeiter auf ihren Packungen ablichten und keine Bauern-Stock-Fotos

Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich mich schon seit Monaten auf das erste deutsche grüne Bloggertreffen gefreut habe – seit ich aus hello mrs eve einen nachhaltigen Interior Blog gemacht habe. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es war ein spannender Tag, es war großartig, bekannte Gesichter wiederzusehen und so viele neue kennenzulernen, die Zeit verging wie im Flug und das Gefühl, sich unter Gleichgesinnten zu bewegen, unbezahlbar. Trotzdem möchte ich keinen 0-8-15 Bericht à la „erst waren wir bei XYZ und dann haben wir die Produkte von YXZ kennengelernt“-Artikel schreiben. Das wäre eine verschenkte Gelegenheit. Als ehemalige Organisatorin einer Blogger-Community in Berlin weiß ich natürlich auch, dass ohne die Sponsoren ein solches Event schwer zu realisieren wäre. Deshalb an dieser Stelle herzlichen Dank an alle, die das meetup möglich gemacht haben! Meinen Respekt für euer Engagement und meine Leidenschaft für die grünen Produkte habe ich deshalb dieses Mal in die Bildunterschriften gepackt. Und habe mir erlaubt, fast nur mit dem Smartphone zu fotografieren, denn ich wollte das Event ganz bewusst inhaltlich aufnehmen und verarbeiten und habe mir den Luxus gegönnt, weniger hektisch mit der Kamera zu fuchteln, als gewöhnlich. Entschuldigt deshalb, dass ich eure Augen hier in nicht ganz so hoher Bildqualität verwöhnen kann, wie sonst. Aber mir brennen einige Punkte auf der Seele und genau sie sind es auch, die das greenbloggermeetup zu einem ganz besonderen Blogger-Event gemacht haben.

greenbloggermeetup

Nachhaltigkeit kann jung sein und Spaß machen – der lebende Beweis sind Anna und Marcus vom Magazin VIERTEL VOR

Denn zwischen der Diskussion über Fair Fashion und dem Vortrag über Monetarisierungsmöglichkeiten nachhaltig orientierter Blogs, befand ich mich, BÄHM!, plötzlich mittendrin, in einer handfesten Sinnkrise: Stützen wir nicht mit unserem Konsum immer noch das System des ewigen „mehr, mehr, mehr“? Ja, natürlich ist grüner Konsum besser als konventioneller – aber auch die meisten grünen Blogbeiträge bleiben brav im gleichen Schema und dieses Schema heißt: Ich kaufe, auch wenn ich nichts brauche.

greenbloggermeetup

Franziska und Jess bringen die Kulis zum Glühen mit dem Thema: Nachhaltig Bloggen

Das tut natürlich ein bißchen, weh, auch mir. Aber wenn die ganze Lifestyle-Blogosphäre auf nachhaltige Produkte umsteigt, haben wir dann nicht den Regen durch die Traufe ersetzt? Ist das dann nicht wortwörtlich: dasselbe in grün? Wird ein Fashion-Blogger, der nachhaltig produzierte Kleidung anpreist, nicht genau so zum Überkonsum anregen, wie ein gewöhnlicher Blogger? Und beißt sich da nicht die Katze in den Schwanz?

greenbloggermeetup

Justine von justinekeptcalmandwentvegan.com, Katia von ARMEDANGELS, Barbara von FEMNET e.V. und Eva von SÜDWIND e.V. diskutieren das Thema Fair Fashion

In der Diskussion um faire Mode hieß es: Ein Modeblog soll in erster Linie inspirieren – stimmt. Aber muss ich diese Inspiration denn immer genau so nachkaufen können? Ist es dann nicht eher ein shopping-advice? Was spricht dagegen, Kleidung zu präsentieren, die nicht nur einen Klick weit entfernt ist? Klar, das sind wir nicht mehr gewohnt. Wir haben es gern, dass wir unserem „das will ich auch“-Impuls direkt nachgeben können. Aber muss das so bleiben? Könnte man da vielleicht umdenken? Trotzdem bliebe das Problem: Auch ein Flohmarkt-Kauf regt zum Kaufen an. Natürlich werden dafür keine neuen Kleidungsstücke hergestellt, weshalb gebrauchte Güter in puncto Nachhaltigkeit unschlagbar die Nase vorn haben. Aber reicht das?

