Selbstfindung

Beruf oder Berufung, das ist hier die Frage – Teil 1

Juni 6, 2016

Was es bedeutet, seine Berufung zu suchen

Jedes ordentliche Online-Magazin für junge Menschen zwischen 20 und 35 Jahren schmückt sich dieser Tage mit Artikeln wie: „Wenn Sie lieben, was Sie tun, müssen Sie nie wieder arbeiten!“ – „ Lieben Sie Ihre Arbeit oder tauschen Sie nur Zeit gegen Geld?“ Oder: „Fünf Schritte zu einem erfüllenden Beruf.“

Wenn ich mich so umblicke auf dem Parkett der social media, habe ich den Eindruck, dass das konsumorientierte Pferdchen sich langsam müde gelaufen hat. Die steile Karriereleiter allein lockt immer weniger.

Schnödes nine-to-five im Großraumbüro? Nein, Danke! Weil wir inzwischen bemerkt haben, dass Auto, Urlaub und Prada nicht alles ist. Nicht umsonst haben Depressionen Hochkonjunktur in unserer immer schnelleren, digitalen Spaßgesellschaft. Wir wollten so viel Spaß haben, dass wir am Ende plötzlich ziemlich traurig wurden.

Immer mehr Besitz anzuhäufen, katatonisch die nächsten Produkte in den Warenkorb zu klicken, hat uns nicht zufrieden gemacht. Immer mehr Menschen wollen nicht akzeptieren, den Großteil ihrer wertvollen Zeit hier auf Erden mit einer Arbeit zu verbringen, die dazu führt, dass es uns vor dem Montagmorgen schaudert.

In seinem Buch über die Volkskrankheit Depression macht Rüdiger Dahlke eine wichtige Unterscheidung: Zwischen einem Beruf – einer Tätigkeit, die einen ruft – und einem „Job“, den wir ausüben, um unseren Körper, aber nicht unsere Seele zu nähren. Die Seele kann zwar durch „die Flucht ins Bekannte, Banale, in Zerstreuungen und in die überschaubare Welt familiärer oder gesellschaftlicher Zwänge“ kurze Zeit abgelenkt werden, auf Dauer aber beschleicht uns dann ein Gefühl der Leere. Was fehlt, ist Sinnhaftigkeit.

Wir nehmen uns zu wenig Zeit oder zu wenig ernst, unsere Berufung zu finden und ihr zu folgen.

Dabei ist die Frage nach dem Sinn des eigenen Schaffens gar nicht so neu. Schriftsteller Max Frisch stellte sie sich 1932 mit seiner ersten Veröffentlichung in einer Studentenzeitschrift: „Was bin ich? (…) Es stößt und sticht einen immer wieder die Frage, was bist du denn eigentlich? Indem ich so nach Stellen pilgere, verschiebt sich mir alles. Ich pilgere eigentlich nicht mehr nach Stellen, sondern in erster Linie nach Klarheit. Geld ist notwendig zum Leben, aber noch viel notwendiger ist es, zu wissen was man denn ist und wozu man eigentlich taugt.“

Nun ist es aber nicht so, dass wir nur den richtigen Knopf drücken müssen und plötzlich wird das Leben ein Spaziergang am Südseestrand. Eine Berufung ist schließlich keine hübsche Sache, die dir in den Schoß fällt und die sich immer anfühlt wie Himbeerbrause und Trampolinspringen. Sie kann dich wachhalten und dich in echte Krisen schubsen. So manches Mal möchtest du ihr vielleicht links und rechts gepflegt eine scheuern, dann weinst du dich in den Schlaf, aber wenn du aufwachst, liegt sie wieder neben dir auf dem Kopfkissen, lächelt und sagt: hello again! Sie ist der Himmel und kann manchmal die Hölle sein. Aber sie will ans Licht kommen und klingelt immer wieder an deiner Tür.

Eine Berufung ist keine Frage, sie ist ein Ausrufezeichen!

Sie ist eben nicht der Schlüssel zur 24h-Glückseligkeit. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Glück und Sinnhaftigkeit. An einem Tag, an dem mich meiner Berufung gewidmet habe, hat sie mich möglicherweise ebenfalls Stunden harter Arbeit gekostet, mir eine Schar grauer Haare wachsen lassen oder zu unkontrolliertem Abgang von Tränenflüssigkeit geführt. Ich fühle mich abends nicht immer wie ein lebender Glückskeks  – aber ich kann trotzdem Sinn spüren in dem, was ich da tue. Weil ich fühlen kann, dass es mir wirklich entspricht.