greenbloggermeetup

Legt den Finger in die Wunde und regt zum Nachdenken an: Olga von ZeroWasteLifestyle

Denn es sind doch zwei Paar Schuhe, um die sich die nachhaltige Bewegung dreht:

a) Die psychologische Seite:  Es macht vorübergehend glücklich, zu konsumieren. Aber von innen zufrieden macht es eben nicht. Wie Olga es so schön mit ihrem Sinnbild eines vor sich hin treibenden Otters sagte: Wahre Zufriedenheit kommt von innen. Wie sehr ich die „kauf dich glücklich“-Attitude, die uns von den Werbetreibenden 24h am Tag um die Ohren gehauen wird, schon verinnerlicht habe, zeigt mir ein erschreckendes Beispiel: Olga ersetzt Shampoo, Duschgel, Rasierschaum und Gesichtsreinigungswässerchen mit einem Produkt: Seife. Beim Gedanken, morgens dann nicht mehr von meinen bunten Naturkosmetik-Duschgels mit Mango-Melonen-Duft begrüßt zu werden, verursacht mir tatsächlich ein unangenehmes Gefühl in der Magengrube. Ich, ganz allein gegen das depressive Morgentief und als einziger Verbündeter ein schlichtes Stück Seife? Ich habe Angst. Oh weia. Traurig, aber wahr. Wobei ja vielleicht auch die Frage gestattet sein darf, ob uns das täglich aufgebaute Sicherheitssystem aus käuflichen Glücklichmachern depressiv macht und wir sie dann immer wieder brauchen, eben WEIL wir um eine hohle Mitte drehen?

b) Die wirtschaftliche Seite: Was, wenn wir mal weiter denken, was, wenn die Menschheit wirklich weniger konsumieren würde? Es hätte zweifelsohne Auswirkungen – und nicht nur schöne. Auch das muss man mitbedenken, auch wenn das der Punkt ist, an dem ich immer wieder einen Knoten im Kopf bekomme. Denn der Kapitalismus, dem immer noch eine umsetzbare Alternative fehlt, hält die Welt in Atem: Wir müssen immer weiter wachsen. Dabei ist kontinuierliches Wachstum nirgendwo vorgesehen, nicht in der Natur, nicht im Menschen, nirgendwo. Was, wenn wir deutlich weniger kaufen? Was passiert dann mit den Arbeiterinnen im Ausland? Wir können es uns denken. Keine schönen Bilder. Das ist immer die Stelle, an der ich mir einen allwissenden Wirtschaftsprofessor herbeisehne. Oder überlege, trotz absoluter Talentfreiheit VWL zu studieren. Weil ich eine Antwort will auf die Frage: Bricht das System zusammen, wenn wir die Maxime des stetigen Wachstums hinter uns lassen? Stürzt uns das alle kollektiv in die Armut, geht es dann allen gleich, aber allen schlecht? Ich fürchte, ja. Denn ich bin keine Utopistin: Der Wandel muss machbar sein, das Ziel muss uns alle weiterbringen und manchmal, da zweifle ich dran. Und male mir in dunkelgraufastzschwarzen Fantasien aus, dass uns ein konsequentes Umdenken ins Mittelalter zurückschießt. Vielleicht geht es gar nicht anders, denn wir haben unseren Luxus, unseren Wohlstand auf dem Rücken anderer aufgebaut. Möglicherweise gibt es deshalb keine andere Lösung als Tabula rasa – ich HABE KEINE AHNUNG.  Aber wer Gegenargumente hat oder sonstwie brauchbare Denkansätze: Bitte schreibt sie in die Kommentare und helft mir, den Knoten zu lösen.

Mit gemischten Gefühlen blicke ich jetzt auf meine Goodie Bag neben dem Sofa: Sie ist großartig, aber – hätte sie sein müssen? Darf ich den Inhalt noch genießen? Werde ich jetzt zur freudlosen Puritanerin? Wie ihr, seht, ich bin verwirrt. Und ich finde das VERDAMMT RICHTIG SO! Denn das wichtigste, was ich gestern aus Köln vom greenbloggermeetup mitgenommen habe sind: Ein volles Herz und einen nachdenklichen Kopf – so soll’s sein!

greenbloggermeetup

Vielen Dank an Leonie von glowing, Julia und Anna von subvoyage für dieses Event, von dem wir dringend mehr brauchen! Noch mehr Diskurs, mehr Kehren vor der eigenen Haustür, mehr Pioniergeist, mehr Verantwortung. Und auch hier zitiere ich gerne Danielle Laporte aus dem Vortrag von Franziska von veggie love und Jess vom alabaster blogzine: „Find your tribe. Love them hard.“ Die Welt hat sich kollektiv in ihre jetzige Lage hineingedacht, wir müssen uns auch kollektiv wieder da herausdenken.

Es war mir eine besondere Freude, euch kennenzulernen/wiederzusehen/endlich live zu treffen und mich mit euch auszutauschen: Minza von minzawillsommer, Selmin von tweedandgreet, Jana von mehralsgrünzeug, Laura vom Studio Eco, Natalie von Yay for today, Cosima von ricemilkmaid, Julia-Maria vom nicetohavemag und Justine von justinekeptcalmandwentvegan.

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26 Comments

  • Reply Julia Oktober 16, 2016 at 1:04 pm

    Zum Teil sprichst du einiges an, was ich mir auch schon gedacht habe. Also ging es nicht nur mir so.
    Eventuell gibt es eine Annäherung an deinen Knoten in meinem noch kommenden Bericht. Vll frage ich auch einfach meinen VWL Prof.

    • kea
      Reply kea Oktober 16, 2016 at 1:47 pm

      Hallo Julia, oh, ich wäre sehr gespannt auf die Antwort deines Profs – und weil ich ja grundsätzlich finde, dass auch Frauen die Welt erklären können, bin ich an deinem Artikel besonders interessiert 🙂 Liebe Grüße! Kea

  • Reply Sarah Oktober 16, 2016 at 1:35 pm

    Sehr schöner Bericht mit Herz 🙂

    • kea
      Reply kea Oktober 16, 2016 at 1:47 pm

      Vielen Dank Sarah, was für eine schöne Rückmeldung! Das wollte ich transportieren 🙂

  • Reply Sabine Oktober 16, 2016 at 2:19 pm

    Liebe Kea,
    was für ein wunderbarer Artikel! Ich überlege noch, ob ich selbst auch einen schreibe (habe irgendwie sehr wenig brauchbares Bildmaterial), aber wenn nicht, verlinke ich auf jeden Fall mal deinen. Du hast so viele wichtige Punkte angesprochen. Gerade die Idee von Olga – da anzufangen, wo es nicht wehtut – lebe ich genau so und finde ich einfach super! Und zu den Produkten befinde ich mich in einem ähnlichen Konflikt wie du. Ich überlege, wie ich als Bloggerin nun mit Outfitposts umgehe und habe dazu auch einen Beitrag in der Pipeline, den ich schon letzte Woche geschrieben habe, aber jetzt vielleicht nochmal ein bisschen weiter ausformulieren werde!
    Weiter so mit den schlauen Gedanken!
    xx Sabine