Wenn man den Ruf zu seinem eigenen Weg hört und ihm folgt, „nimmt das Schicksal seinen Lauf in Gestalt des oftmals verschlungenen Individuationsweges“, schreibt Dahlke. Und trifft damit einen wahren Kern: Auch der Weg der Berufung kann, ja vermutlich wird, steinig sein – er ist ein Wachstumsprozess und Wachstum und Veränderungen können schmerzhaft sein. Aber das ist in Ordnung. Dieser Schmerz ist ein anderer, er erstickt dich nicht langsam und qualvoll, im Gegenteil, er lässt dich groß werden und an Leuchtkraft gewinnen.

Oder, um es mit einem meiner liebsten Zitate von Anais Nin zu sagen:

Und es kam der Tag, da das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzlicher wurde als das Risiko, zu blühen.

Wenn du noch nach deiner Berufung suchst, kann ich dir diesen Artikel über das Suchen und Finden der eigenen Berufung allerwärmstens ans Herz legen, in dem Anja elf kluge Fragen stellt, die dich behutsam herausfinden lassen, was du eigentlich möchtest.

Denn nicht selten ist das, was uns ganz besonders macht, so tief unter Schichten aus Selbstzweifeln, Ängsten und erlernten gesellschaftlichen Überzeugungen verschwunden, dass wir es erst einmal wieder freilegen müssen. Aber es lohnt sich!

Wer den Ruf annimmt, der erlebt, laut Dahlke einen „geheimnisvollen Zufluss an Kraft.“ – Und das kann ich aus meiner Erfahrung der letzten Wochen nur bestätigen.

Ich bin 30 geworden, ohne mich selbst als das anzuerkennen, was ich in meinem Inneren immer war. Jetzt, wo ich es endlich wage, fühle ich mich mehr ich selbst als all die Jahre zuvor.

Deshalb werde ich euch im zweiten und dritten Teil meiner „Beruf oder Berufungs“- Trilogie davon erzählen, was meine Berufung ist. Warum es so lange gedauert hat, sie mir einzugestehen, was mich motiviert hat, sie endlich auszuleben und welche konkreten Schritte ich in Angriff nehme, um mein Leben in ihren – und damit auch in meinen – Dienst zu stellen.

Beruf oder Berufung, Teil 1: Was es bedeutet, seine Berufung zu suchen
Beruf oder Berufung, Teil 2: Wie ich meine Berufung (wieder-)fand und was mir den Mut gab, sie zu leben
Beruf oder Berufung, Teil 3: Konkrete Schritte in ein Leben, das meiner Berufung entspricht

Wie ist es bei dir? Wozu fühlst du dich berufen? Wusstest du es schon immer? Hast du auf diese Stimme gehört?

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21 Comments

  • Reply Anja Reiche Juni 6, 2016 at 5:25 pm

    Liebe Kea,
    was für ein großartiger, witziger und wahrer Artikel. Ich bin jetzt schon gespannt auf die beiden folgenden. ❤Ja, manchmal möchte man der Berufung gepflegt eine scheuern! 😉 Über all die Jahre habe ich mich mehr als einmal gefragt, wer ich denn eigentlich bin (erst heute wieder), weil ich mal wieder die Orientierung verloren hatte. Aber es gab auch jedes mal eine Antwort und mit jeder Antwort fügte sich wieder ein Puzzleteil, wurden die Konturen meiner Lebensskulptur wieder mehr sichtbar und ließ wieder etwas mehr vom Gesamtkunstwerk erahnen. Auch wenn es manchmal haarig ist, so empfinde ich nichts als erfüllend er, als sich selbst mit all seinen Facetten und Fähigkeiten zu erleben und sich an sich selbst und seinem Wirken zu erfreuen! Ich danke dir von Herzen für diesen wunderbaren Artikel und für die Verlinkung!!! ❤❤❤ Ich hab mich total gefreut!!!
    Herzensgrüße
    Anja