    • kea
      Reply kea Oktober 18, 2016 at 5:58 pm

      Liebe Sabine, mittlerweile habe ich deinen schönen Artikel auch schon gelesen 🙂 Da bist du wirklich mit leichtem Gepäck gereist, wie Silbermond sagen würden! Oh, das klingt sehr interessant mit deinem geplanten Post, ich freue mich darauf, ihn zu lesen – denn wir befinden uns ja alle in diesem Spannungsfeld. Einerseits sind Kooperationen/Produktposts auch kreativ und schön, andererseits drehen wir damit weiter an der Konsumschraube, wenn auch an einer grüneren. Tatsächlich habe ich in letzter Zeit manchmal gedacht, ob ich das „furniture“ aus meiner Blogbeschreibung nicht gänzlich streichen soll und einen reinen Literatur-Blog daraus mache. Manchmal fühlt sich das gut und richtig an, manchmal noch nicht. Ich glaube, da sind wir alle immer im Wandel mit unseren Blogs – und ich bin froh, dass ich – auch Dank Samstag– nun so viele grüne BloggerInnen persönlich kenne und mit ihnen gemeinsam auf diesem Weg unterwegs bin 🙂 Wo wir wohl alle in 5 Jahren stehen? Es bleibt spannend! Liebe Grüße! Kea

  • Reply Corinna Oktober 16, 2016 at 7:20 pm

    Hallo Kea,
    das klingt so spannend! Ich wär total gern dabei gewesen und hätte euch alle mal persönlich kennengelernt – beim nächsten mal auf jeden fall! 🙂 Das Thema mit dem Konsum kam bei mir schon bei der (Green) Fashion Week auf. Natürlich ist weniger auf jeden Fall erstrebenswert und besser, aber wenn ein Großteil fair produziert wäre, wäre das doch schon ein Riesenschritt in die richtige Richtung und als nachhaltiger Blogger regt man zumindest dazu an. Den Gedanken mit der Goodiebag kenne ich aber auch nur zu gut. Braucht man das? Freut man sich, nur weil es umsonst ist? Einen Teil jedenfalls habe ich davon wieder verschenkt.
    Liebe Grüße und danke für die Einblicke!
    Corinna
    http://www.kissenundkarma.de

    • kea
      Reply kea Oktober 18, 2016 at 6:02 pm

      Liebe Corinna, ich liebe ja deinen Blog-Namen seit dem ersten Mal, als er mir in den Weiten des digitalen Netzes begegnet ist und hätte mich auch sehr gefreut, dich persönlich kennenzulernen! Aber ich bin auch sicher, das war nicht das letzte meetup 🙂 Natürlich, auch eine breite grüne Bloggerlandschaft wäre besser, als der Status quo! Trotzdem mag ich es, auch mal rauszuzoomen und sich zu fragen: Was bedeutet das dennoch fürs große Ganze? Aber bei der Goodiebag konnte ich auch nicht widerstehen, obwohl ich kurz überlegt hatte. Da es ziemlich sicher meine einzige dieses Jahr bleiben wird, schätze ich sie aber auch viel mehr Wert. Ein schöner Nebeneffekt der neuen Richtung 🙂 Liebe Grüße & auf hoffentlich bald mal live! Kea

  • Reply Green Blogger Meetup: Treffen der Nachhaltigkeits-Blogger | Mehr als Grünzeug Oktober 17, 2016 at 5:33 am

    […] und Konsumverzicht ist ein Gedankenknoten, der nicht nur mir Probleme bereitet – auch Kea von hello mrs. eve schreibt in ihrer Review über das Event darüber, aber wesentlich ausführlich als […]

  • Reply Susanne Oktober 17, 2016 at 9:25 am

    Liebe Kea,
    vielen Dank für diesen tollen Post. Ich musste schmunzeln, als ich das mit dem to go-Becher gelesen habe.
    Eine zeitlang habe ich nur ökologisch korrekt (jedenfalls nach meiner Definition;) gelebt und irgendwann festgestellt, dass ich nicht glücklich bin, sondern nur noch gestresst. Ich glaube schon, dass Konsum allein nicht glücklich macht. Meistens kaufe ich nur dann etwas Neues, wenn ich es brauche. Aber es kommt ab und zu vor und ich sehe ein Kleid, ein richtiges Susanne-Kleid und was soll ich sagen? Ich gönne es mir und erfreue mich daran. Und es handelt sich nicht immer um Bio und fair traide. Nachdem ich über zwei Jahre lang Seife benutzt habe, stand mir der Sinn nach einem Duschgel meiner Lieblingsmarke. Erst hatte ich ein total schlechtes Gewissen, aber ich gehe sehr sparsam damit um und genieße es in vollen Zügen. Meiner Meinung nach gibt es auch in diesem Lebensbreich nicht die absolute Wahrheit, sondern nur die, eines jeden Einzelnen. Es macht keinen Sinn, sich selbst zu verurteilen und verrückt zu machen. Darauf habe ich keine Lust mehr. Ich versuche mein Leben zu achten, andere Lebewesen zu respektieren die Umwelt zu schonen und ein gutes Vorbild zu sein. Ich bin ein Mensch und mache Fehler. Ich bin nicht perfekt und oftmals gehe ich gemachte Schritte wieder rückwärts. Aber ich gebe mein Bestes. Jeden Tag aufs Neue.

    • kea
      Reply kea Oktober 18, 2016 at 6:38 pm

      Liebe Susanne, vielen Dank für deinen Kommentar! Und ich kann nur beipflichtend nicken, genau das, was du beschreibst, dieser Streß, in den der eigene grüne Anspruch einen treiben kann, war auch beim Event Gesprächsthema. Dein Mittelweg, den du jetzt beschreitest, hört sich sehr stimmig an und wie auch schon in anderen Kommis anklang – wenn das alle tun würden, hätten wir schon so viel gewonnen! Mir ging es auch ähnlich, als ich hello mrs eve vor einem halben Jahr auf nachhaltiges Interior Design umgestellt habe, schwappte der grüne Anspruch vom Wohnen in mein ganzes Leben. Plötzlich wurde der Einkauf im Supermarkt zum Hürdenlauf, jede online-Bestellung, von der Zahnpasta bis zur Trinkflasche, von den Schuhsohlen bis zum Shampoo, alles war plötzlich nur noch irgendwie falsch. Ich musste auch lernen, vom Gas zu gehen, einen Schritt zurück zu machen und nicht alles auf einmal zu wollen. Trotzdem ist für mich der eigene Konsum noch mal eine andere Baustelle als der Blog. Was ich privat kaufe oder nicht, kaufe ich ja vermutlich so oder so. Aber was ich auf dem Blog zeige, animiert, weckt Bedürfnisse, wo vorher noch gar keine waren usw. Daher tu ich mich damit tatsächlich immer schwerer. Aber selbst wenn die Gewichtung von meinem Blog dauerhaft auf Prosa und Lyrik geht – soo schlimm wäre es nicht, hoffe ich 😀 Liebe Grüße zu dir!

  • Reply Anna Oktober 17, 2016 at 10:28 am

    Wow Kea, ein absolut tolles Feedback. Ich selber habe an dem Eventtag selbst den Workshop-Raum betreut und daher nur den Vortrag von Anna und Marcus mit bekommen (Hut ab, absolut gelungen!). Ich habe leider keinen weitern Vortrag gehört und auch keine der Diskussionen. Und dabei sind Worte doch so inspirierend für mich! Gedanken auszusprechen, auszutauschen und fest zu halten ist so wichtig! Umso schöner, dass ich jetzt bei dir einiges nachlesen konnte – Danke dafür!

    Beim Sonnentor Workshop war ich dann mit dabei. Und auch ich war wirklich begeistert von Claudia und Birgit, die uns so viele spannende Dinge über Sonnentor erzählen konnte und uns haben selbst Hand anlegen lassen.

    Bleib dabei die Dinge kritisch zu hinterfragen! Weiter so!

    • kea
      Reply kea Oktober 18, 2016 at 6:44 pm

      Hallo liebe Anna, ich sage nur: ein riesiges Dankeschön zurück! Ich habe jetzt schon Lust auf die nächste meetup-Ausgabe 🙂 Ach ja, ich kenne das noch von den Hauptstadt-Mädchen, als Organisatorin rauscht alles ein bißchen an einem vorbei. Aber ihr habt mit Sicherheit in den kommenden Tagen noch viele schöne Blogbeiträge zu lesen, die euch die verschiedensten Eindrücke und Perspektiven vom Event vermitteln 🙂 Ohja, Sonnentor war wirklich inspirierend – ich fand es soo toll, wie die beiden ihre Einführung damit begannen, dass es ihnen nicht darum geht, die ganze Welt zu beliefern, sondern zu ihren Maßstäben und Werten zu stehen und vor Ort Gutes zu tun. Und sie haben so lebhaft von ihren Kräuter-Stuben erzählt, dass man sofort mit dort am Tisch sitzen wollte, oder? Ohne Radio, ohne TV und Internet, einfach gemeinsam Kräuter sortieren und quatschen – klingt herrlich! Liebe Grüße & bis hoffentlich bald! Kea