    • kea
      Reply kea Juni 6, 2016 at 5:42 pm

      Liebe Anja, wie schön, nun habe ich mich wiederum sehr über deinen lieben Kommentar gefreut! Ich bin neulich über einige Links auf deinem Beitrag gelandet und musste deine Anleitung zum Berufung-suchen-und-finden unbedingt mit meinen LeserInnen teilen 🙂 Ich kann absolut mitfühlen, dass du immer wieder neu deinen Weg finden musst – die Phasen des Suchens, der Neuorientierung gehören immer wieder dazu, denn nichts bleibt beständig und wir entwickeln uns stetig weiter. Aber am Ende entsteht dann eben, genau wie du schreibst, ein Gesamtkunstwerk, für das sich dieser nicht stromlinienförmige Weg absolut lohnt! Ich wünsche dir weiterhin viel Freude und Erfüllung bei deiner Reise und freue mich sehr, wenn du auch die beiden kommenden Teile der Trilogie besuchst! Liebste Grüße! Kea

  • Reply Bonny Juni 6, 2016 at 5:49 pm

    Dein Text trifft bei mir grade direkt ins Schwarze. Die Frage nach der eigenen Berufung und vor allem danach, ob und wie sehr einen die Arbeit erfüllen sollte und vielleicht sogar muss, stelle ich mir zur Zeit häufig. Vor allem, weil ich das Gefühl habe, viele Freunde und Bekannte hegen keinerlei Leidenschaft für ihren Beruf.

    Da ich selbst erst seit wenigen Monaten arbeite, schockiert mich das. Ich frage mich: Wie soll man denn glücklich sein oder werden, wenn man fünf Tage, vierzig Stunden die Woche etwas tut, das man nicht gerne tut? Und wieso zur Hölle lässt man zu, in einem Job zu versauern, der einen unglücklich macht?

    Ich weiß nicht, ob ich meine Berufung gefunden habe. Ich glaube nicht. Aber ich liebe meine Arbeit. Gehe jeden Tag gerne hin, freue mich Sonntags auf die neue Woche und bin einfach dankbar dafür, dass ich sagen kann, dass ich meine Arbeit mit großer Leidenschaft und Freude mache.

    Vielleicht ist das eine ganz gute Basis, um irgendwann auch meine Berufung zu finden. Vielleicht reicht es aber auch so. Mal sehen. Sobald ich Sonntagabend ein flaues Gefühl bei mir entdecke, wenn ich an die anstehende Arbeitswoche denke, bin ich hoffentlich mutig genug die Notbremse zu ziehen.

    Bin auf alle Fälle gespannt auf Teil 2 deiner Reihe!
    Immer schön zu lesen, dass und wie sich jemand selbst verwirklicht.

    Liebe Grüße
    Bonny

    • kea
      Reply kea Juni 6, 2016 at 5:57 pm

      Guten Abend liebe Bonny, vielen Dank für deinen Kommentar und das Teilen deiner Erfahrungen! Traurig, dass so viele Menschen sich mit einem Beruf zufrieden geben, der sie eigentlich quält. Auch die Tatsache, dass psychische Erkrankungen immer öfter Grund für krankheitsbedingte Ausfälle sind, sollte uns aufhorchen lassen. Deine Frage nach den 40 Stunden, die man in jeder Woche mit seinem Beruf im Durchschnitt verbringt, ist wirklich gut – ich glaube ja, seinen Beruf sollte man sich mindestens so sorgfältig aussuchen, wie seinen Lebenspartner. Wunderbar, dass du deine Arbeit liebst! Und so wach und aufmerksam, wie du dich und die Menschen um dich herum wahrnimmst, zweifele ich überhaupt nicht daran, dass du die Bremse ziehen würdest, wenn es sich eines Tages verändert. Denn Menschen, die zu sich selbst einen guten Kontakt haben, lassen es nicht so weit kommen, einen großen Teil ihres Lebens nur „abzusitzen“ und nach der Uhr zu schielen. Liebe Grüße zu Dir! Kea

  • Reply Daniela - Libellenglück Juni 6, 2016 at 7:27 pm

    Guten Abend liebe Kea,
    mit Freude habe ich gerade deinen Artikel gelesen. Du führst ausführlicher aus, was ich letzte Woche auf meinem Blog aufgrund des Formates „Zitat der Woche“ nur angerissen habe (http://libellenglueck.de/2016/05/30/nothing-is-impossible-mach-dich-moeglich/)