  • Reply Leicht gepackt fürs Green Blogger Meetup | A HUNGRY MIND Oktober 17, 2016 at 1:18 pm

    […] kam ein großzügiger Goodie Bag von den Sponsoren des Events dazu. Tausend Dank! Wie auch Kea lässt mich das Green Blogger Meetup aber nicht nur mit einem tollen Gefühl zu einer so netten […]

  • Reply Sabrina @ grün grün Oktober 17, 2016 at 3:16 pm

    Wow, vielen Dank für deinen kritischen und offenen Umgang mit der Goodie-Bag und dem was dahinter steckt. Daraus ist ein wirklich toller Post entstanden.

    Ich selbst lebe das Spagat zwischen insgesamt weniger + bewusster einkaufen und dem Ziel meinen Kleiderschrank nach und nach auf grüne Mode umzustellen. Im Rahmen dessen frage ich mich öfter, ob ein neues Teil wirklich sein muss, wann es zu viel wird , was Sinn macht und was ich vertreten kann.

    Stressen tun mich diese Gedanken bisher nicht, ich sehe sie eher als spannende Bereicherung an und finde sie viel besser, als meinen recht blinden Konsum von vor ein paar Jahren. Die ultimative Antwort habe ich auch nicht immer, aber soweit bin ich zufrieden und kann zu dem stehen, was ich mache und kaufe.

    Wenn ich Bilder von meinem Outfits poste, dann zwar mit Links zu den entsprechenden Firmen, aber nicht auf die einzelnen Teile und gerne mit ein paar kritischen Worten versehen. Auch sieht man in meinen Outfits regelmäßig bestimmte Kleidungsstücke immer wieder, es wird also klar, dass ich eine überschaubare Menge an Kleidung habe und es nicht mein Ziel ist, die Leser zum ständigen Konsum zu bewegen.

    Sabrina
    grün grün
    http://gruengruenblog.blogspot.de

    • kea
      Reply kea Oktober 18, 2016 at 6:06 pm

      Liebe Sabrina, vielen Dank für deine Rückmeldung und die lobenden Worte. Toll, dass du deinen Weg gefunden hast und dich damit wohl fühlst – da suche ich noch. Deine Art, mit den Outfits umzugehen, klingt so, als ob du da eine Balance gefunden hast, die dir Spaß und nicht Stress macht und eben trotzdem deinen Anteil zur grünen Bewegung beiträgt. Wenn das alle so umsetzen könnte, wäre der Welt ein Riesenstück geholfen! Ich glaube, es ist oft so, dass man erstmal zur Askese neigt, wenn man erkannt hat, dass der Konsumrausch nicht das Wahre ist – also quasi direkt ins Gegenteil umschlägt. Nach einer Weile findet man dann hoffentlich seine eigene Mitte – dein Kommentar macht Mut dazu! Liebe Grüße!

  • Reply Natalie Oktober 17, 2016 at 8:53 pm

    Liebe Kea,
    was für ein toller Rückblick! Der Gedanke, den du am Samstag angesprochen hast, begleitet mich seitdem. Ich habe gestern sogar noch mit meinem Freund darüber diskutiert. Auch wir sind zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen, welches das Karussell im Kopf anhalten könnte. Aber was nicht ist, kann ja noch werden!
    Es hat mich total gefreut, dich endlich einmal live kennen zu lernen. Es war für mich ein bisschen so, als würde ich einem Promi begegnen. 😀
    Liebste Grüße,
    Natalie