    An einer Stelle möchte ich dir wiedersprechen. Mir beschert die Sinnhaftigkeit meines/eines Tuns durchaus Glück. Und das trenne ich an der Stelle nicht. Im Gegenteil. Die Sinnhaftigkeit führt für mich zum Glück. Ich gebe dir absolut Recht, dass sinnvolles Tun durchaus Arbeit und dadurch genauso anstrengend ist (oftmals sogar noch mehr als ein nine to five-Job, weil es anstrengend ist, seine Berufung sich selbst und vor allem, seinem Umfeld gegenüber durchzusetzen). Dann fällt man abends genauso platt auf sein geliebtes Sofa anstatt vor lauter Glücksgefühlen über dem Boden zu schweben. Aber ich empfinde diese Art der Anstrengung dann umso mehr als Glück, weil ich tun konnte/durfte, was ich wirklich aus meinem Innersten heraus will.

    Zu deiner Frage, was meine Berufung ist, und ob ich sie schon immer kannte… Ja, tief in mir drin wusste ich das schon immer. Aber auch ich – wie viele andere nehme ich an – habe dies Stimme ignoriert und erstmal nicht gehört. Heute weiß ich was ich will, was mich erfüllt und was mich glücklich macht. Und das stelle ich heute über jeden Job (mit deiner bzw. Dahlkes Definition von Job). Karriere machen ist meine Berufung definitiv nicht. Diese Stimme zu hören, hat ungefähr vier Jahre gedauert. Den Weg gegangen bin ich jetzt. Und dem leisen Flüstern, was mir immer schon gesagt hat, was meine Berufung ist, habe ich die Chance gegeben lauter zu werden… und setze sie bei mir selbst und den anderen gegenüber durch.

    Ich bin sehr gespannt auf deine zwei folgenden Artikel.

    Bis bald und liebe Grüße an dich! Daniela

    PS: Und im nächsten Leben werde ich Chefin. 🙂

    • kea
      Reply kea Juni 7, 2016 at 5:49 am

      Hallo liebe Daniela, Danke für deine Rückmeldung und das Teilen deiner Gedanken zu diesem Thema! Ich habe mir deinen schönen und ermutigenden Artikel gleich durchgelesen und hoffe, dass auch noch viele meiner LeserInnen rüberklicken, es lohnt sich sehr! Schön, dass du auch zur wunderbaren Alex von „Meine Umwege“ verlinkst, die habe ich ja erst kürzlich in meiner Blogroll verewigt und bewundere ihren Mut sehr! Und natürlich: Toller Spruch von Audrey 🙂 Ich verstehe, was du meinst, wenn du sagst, dass dich auch die anstrengenden Momente deiner Arbeit glücklich machen, ich glaube, das ist ein bißchen Definitions-Sache von Glück – für mich ist das, was ich an den harten Tagen meiner Berufungs-Reise spüre, Zufriedenheit, ein „alles ist gut“, ohne Kampf sein, im Frieden. Glück geht für mich darüber hinaus, sind die Glückshormon-Einschüsse, die Yeaaah-ist-das-tooooll-Momente. Aber das definiert sicher jeder für sich selbst und erlebt auch jeder Mensch unterschiedlich. Ich fand es nur wichtig, zu verdeutlichen, dass dieser Weg eben nicht das Wundermittel für ein Dauergrinsen im Gesicht ist – ich finde, da machen es sich manche Ratgebermagazine nämlich zu einfach. Eine Berufung ist auch eine echte Herausforderung. Toll, dass du nun deiner inneren Stimme folgst und auch zeigst, dass es lange dauern kann, bis man sie hört und ihre Richtung dann auch einschlägt! Und deine Reisepläne klingen super – sowohl für die näheren Ziele (Florida), als auch fürs nächste Leben (Chefin) 🙂 Liebe Grüße! Ich freu mich, wenn du auch bei Teil 2+3 dabei bist! Kea

      • Reply Daniela - Libellenglück Juni 7, 2016 at 7:32 am

        Liebe Kea,
        danke für deine auführliche Antwort. Und da bin ich auch wieder voll bei dir. Vielen Dank und Yes, ich werde dabei sein, weil ich nämlich schon total neugierig bin, was deine Berufung ist und immer schon war?! Bis dahin. Liebe Grüße

  • Reply Ruhrstyle Juni 6, 2016 at 7:39 pm

    Liebe Kea,

    du weißt, ich liebe deine Texte, deine Wortspiele und die Wahrheit in ihnen. Ob ich meine Berufung gefunden habe, kann ich gar nicht so genau sagen. Was genau bzw. wie lässt sich Berufung richtig definieren? Ich bin glücklich mit meinem Leben und folge meistens meinem Herzen und dennoch ruft ständig etwas neues nach mir, weil ich die Abwechslung und das Abenteuer mag. Vielleicht ist diesen Rufen nachzugehen meine Berufung und vielleicht kann sich die Berufung auch immer wieder ändern, oder bedeutet es eher, dass ich noch auf der Suche bin und wenn ja ist das schlimm!?! Sicher bin ich mir da nicht. Ich werde nun ein bisschen weiter darüber nachdenken.

    Liebste Grüße
    Rebecca

    • kea
      Reply kea Juni 7, 2016 at 5:57 am

      Hey meine Liebe! Schön, dass dir mein Artikel gefällt und mich bringt nun wiederum deine Rückfrage zum Nachdenken… Mama Google sagt zu mir: Eine Berufung ist „eine innere Notwendigkeit, die jmd. spürt und die ihn zum Handeln zwingt.“ Ein innerer Ruf sozusagen. Weil der Mensch ja kein statisches Wesen ist und alles immer im Fluss ist, kann ich mir durchaus vorstellen, dass sich der Inhalt dieses Rufes verändert. Wenn ich mal so vermessen sein darf, das von außen zu sagen, denn ich lese dich ja nun schon eine ganze Weile, dann bist du für mich definitiv ein Mensch, der mit dem was er schreibt und lebt, versucht, die Welt und die Natur zu schützen. Wenn ich deine Texte zu diesen Themen lese, habe ich das Gefühl, dass sie ganz tief aus dir kommen, dass sie ein wirkliches Bedürfnis deines Herzens sind. Dass es nicht die Möglichkeit gibt, sie nicht zu schreiben. Das ist etwas, das für mich in diese Richtung geht. Themen und Anliegen, die wir einfach tun m-ü-s-s-e-n, weil diese innere Stimme in uns ganz entschieden sagt, dass das wichtig für uns ist. Das nur mal so als Feedback von mir 🙂 Vielleicht ergeht es dir damit ganz anders, aber so wirkt es auf mich! Liebste Grüße! Kea

  • Reply Josie Juni 6, 2016 at 8:25 pm

    Ein wunderbar geschriebener Text liebe Kea. Ich bin jetzt schon ganz neugierig auf die beiden kommenden Teile.
    Das Leben wäre soviel einfacher, wenn jeder seine Berufung finden würde und damit soviel glücklicher ist.
    Ich werde gleich mal deinen empfohlenen Link anklicken und mich durchlesen. Denn irgendwie habe ich momentan das Gefühl, so gar nicht angekommen zu sein. Klar macht mir der Job Spaß – aber ich denke öfter: war´s das jetzt?

    Vielen Dank für diesen tollen Post.
    Ich drück Dich.
    Liebe Grüße, Josie

    • kea
      Reply kea Juni 7, 2016 at 6:03 am

      Guten Morgen liebe Josie, schön, dass dir der Post so gut gefällt und er dich zum Nachdenken bringt. Ich glaube, dass dieses „und DAS war’s jetzt?“-Gefühl ganz ganz wichtig ist für unsere innere Weiterentwicklung. Vielleicht kommt dann irgendwann der Tag, an dem du merkst, oh, ich möchte doch noch mal in diesen oder jenen Weg hineinschnuppern. Wenn du magst, erzähl mir beizeiten mal, ob der verlinkte Beitrag für dich hilfreich war, ich finde ihn wirklich so toll! Wunderbar, dass du auch bei den kommenden Teilen der Trilogie wieder reinschaust, ich freu mich, meine Gedanken über dieses Thema mit euch zu teilen und mich mit euch auszutauschen. Gerade, weil wir in Deutschland teilweise immer noch ein recht spießiges und festgefahrenes Schubladendenken haben ( fester Wohnsitz, sicherer Job, Bausparvertrag) – auch der Link von Daniela zu ihrem schönen Artikel und der darin verlinkte Text von Alex von „meine Umwege“ machen Lust und Mut, Neues zu wagen und seinem eigenen Bauchgefühl nachzugehen. Ich kann beide Texte zum Weiterlesen euch allen nur ans Herz legen 🙂 Liebste Grüße! Kea

  • Reply Lisa Juni 7, 2016 at 6:35 am

    Meine Liebe – wie immer, ein so wunderbar geschriebener Text, dass ich schon fast eine Vermutung habe was uns im zweiten Teil erwartet. Du beschreibst sehr gut die emotionale Achterbahn mit der ich gerade täglich unterwegs bin 😉 Ich freu mich auf mehr und drück dich aus der Ferne!