    • kea
      Reply kea Oktober 18, 2016 at 6:29 pm

      Liebe Natalie, vielen Dank für deinen Kommentar!! Toll, dass das Event auch bei dir viel ausgelöst hat und du das Gespräch darüber direkt mit nach Hause genommen hast – ich glaube, die Antwort kennt leider (noch) keiner, aber ich glaube, dass sie irgendetwas mit gesellschaftlichem Umdenken zu tun haben wird und daher ist es großartig, dass wir mit unseren Blogs und Events dazu beitragen können, das Thema weiterzutragen und neue Ideen in die Köpfe der Menschen zu bringen 🙂 Aaaach du liebe Güte, Nein, Nein, ich bin kein Promi, ich hab mich auch total gefreut, dich live zu sehen! Du bist so eine grundsympathische Person mit sehr sonniger Ausstrahlung – ich hoffe, wir sehen uns bald wieder! Liebe Grüße, Kea

  • Reply Minza will Sommer Oktober 18, 2016 at 8:20 am

    Du liebe Kea,

    jetzt erst habe ich Deinen Beitrag richtig gelesen. Ich habe ihn erst nur überflogen, wusste doch, dass er nur saugut sein kann und ich wollte unbeeinflusst meine eigenen Zeilen ziehen. Umso mehr jetzt mein Nicken beim Lesen und die große Bewunderung, wie schnell Du gekonnt in Worte fasst worum es geht!

    Ich frage mich immer wieder, ob es nicht völliger Quatsch ist zu bloggen. Ich habe eine Haltung, aber das kommt zwischen Beistelltisch und Bommeldecke kaum rüber. Im schlimmsten Fall bleibt es bei einer hohlen Aneinanderreihung von Kaufanimationen. Ich will Austausch, Rückenwind und Gegenwind, warum monologisiere ich dann bloggend?

    Bevor ich wieder Puls kriege … #teamotter dankt + grüßt herzlich! 😉 Maren

    • kea
      Reply kea Oktober 18, 2016 at 6:11 pm

      Meine liebe Otter-Schwester! Tausend Dank und Pfotenklatschen für die lieben Worte zu meinem Artikel, ich bin unter meinem Fellgesichtchen zart errötet. Ich fordere deinen Puls jetzt noch mal heraus: Warum bloggst du dann nicht einfach deine Meinung ins www, ob nun garniert mit Bommeln oder ohne? Haus raus, teil es, sei provokant, ernte Shit- und Lovestorms. Why not? Hält dich etwas zurück? Ich würde gerne mehr Maren-Gedanken lesen. Natürlich macht man sich damit ziemlich nackt. Und auch noch so im Netz. Aber denk dran, du hast nen Otterpelz! Liebste Grüße! Kea

  • Reply Anna Oktober 18, 2016 at 3:37 pm

    Liebe Kea,

    Esther und ich konnten selbst leider nicht Teilnehmen am Treffen – umso größeren Dank, dass du hier a) darüber berichtest und b) so viel zum Nachdenken mit auf den Weg gibst. Mit den Fragen die du hier aufwirfst beschäftige ich mich auch seit einer Weile, überlege immer wieder etwas dazu zu schrieben, weiß dann nicht, wie ich anfangen soll… schön also, hier einfach mal deine Gedankengänge zu lesen.

    Was ich dir, auf deine letzte Frage ans Herz legen kann: Vielleicht kennst du ja den »Atlas der Globalisierung« von der französischen Le Monde und unserer taz? Die letzte Ausgabe des Atlas ist unter dem Titel »Postwachstumsgesellschaft« erschienen und eine wahre Fundgrube, bzw. wildes Sammelsurium an Essays, Infos und interessanten Grafiken rund um eben diese. Von Sharing Economy bis hin zur Kritik von (Re–)Produktionsbegriffen. Antworten gibt es natürlich auch nur teilweise, aber inspirierend ist die Ausgabe allemal. Ich brüte noch über den ersten Kapiteln… 🙂

    Vielleicht findest du hier ja eine eigene Antwort… ich bin gespannt, weiter davon zu hören!
    Alles Liebe aus der Kunstkinder Zentrale,
    Anna

    • kea
      Reply kea Oktober 18, 2016 at 6:18 pm

      Hallo liebe Anna, Schade, dass ihr nicht vor Ort wart, aber umso schöner, dass du nun in den Nachwehen des Treffens mitdenkst und so guten Input gibst! „Weniger wird mehr“ auf dem Titelblatt klingt ja schonmal très genial! Danke für den Hinweis, nach genau so einer Sammlung dürstet mein Kopf, der Atlas wird sofort bestellt! Und ich hoffe, beim nächsten greenbloggermeetup seid ihr mit dabei! Liebe Grüße, Kea

  • Reply Jenni Oktober 20, 2016 at 9:43 am

    Liebe Kea!