    • kea
      Reply kea Juni 7, 2016 at 11:40 am

      Liebe Lisa, ich muss schmunzeln, ihr kennt mich mittlerweile eben schon – und wart die vergangenen Monate ja bereits virtuell und real an meiner Seite 🙂 Schön, dass ihr diesen Prozess begleitet ❤ Ich freue mich, dass du dich in meinem Text wieder findest und du weisst ja – ich liebe deinen Mut, Unsicherheiten auszuhalten und Neues auszuprobieren und bin begeistert auch bei deiner Reise dabei 🙂 Einen dicken Drücker zurück!

  • Reply Carolin Juni 7, 2016 at 11:50 am

    Ach Kea, schön, dass du deine Berufung gefunden hast! Ich bin noch immer auf dem Weg und denke oft, dass mir die 40 Stunden, mit denen ich die Wocher über so beschäftigt bin, ordentlich Steine in denselbigen legen. Da bleibt nämlich manchmal zu wenig Zeit zum Überlegen, zum Leben.
    Ich freue mich auf deine weiteren Teile und hoffe, dass mich der Mut nicht verlässt und auch zu meiner Berufung führt 🙂
    Liebe Grüße!

    • kea
      Reply kea Juni 7, 2016 at 5:44 pm

      Hallo liebe Caro! Glaub mir, ich kenne den Gedanken gut, dass man sich im Hamsterrad seines „normalen“ Jobs gefangen fühlt und nicht weiß, wie man die Berufung quasi nebenher beim Schlafittchen packen soll – im zweiten Teil der Trilogie schreibe ich auch über diesen Aspekt. Vielleicht ist da ja auch hilfreicher Input für dich dabei 🙂 Ich würde mich freuen, dazu deine Rückmeldung zu lesen! Liebe Grüße an dich! Kea

  • Reply Tanja L. Juni 11, 2016 at 6:11 pm

    Ein sehr interessanter Text. Ich habew zum Glück immer schon gemacht, wonach es mich rief. Erst im reisebüro eine Ausbildung, das Ostasienwissenschaftenstudiert (inklusive einem Jahr in Japan) und auch jetzt bin ich mit meiner Berufswahl im Grunde sehr glücklich. Das letzte Projekt lief gar nicht so gut, aber ich gehöre nicht zu den Leuten, die dann in Schockstarre abwarten bis sie der Schlag trifft sondern ich werde aktiv und versuche mich selber aus der Situation zu befreien. Ich kann auch jedem nur raten, sich neu zu orientieren, wenn die Unzufriedenheit zu groß ist, auch wenn es noch immer nicht einfach ist, vom Schuster zum Schmied zu werden. Aber ganz ehrlich? Ich kenne eh kaum noch jemanden, der in seinem gelernten Beruf arbeitet. Also einfach ausprobieren, was soll denn schon passieren?

    • kea
      Reply kea Juni 12, 2016 at 4:15 pm

      Hallo Tanja, Danke dir für deine Rückmeldung! Super, dass du direkt auf deine Träume zugegangen bist und das gemacht hast, wofür dein Herz geschlagen hat! Den Mut habe ich direkt nach dem Abi nicht gehabt. Ich drücke die Daumen, dass dein nächstes Projekt wieder super läuft und so, wie du dich liest, hab ich daran auch gar keine Zweifel 🙂 Natürlich ist es heutzutage leichter und auch anerkannter, einen oder mehrere Haken im Lebenslauf zu schlagen – und ich seh es auch so, warum soll man es nicht einfach probieren? Mehr, als das man um eine Lernerfahrung reicher ist und danach etwas anderes macht, kann auch nicht passieren. Dass viele recht lange zögern, bis sie eine neue berufliche Richtung einschlagen, hat aber vielleicht auch damit zu tun, dass es hierzulande kaum eine positiv besetzte Scheiter-Kultur gibt und die Angst groß ist, nachher aufs Brot geschmiert zu bekommen, dass man nicht erreicht hat, was man sich gewünscht hat. Dabei ist ja auch ein vermeintlicher Fehlschlag immer eine Möglichkeit, daran zu wachsen und birgt oft noch unerwartete, tolle Wendungen 🙂 Liebe Grüße! Kea