    Auch hier nochmal: Ein wahnsinnig guter Artikel mit wahnsinnig guten Gedanken! (Was ja an sich nichts Neues bei dir ist… 😉 )
    Ich habe mich riesig gefreut, dich persönlich zu treffen und mich mit dir und den Anderen zu unterhalten – meiner Meinung nach hätte der Austausch gerne noch länger dauern und das Meetup ein Camp werden können. So viele tolle Gedanken und Inspiration findet man selten auf einem Haufen! 🙂

    Ich glaube aber, den Gedankenknoten einigermaßen für mich aufgedröselt zu haben (von „Wissen“ wage ich in dem Zusammenhang gar nicht zu sprechen): Ich denke, es ist – wie immer – die Goldene Mitte, auf die es ankommt. Ich habe mich eine zeitlang auch sehr unter Druck gesetzt mit Konsumentscheidungen, Verpackungen und solchen Dingen. Alles war – wie du schon schreibst – auf einmal irgendwie „falsch“.
    Aber auch das Meetup hat mich da stark zum Nachdenken gebracht – und ich glaube, dass wir nicht so streng mit uns selbst sein sollten. Es geht nicht, wie Olga schon richtig meinte, um das Einmachglas, sondern um den Respekt vor den Dingen – und irgendwie letzten Endes wirklich auch darum, Nachhaltigkeit massenkompartibel zu machen. Und das geht (leider?) nicht, wenn ich (auch als Bloggerin) einen Lifestlye vorlebe, der zwar bewundernswert und toll und alles, aber meilenweit von der Lebensrealität der meisten Menschen entfernt ist.
    Ich denke, es geht darum, zu zeigen, dass es zum einen um das „Weniger-ist-mehr“-Ding (den Atlas werde ich mir übrigens auch besorgen), aber auch um das „Wie-konsumiere-ich-richtig“-Ding geht. Beides darf nicht überhand nehmen, so einfach und abgedroschen das auch klingt. Aber ich glaube, wir haben irgendwo auch ein instinkmäßiges Gefühl dafür, was jetzt wann angebracht ist – ob es eine Produktempfehlung oder ein DIY-Tutorial oder der Aufruf zu verpackungsfreiem Einkauf ist. Es geht doch letzten Endes darum, nachhaltigen Lebensstil zu einem attraktiven Lebensstil zu machen – für uns alle. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

  • Reply Angie November 16, 2016 at 12:51 pm

    Das hört sich so spannend an! Wie gerne wäre ich dabei gewesen!
    Übrigens liebe ich die Firma Funktionsschnitt, trage gerade ein Langarm Merino Shirt von ihnen – ganz große Liebe! 🙂

    Alles Liebe,
    Angie

    • kea
      Reply kea November 16, 2016 at 6:55 pm

      Hallo Angie, schön, dass du einen Gegenbesuch machst 🙂 Ich bin zuversichtlich, dass das nicht das letzte greenbloggermeetup gewesen ist! Ich bin von meinem Shirt von Funktionsschnitt mit kleinem Rollkragen auch ganz begeistert! Die machen wirklich schöne Sachen 🙂 Liebe Grüße! Kea

  • Reply Brandnews #9 - Nicetohave Mag November 20, 2016 at 10:37 pm

    […] Außerdem wiedergesehen und kennengelernt: Justine von Justine kept calm and went vegan, Kea von Hello Mrs. Eve, Jess von Alabaster Blogzine, Franziska von Veggie Love, Wiebke von Sloris, die Organisatorinnen […]

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