  • Reply Carolin Juni 15, 2016 at 7:08 am

    Ja, ich les deine Reihe gern weiter und hab auch aus dem zweiten Teil ein wenig mitnehmen können. Nun mal schauen, ob mein Hamsterrad sich einfach langsamer dreht und ich aussteigen werde, oder ob ich bei voller Fahrt raushüpfen muss 😉

    • kea
      Reply kea Juni 17, 2016 at 12:45 pm

      Dann hoffe ich sehr, dass dich der dritte Teil noch mal konkreter inspirieren kann – vielleicht reichen auch kleine Schritte und du musst nicht bei Fullspeed die Richtung wechseln. Obwohl so rasante Spurwechsel natürlich auch eine tolle Dynamik haben können! Da gibt es sicher kein Patent-Rezept, sondern man muss konsequent nach innen lauschen und schauen, was sich stimmig anfühlt! Liebe Grüße & bis zum 3. Teil 🙂

  • Reply Rosy | Love Decorations Juni 15, 2016 at 11:39 am

    Oh wow, ein sehr schöner Beitrag – richtig toll geschrieben! Vor allem finde ich mich wieder, denn es ist ebenfalls eine Sache, die mich sehr beschäftigt!

    Früher hatte man nicht viel Auswahl, was man mit dem eigenen Leben macht – wenn die Eltern einen Familienbetrieb haben, war das schnurzpieps egal, wie gut deine Schulnoten sind. Hauptsache man übernimmt den Betrieb – und dabei interessiert keinen, ob man dafür das gewisse Händchen hatte oder nicht. Noch weniger, ob man dazu Lust hatte…

    Heutzutage haben wir den Luxus und die Freiheit uns frei entscheiden zu können! Einige wissen das zu schätzen und setzen das auch um – andere wiederum sind schier überfordert und wünschten sich wahrscheinlich, dass jemand ihnen diese Entscheidung abnehmen würde…

    Ich denke unsere Gesellschaft macht es einigen richtig schwer… Denn ’scheitern‘ ist verboten! Statt zu sagen „Du bist zwar gestolpert und hingefallen. Aber bravo, dass du jetzt wieder aufstehst und weitermachst. Meinen Respekt!“ wird man bei uns als Loser und Versager abgestempelt…
    Dabei gehört Fehler machen und daraus lernen, genauso wie das Atmen zum Menschen dazu. Vielleicht schaffen wir es eines Tages noch dahin zu kommen, dass man nicht gleich verurteilt wird!
    Dann würden einige auch Mut haben, diesen Schritt zu wagen 🙂

    Meine liebe Kea, alles Liebe und hab noch eine wunderbare Woche (trotz schlechte-Laune-Wetter) ;D
    Fühl dich umarmt,
    deine Rosy ♥

    • kea
      Reply kea Juni 17, 2016 at 12:50 pm

      Hey liebe Rosy – das hat du sooo toll gesagt! Ich sehe in der kaum vorhandenen Scheiter-Kultur unserer Gesellschaft auch den Grund dafür, dass so viele Menschen sich nicht trauen, abseits der ausgetreten Pfade zu wandeln. Wir sind ja eben auch soziale Wesen und wünschen uns die Anerkennung unserer Mitmenschen – ich glaube, wir brauchen da dringend eine moralische Revolution. Es ist normal, es gehört zum Menschsein dazu, auch mal eine „falsche“ Abzweigung zu nehmen – so what?! Denn, genau so ist es, früher hatte man gar nicht die Wahl. Und nun, da wir sie haben, lassen wir uns hemmen aus Angst, als „Versagerin“ dazustehen. Dabei könnten wir mit unserer Freiheit fliegen lernen! Ich danke dir für deine weisen und liebevollen Worte und drücke zurück! Dann merkt man doch den Regen gar nicht mehr 🙂 ♥ ♥ ♥ Kea

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